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Synodenbotschaft

Botschaft der XI. Ordentlichen Vollversammlung der Bischofssynode – Eucharistie: Brot des Lebens für den Frieden der Welt – […] 3. Die brüderliche Gemeinschaft von Bischöfen, Hörerinnen und Hörern, ebenso mit den Vertretern der christlichen Kirchen hat unsere Überzeugung erneuert, dass die heilige Eucharistie das Leben in unseren Ortskirchen des Ostens wie des Westens ebenso belebt und umformt wie die vielfältigen Aktivitäten der Menschen in den unterschiedlichsten Lebensbedingungen, in denen wir leben. Wir empfinden eine große Freude über die Einheit unseres eucharistischen Glaubens im Schoß einer großen Verschiedenheit der Riten, Kulturen und der pastoralen Gegebenheiten. Die Gegenwart so vieler Brüder aus den Orientalischen Kirchen hat uns auf eine sehr direkte Weise den Reichtum der verschiedenen liturgischen Traditionen erfahren lassen, welche die Tiefe des einzigen eucharistischen Mysteriums aufleuchten lässt. […] 5. Die Synodenversammlung war eine Zeit intensiven Austausches und des Zeugnisses über das Leben der Kirche in den unterschiedlichen Kontinenten. Uns wurden dramatische Situationen bewusst, vielfaches vom Krieg verursachtes Leid, Hunger, die verschiedenen Formen von Terrorismus und Ungerechtigkeit, von denen Hunderte Millionen Bewohner dieser Erde in ihrem alltäglichen Leben betroffen sind. Die Explosion der Gewalt und im Mittleren Osten in Afrika hat uns dafür sensibel gemacht, wie sehr der afrikanische Kontinent in der öffentlichen Meinung der Welt dem Vergessen anheim gefallen ist. Die Naturkatastrophen, deren Zahl sich zu verdoppeln scheint, zwingt uns dazu, die Natur mit größerem Respekt zu behandeln und die Bande der Solidarität mit den vom Leid geprüften Völkern zu verstärken. – Wir haben die schweren Probleme nicht schweigend übergangen, die dem Säkularismus entspringen, von denen besonders der Westen betroffen ist, Probleme, die zum religiösen Indifferentismus und zu den verschiedenen Ausdrucksformen des Relativismus führen. Wir haben an Ungerechtigkeit und extreme Armut erinnert, wie sie – nicht nur, aber doch besonders – Lateinamerika, Afrika und Asien beherrschen. Alle diese Leiden schreien zu Gott und appellieren an das Gewissen der Menschheit. Sie appellieren auch an uns. Was wird aus dem globalen Dorf unserer Erde angesichts einer bedrohten Umwelt, die umzukippen droht? Was ist zu tun, damit in dieser Epoche der Globalisierung, die Solidarität über Leid und Elend siegt? Wir denken aber auch an diejenigen, die die Länder regieren, damit sie sorgfältig für alle das Gemeinwohl sichern, dass sie Förderer der Würde der menschlichen Person seien von ihrer Empfängnis an bis hin zu ihrem natürlichen Ende. Wir bitten sie, Gesetze zu erlassen, die das natürliche Recht von Ehe und Familie respektieren. Unsererseits werden wir weiterhin aktiv an den gemeinsamen Anstrengungen mitarbeiten, dauerhafte Rahmenbedingungen zu schaffen für einen wahren Fortschritt der ganzen Menschheitsfamilie, in der niemand des täglichen Brotes entbehren muss. – 6. Wir haben diese Leiden und Fragen in unsere Debatten, in die Eucharistiefeier und in die eucharistische Anbetung eingebracht. Indem wir aufmerksam einer auf den anderen hörten, wurden wir in unseren Debatten bewegt und erschüttert vom Zeugnis der Märtyrer, die – wie in der gesamten Kirchengeschichte – an mehreren Orten der Erde