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Update: WJT/Papst in Deutschland

Weltjugendtag und Benedikt XVI. wohin man schaut. Das gewaltige Medienecho erschlägt einen fast (zu den weniger überzeugenden journalistischen Leistungen sei dieser trefflich-witzige Welt-Artikel von Guido Heinen empfohlen), momentan übertrifft die Dokumentation sicher noch die Kommentierung des Geschehens… – Vormittagslektüre:

Daheim aber nicht zu Hause – Der deutsche Papst besucht Köln. Doch sein Verhältnis zu Deutschland ist gespannt. Gelingt es Benedikt, eine neue Generation zu begeistern? – […] Nun also Deutschland. Oder doch nicht ganz: Die Reise geht zum Weltjugendtag und nur nebenbei in die Bundesrepublik, wo er eben stattfindet. Es liegt etwas sehr Sinniges in diesem halben, unwillkürlichen Heimatbesuch. »Ich hätte nicht gewagt, das einzurichten«, hat der Papst im Interview mit Radio Vatikan gesagt; es hätte sich nicht gehört, es hätte auch nicht gepasst. Benedikt XVI. wird nicht als »deutsch« wahrgenommen, wie Johannes Paul II. polnisch war. Wenn er in Köln eine Synagoge besucht, dann nicht einfach als Papst, sondern als deutscher Papst – für die Welt und vor der Geschichte ist er deutsch. Aber für das eigene Land? Bild konnte titeln: »Wir sind Papst«, doch für die Kirchenfernen war er fremd, für die Protestanten erzkatholisch und für die Katholiken »Rom« schlechthin, was für viele auch nichts Gutes hieß: Zentralismus, Dogma, Verbote. Und es gab wohl nicht nur den Anti-Ratzinger-Affekt in Deutschland, sondern auch einen antideutschen Affekt in Ratzinger, einen tiefen Groll gegen das staatsnahe, reiche und glaubensschwache Fassadenchristentum in einer in Wahrheit längst irreligiösen Bundesrepublik. Dass Politiker sich nach der Wahl des Papstes im Namen ihrer Nation geehrt erklärten, dass vom endgültigen Abschluss der Nachkriegszeit oder gar von einer Absolution für die Deutschen die Rede war – das alles klang merkwürdig blechern, ein Made-in-Germany-Stolz auf ein Produkt, das man hierzulande nicht kauft und das anderswo seltsamerweise sensationellen Erfolg hat. Aber irgendetwas blieb ungefüllt zwischen der offiziellen Freude und dem unterdrückten Zähneknirschen, eine Leerstelle, eine Frage, der offene Schluss einer Geschichte, die noch nicht zu Ende war. Dahinein kommt nun dieser Besuch. […] (Quelle: Zeit.de)

Auf dem Gottes-Trip – Weltjugendtag in Köln: Junge Pilger erklären ihr Verhältnis zum alten und zum neuen Papst – […] Wer von den 16- bis 20-Jährigen heute überhaupt noch Kontakt zum Katholizismus hat, scheint also gleichzeitig näher heranzurücken an die Kirche – und weiter weg. Wie geht das zusammen? »Kerzchen hinstellen, vor dem Kreuz stehen, mal den Mund halten – das kommt an«, hat der einzige Pfarrer im Pilgerzug festgestellt, »so was war früher kaum möglich, da musste immer etwas passieren.« […] »Was Jugendliche auf sich nehmen, auch finanziell, um zwei Minuten an einem Leichnam zu stehen – ich weiß nicht, ob ich das vor 30 Jahren gemacht hätte«, staunt Obelix, der Endvierziger. »Und zwei Balken durch die Wälder tragen, ich weiß nicht, ob das in Deutschland 1985 denkbar gewesen wäre.« Der Pfarrer wirkt nicht nur glücklich, wenn er den neuen Drang zur Frömmigkeit beschreibt. Wie die meisten der hauptamtlichen Jugendarbeiter im Pilgerzug wurde er geprägt durch einen Glauben, der politisch war. Der Streit um Frauen als Priester oder der Kampf südamerikanischer Befreiungstheologen gegen die Kurie unter Kardinal Ratzinger hat gerade in den Jugendverbänden mehr als eine Generation geprägt. »Ich verbinde mit dem Papst auch seine Vergangenheit«, sagt der Pfarrer knapp, »das ist den jungen Leuten egal.« – Vielleicht ist dies der tiefste Riss, der zwischen den jungen und den nicht mehr ganz so jungen Katholiken in Deutschland verläuft – hier der Vorrang des Politischen, da des Spirituellen. Hatten vor zehn oder 15 Jahren die politischen Missionare den Zeitgeist auf ihrer Seite, sind es heute die Heilskünder einer christlichen Innerlichkeit. […] – (Quelle: Zeit.de)

