Artikelformat

Anschreiben 03/07

Liebe Pfarrgemeinde,

die vor uns liegende Fastenzeit werden sicherlich wieder viele dazu nutzen, etwas an Gewicht zu verlieren. Allerdings ist dieser Begriff „Fastenzeit“ ein wenig irreführend. Die 40 Tage von Aschermittwoch bis Ostern sind nämlich mehr als Fasten, als der Verzicht auf liebgewordene Dinge. Der Begriff „österliche Bußzeit“ charakterisiert diese sieben Wochen viel besser. Dieser Begriff spricht vielmehr vom Eingestehen der eigenen Schuld und einer Umkehr der ganzen Person auf ein Ziel hin, auf Ostern hin. Dazu sind wir eingeladen. Frei zu werden von all dem, was uns davon abhält, Leiden, Tod und Auferstehung Jesu mit ganzem Herzen und allen Sinnen mitzufeiern.

Auf diesem Weg kann uns die Waage symbolisch helfen. Steckt doch in dem Wort „Gewicht“ das Wörtchen „wichtig“. Was ist uns wichtig im Leben? Das ist die zentrale Frage der österlichen Bußzeit. Was können wir in die Waagschale des Lebens werfen? Ansehen, ein guter Beruf, ein schickes Häuschen – oder gute Beziehungen, eine liebevolle Partnerschaft – sogar Engagement für die Schwachen, Zeit für Gott im Gebet und Gottesdienst? Ja, was bringen wir auf die Waage? So wenig, wie sich die Waage betrügen lässt, so wenig können wir uns dauerhaft selbst belügen. Was ist mir wichtig, woraus lebe ich, welches Ziel verfolge ich? – gewichtige Fragen, denen ich mich stellen muss.

In der Fastenzeit bieten wir viele Dinge an, die uns bei dieser Besinnung Hilfestellung geben wollen: Unsere Glaubensseminare, die Exerzitien im Alltag, der Kreuzweg, die Bußandacht und das Bußsakrament, die Anbetungsstunde und natürlich die vielen Gestaltungen in den Kartagen.

Wir laden Sie dazu ganz herzlich ein, damit diese Veranstaltungen an Gewicht in Ihrem Alltag gewinnen.

Ihnen allen eine gesegnete Fastenzeit!

Ihr Pfarrer Rudolf Liebig

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.