auch in unseren Tagen nicht fehlen. Die Synodenväter haben in Erinnerung gerufen, dass die Märtyrer ihre Kraft, den Hass durch die Liebe und die Gewalt durch die Vergebung zu überwinden, stets in der heiligen Eucharistie gefunden haben. […] 9. Die Arbeiten der Synode fanden in einer von Freude und Brüderlichkeit bestimmten Atmosphäre statt, die auch von der offenen Diskussion über die Probleme und vom spontanen Teilen der Früchte des Eucharistischen Jahres geprägt war. Das Zuhören und die Beiträge unseres Heiligen Vaters Benedikts XVI. waren für uns alle ein Beispiel und eine wertvolle Hilfe. Viele Zeugnisse über wertvolle und froh machende Tatsachen wurden gegeben, zum Beispiel eine Neuentdeckung der Wichtigkeit der Sonntagsmesse, die Mehrung der Berufungen zum Priesteramt und zum geweihten Leben in verschiedenen Regionen der Erde, die starke Erfahrung der Weltjugendtage mit ihren Höhepunkten in Köln, die Entwicklung zahlreicher Initiativen für die Anbetung des Allerheiligsten Sakramentes fast in der ganzen Welt, die Erneuerung der Katechesen über Taufe und Eucharistie im Licht des Katechismus der Katholischen Kirche, das Anwachsen der kirchlichen Bewegungen und Gemeinschaften, welche Missionare für die Neuevangelisierung heranbilden, die Zunahme der Ministrantengruppen, welche neue Berufungen erhoffen lassen, und viele andere lichte Seiten gibt es, die unsere Dankbarkeit verlangen. […] 12. Das Leben unserer Kirchen ist auch von Schatten und Problemen geprägt, über die wir nicht hinweg gegangen sind. Wir denken zunächst an den Verlust für das Verständnis der Sünde und an die dauerhafte Krise in der Praxis des Bußsakramentes. Es ist wichtig, seinen tiefen Sinn wieder zu entdecken: die Umkehr und das wertvolle Heilmittel, das der auferstandene Christus zur Vergebung der Sünden (vgl. Joh 20, 23) und zum Wachstum der Liebe zu ihm und unseren Brüdern und Schwestern geschenkt hat. – Mit Interesse kann man feststellen, dass immer mehr sachgerecht im Glauben unterwiesene Jugendliche das persönliche Bekenntnis der Sünden pflegen und ein Gespür für die empfangene Versöhnung zum würdigen Empfang der Kommunion entwickeln. – 13. Der Mangel an Priestern, um die Sonntagsmesse feiern zu können, beschäftigt uns sehr und lädt uns dazu ein, zu beten und die priesterlichen Berufungen aktiver zu fördern. Verschiedene Priester sind um den Preis großer Mühen dazu gezwungen, viele Messen an verschiedenen Orten zu feiern, um den Bedürfnissen der Gläubigen so gut wie möglich entgegen zu kommen. Sie verdienen unsere Hochachtung und unsere Solidarität. Unsere Anerkennung gilt auch den zahlreichen Missionaren, deren Begeisterung in der Verkündigung des Evangeliums auch heute noch das Gebot des Herrn in Erfüllung gehen lässt, in alle Welt zu gehen und in seinem Namen zu taufen (vgl. Mt 28, 19). – 14. Auf der anderen Seite macht es uns Kummer, wenn die Abwesenheit eines Priesters die Feier der Messe am Sonntag unmöglich macht. Verschiedene Formen von Gottesdiensten gibt es schon in den verschiedenen Ländern, in denen Priestermangel herrscht. Übrigens könnte und sollte die in der katholischen Tradition so hoch geschätzte Praxis der „Geistlichen Kommunion“ mehr verbreitet und erklärt werden, einerseits, um die Gläubigen besser auf die sakramentale Kommunion vorzubereiten, aber auch um denen ein wahrer Trost zu sein, die aus verschiedenen Gründen, nicht am Leib und Blut Christi teilhaben