Artikelformat

Kirchenleere

Die Liturgiekommission der Deutschen Bischofskonferenz empfiehlt die Umgestaltung zusehends leer wirkender Kirchen (Arbeitspapier: “Zu große Kirchen”), z.B. durch Reduzierung der Sitzbänke, Abtrennung kleinerer Räume oder Einrichtung neuer Besinnungsräume. Nicht nur ein Protestant ist gegen diese Vorschläge, deren Grundlage zwar eine “Notsituation (Sparzwänge, Gemeindeschrumpfung)” sei, dabei aber “zugleich Chancen für eine geistliche, liturgische und pastorale Erneuerung” biete. Leidet dadurch neben der Atmosphäre, die eine geräumige Kirche bietet, nicht auch der kulturelle Auftrag, den die Kirche hat? Müssen schlimmstenfalls (Abriss und Neubau) Effizienz und eine ausgeglichene Bilanz selbst gegenüber der Bewahrung alter Kirchengebäude Vorfahrt bekommen? Inwieweit wird nicht ein Stück Identität aufgegeben, wenn man sich in derartig nachhaltiger Weise den aktuell schwachen Besuchszahlen anpasst?

Matthias Heil

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.