Pfad der Jugend – Der Fromme geht zum Papst zu Fuß – auf dem Adolf-Kolping-Weg vom Kölner Dom zum Marienfeld – […] Die Wege heutzutage sind für den Fußpilger nicht geschaffen. Früher, da ging man über Sand und Schotter, durch Matsch und Kot, und alles federte, und es war gut. Heute geht es über geteerte Radwege, und nichts federt, wenn man keine teuren Turnschuhe hat. Alle Gelenken schmerzen, die Fußsohlen sind heiß. Ein Ehepaar auf Fahrrädern überholt mich. Nur noch vier Kilometer, sagen sie, sie sind auch unterwegs zum Marienfeld. Die beiden wohnen an der langen Friedrich-Schmidt-Straße. Als sie neulich schon einmal dort gewesen seien, erzählt die Frau begeistert, sei die Wolkenstimmung über dem Papsthügel so schön gewesen, »als käme der Herrgott selbst herab«. […] – (Quelle: Zeit.de)

Papst: ‚Ich bin glücklich, mitten unter den Jugendlichen zu sein’ – Ansprachen von Papst Benedikt XVI. und Bundespräsident Horst Köhler am Flughafen Bonn-Köln. – – […] Die Begegnung so vieler Jugendlicher mit dem Nachfolger Petri ist ein Zeichen für die Vitalität der Kirche. Ich bin glücklich, mitten unter den Jugendlichen zu sein, ihren Glauben zu stützen und ihre Hoffnung zu beleben. Zugleich bin ich sicher, daß ich auch etwas von den jungen Leuten empfangen werde, vor allem von ihrer Begeisterung, ihrer Einfühlsamkeit und ihrer Bereitschaft, sich mit den Herausforderungen der Zukunft auseinanderzusetzen. […] – (Quelle: kath.net)

Benedikt auf dem Schiff: ‚Lasst Euch von Christus überraschen!’ – […] Liebe Jugendliche, das Glück, das Ihr sucht, das Glück, auf das Ihr ein Anrecht habt, hat einen Namen, ein Gesicht: Es ist Jesus von Nazareth, verborgen in der Eucharistie. Er allein schenkt der Menschheit Leben in Fülle! Sagt gemeinsam mit Maria Euer „Ja“ zu dem Gott, der sich Euch schenken will. Ich wiederhole Euch heute, was ich zu Beginn meines Pontifikats gesagt habe: „Wer Christus [in sein Leben] eintreten läßt, verliert nichts, gar nichts – absolut nichts von dem, was das Leben frei, schön und groß macht. Nein, nur in dieser Freundschaft öffnen sich die Türen des Lebens weit. Nur in dieser Freundschaft erschließen sich wirklich die großen Möglichkeiten des Menschseins. Nur in dieser Freundschaft erfahren wir, was schön ist und was frei macht (Homilie zur Amtseinführung des Papstes, 24. April 2005). Seid völlig überzeugt davon: Christus nimmt nichts weg von dem, was Ihr an Schönem und Großem in Euch habt, sondern zur Ehre Gottes, zum Glück der Menschen und zum Heil der Welt führt er alles zur Vollendung. – In diesen Tagen lade ich Euch ein, Euch rückhaltlos dem Dienst Christi zu widmen, koste es, was es wolle. Die Begegnung mit Jesus Christus wird Euch ermöglichen, innerlich die Freude über seine lebendige und lebensspendende Gegenwart zu genießen, um sie dann in Eurer Umgebung zu bezeugen. Möge Eure Anwesenheit in dieser Stadt schon das erste Zeichen einer Verkündigung des Evangeliums sein durch das Zeugnis Eures Verhaltens und Eurer Lebensfreude. Lassen wir aus unserem Herzen Dank- und Lobgesänge zum Vater aufsteigen für die vielen Wohltaten, die er uns erwiesen hat und für das Geschenk des Glaubens, den wir gemeinsam feiern wollen, indem wir ihn der Welt von diesem Land aus kundtun, das in der Mitte Europas liegt – eines Europas, das dem Evangelium und seinen Zeugen im Laufe der Jahrhunderte viel verdankt. […] – (Quelle: kath.net)

Lebt den universalen Atem der Kirche! – Benedikt XVI. begrüßte am Donnerstagabend am Roncalli-Platz die begeisterten Jugendlichen. Wir dokumentieren die Grußworte. – […] Nun seid Ihr hier, ihr Jugendlichen der ganzen Welt, Vertreter jener fernen Völker, die Christus durch die Sterndeuter kennenlernten und im neuen Gottesvolk vereinigt wurden: in der Kirche, die Menschen aller Kulturen versammelt. Euch kommt heute die Aufgabe zu, den universalen Atem der Kirche zu leben. Laßt Euch vom Feuer des Geistes entflammen, damit ein neues Pfingsten Eure Herzen erneuere. Mögen durch Euch Eure Altersgenossen in allen Teilen der Erde dahin gelangen, in Christus die wahre Antwort auf ihre Erwartungen zu finden und sich zu öffnen, um das menschgewordene Wort Gottes aufzunehmen, das gestorben und auferstanden ist zum Heil der Welt. […] – (Quelle: kath.net)

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