können. Wir glauben, dass diese Praxis allein stehenden Personen helfen kann, im Besonderen den Behinderten, den Alten, den Gefangenen und den Flüchtlingen. – 15. Wir kennen die Trauer derer, die wegen ihrer dem Gebot des Herrn (vgl. Mt 19,3-9) nicht entsprechender familiären Situation nicht zur hl. Kommunion gehen können. Viele geschiedene Wiederverheiratete nehmen es mit Schmerzen an, nicht kommunizieren zu können, und sie opfern dies Gott auf. Andere verstehen diesen Ausschluss nicht und leben in einer inneren Frustration. Obwohl wir ihre Haltung nicht teilen können (vgl. KKK 2384), sagen wir ihnen erneut, dass sie nicht vom Leben der Kirche ausgeschlossen sind. Wir bitten sie, die Sonntagsmesse mitzufeiern und aufmerksam auf das Wort Gottes zu hören, das sie für ihr Leben aus dem Glauben und der Liebe sowie für ihre Bekehrung ernährt. Wir wollen ihnen sagen, wie nahe im Gebet und in der Hirtensorge sie uns sind. Bitten wir gemeinsam den Herrn, seinem Gebot treu zu bleiben. – 16. In verschiedenen Gegenden haben wir auch einen Niedergang des Sinnes für das Heilige feststellen müssen, der nicht nur die tätige und fruchtbare Teilnahme der Gläubigen an der Messe betrifft, sondern auch die Art des Zelebrierens und die Qualität des Lebenszeugnisses, das zu geben die Christen berufen sind. Trachten wir danach, durch die heilige Eucharistie den Sinn der Zugehörigkeit zur katholischen Gemeinschaft wieder zu verlebendigen, denn der dramatische Abschied vom Glauben nimmt in manchen Ländern immer mehr zu. Die Tatsache der Entchristlichung verlangt nach einer besseren Erziehung zum christlichen Leben in den Familien, damit sich das sakramentale Leben erneuere und wirklich den Inhalt des Glaubens zum Ausdruck bringe. Entsprechend laden wir Eltern, Hirten und Katecheten dazu ein, aufzubrechen zu einer großen Baustelle der Evangelisierung und der Erziehung zum Glauben am Beginn dieses neuen Jahrtausends. – 17. Im Angesicht des Herrn der Geschichte und der Zukunft der Welt, wenden sich die Armen an uns, solche, die schon immer arm waren und die ständig neu Dazukommenden, dazu die immer zahlreicheren Opfer der Ungerechtigkeit und alle Vergessenen dieser Erde; sie erinnern uns daran, dass Christus bis ans Ende der Welt leidet. Diese Leiden können der Feier des eucharistischen Mysteriums nicht fremd bleiben, das uns alle dazu aufruft, für Gerechtigkeit und Umwandlung der Welt einzutreten auf eine aktive und bewusste Weise, die gestärkt wird durch die Soziallehre der Kirche, welche die menschliche Person und ihre Würde in den Mittelpunkt stellt. […] 20. Liebe Schwestern und Brüder, was immer auch der Lebensstand sei, in dem wir gerufen sind, unserer Taufberufung zu folgen, machen wir uns die Gesinnung Christi zu eigen (vgl. Phil 2, 2) und begegnen wir einander in der Demut nach dem Beispiel Jesu Christi. Unsere gegenseitige Liebe ist nicht nur eine Nahahmung des Herrn, sie ist ein lebendiger Beweis seiner wirksamen Gegenwart in unserer Mitte. Wir grüßen und danken allen Personen des gottgeweihten Lebens, diesem erwählten Anteil am Weinberg des Herrn, der ohne allen Lohn die Gute Nachricht vom Kommen des Bräutigams bezeugt (vgl. Apk 22, 17-20). Euer eucharistisches Zeugnis in der Nachfolge Christi ist ein Schrei nach Liebe in der Nacht dieser Welt, ein Echo des Stabat Mater und des Magnificat. Möge euch die Eucharistische Frau schlechthin, gekrönt mit Sternen und ungeheuer fruchtbar, die Jungfrau der Himmelfahrt und der Unbefleckten Empfängnis, im Dienst für Gott und die Armen, in der Freude von Ostern bewahren für die Hoffnung der Welt.- 21. Liebe Jugendliche, der Heilige Vater Benedikt XVI. hat euch gesagt und immer wieder betont, dass ihr nichts verliert, wenn ihr euch Christus schenkt. Wir greifen die starken und erhabenen Worte des Papstes in der Messe seiner Amtseinführung auf, die euch den Weg zum wahren Glück weisen – im größten Respekt vor eurer Freiheit: „Habt keine Angst vor Christus! Er nimmt nichts weg, sondern gibt alles. Wer sich ihm hingibt, erlangt das Hundertfache zurück. Ja, öffnet, öffnet weit die Tore für Christus – und ihr werdet das wahre Leben finden.“ Wir setzen auf eure Fähigkeiten und auf euren Wunsch, in der Welt positive Werte zu entwickeln und das umzuändern, was ungerecht und gewalttätig ist. Ihr könnt auf unsere Unterstützung und auf unser Gebet zählen, dass wir gemeinsam die Herausforderung annehmen, die Zukunft mit Christus zu bauen. Ihr seid der „Weckruf am Morgen“ und die „Erforscher der Zukunft“. Versäumt es nicht, aus der Quelle göttlicher Energie der heiligen Eucharistie zu schöpfen, um die notwendigen Umgestaltungen in Angriff zu nehmen. […] 22. Liebe christliche Eheleute und eure Familien, die universale Berufung zur Heiligkeit beginnt bei euch in der Familie, der Hauskirche, ernährt am heiligen Tisch der Eucharistie. Im Sakrament der Ehe verwandelt euer Glaube eure eheliches Einssein in einen Tempel des Heiligen Geistes, in eine fruchtbare Quelle neuen Lebens, die Kinder hervorbringt als Frucht eurer Liebe. Wir haben auf der Synode oft von euch gesprochen, denn wir sind uns der Schwächen und Unsicherheiten der gegenwärtigen Welt wohl bewusst. Bewahrt euren Mut in der Anstrengung, eure Kinder im Glauben zu erziehen. Ihr seid die Keimzelle der Berufungen zum Priestertum und zum gottgeweihten Leben. Vergesst nicht, dass Christus in eurem Einssein lebt, und dass er es mit allen seinen Gnaden beschenkt, die ihr nötig habt, um eure Berufung heilig zu leben. Wir ermuntern euch, die Sonntagsmesse in der Familie zu pflegen. So erfreut ihr das Herz Jesu, der gesagt hat: Lasset die Kinder zu mir kommen (vgl. Mk 10, 14). – 23. Wir wollen ein besonderes Wort an alle Leidenden richten, an die Kranken und die Behinderten, die durch ihr Leiden mit dem Opfer Christi verbunden sind (vgl. Röm 12, 2). Durch den Schmerz, den ihr in eurem Leib und in eurem Herzen verspürt, nehmt ihr auf besondere Weise am Eucharistischen Opfer teil und ihr seid bevorzugte Zeugen der Liebe, die daraus hervorgeht. Wir sind sicher, dass die Kraft der Eucharistie in den Momenten, in denen wir die Schwäche erfahren oder an unsere Grenzen stoßen, eine große Hilfe sein kann. Vereint mit dem österlichen Mysterium Christi finden wir eine Antwort auf die bohrenden Fragen nach Leid und Tod, vor allem, wenn Krankheiten unschuldige Kinder treffen. Euch allen sind wir nahe, besonders aber den Sterbenden, die den Leib Christi als Wegzehrung (Viaticum) für ihre letzte Reise in das Reich Gottes empfangen. […] – (Quelle: Radio Vatikan)

Zusammen mit der Botschaft über die Bischofssynode wurden auch die Vorschläge der Bischöfe an den Papst veröffentlicht. Diese liegen zur Zeit nur in lateinischer und in italienischer Sprache vor. – (Quelle: Mailingliste der Kirchenvolksbewegung)

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