Katholische Pfarrgemeinde St. Antonius Künzell

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Mariengrotte strahlt in neuem Glanz

Beitrag von Matthias Heil am 6. Juni 2011

Sieben Schiefersäulen bilden eine steinerne Leinwand, geben der Marienstatue einen würdigen Rahmen. Die Mariengrotte in Künzell ist nach der Umgestaltung und der Weihe durch Weihbischof Karlheinz Diez eindrucksvoller denn je.

Seit mehr als einem halben Jahrhundert bietet die Grotte in einer engen Schlucht im Wald zwischen Künzell und Keulos den Gläubigen einen Platz der Ruhe, der Anbetung und der Selbstfindung. Doch zuletzt schien es, als wolle sich die Natur den Ort zurückerobern. Der Zahn der Zeit nagte am Naturstein der Mauer und der Statue selbst, Pflanzen wucherten in die Anlage, der Weg zum Standbild wuchs zu und war kaum noch zu erkennen.

Mit dem sensiblen Umbau hat der Platz noch deutlich gewonnen: Bei Andachten und Gottesdiensten ist die Gemeinde nun zusammen- und näher an die Figur der Gottesmutter gerückt. Die Statue selbst ist behutsam aber sorgfältig gereinigt und steht nun auf einem Quader aus Muschelkalk. Dahinter schließen sieben Schiefersäulen die Anlage ab – ein gelungener Übergang in die Natur des Waldes am Ende der engen Schlucht.

Mitglieder der St. Antonius Gemeinde hatten 1958 die Marienschlucht mit großer Eigenleistung gebaut und finanziert. Nun hat eine Künzeller Familie die Mittel für die gelungene und sensible Umgestaltung zur Verfügung gestellt. Pfarrer Rudolf Liebig und die Gemeinde danken ihr von Herzen.

Geblieben ist der Durchgang zur Grotte, die Sandsteinmauer, die den säkularen vom sakralen Raum trennt. Auf der Mauer mahnt ein Kreuz, auf dessen Schaft eine Weltkugel ruht. „Das Kreuz durch-kreuzt die Welt“, erklärte Pfarrer Rudolf Liebig bei der Weihe der umgestalteten Grotte. Wie vom damaligen Pfarrer Sauerbier geplant, lässt das schmale eiserne Tor die Besucher nur einzeln in die Fatimaschlucht. Wer den heiligen Raum betritt, sagt Pfarrer Rudolf Liebig, der muss sich klein machen. Der tritt alleine ein und kann die Größe Gottes und der Gottesmutter erahnen. Am Ende der Grotte indes ist nun mehr Raum: In einer natürlichen Aufweitung der Schlucht ist ein runder Platz entstanden. Wie die Sitzbänke ist auch der Altar schlicht gestaltet und aus gekantetem Blech gefertigt. Erst durch das Auflegen des Altartuches wandelt sich das Erscheinungsbild, erst dann tritt er als Altar in Erscheinung.

Die alte Grotte lädt nun neu ein zum Besuch. Und dem neuen Glanz hat sich auch die politische Gemeinde nicht verschlossen und den Weg zwischen Parkplatz und Waldschlucht erneuert. Die Gemeinde Künzell und auch das Bistum Fulda haben sich an den Kosten der Renovierung der Marienstatue beteiligt. Zahlreiche Helfer haben Hand angelegt und das Kleinod in mehr als 535 Stunden ehrenamtlicher Arbeit quasi neu erschaffen.

Nun ist die Grotte geweiht. Der Marienmonat Mai ist vorbei, die Marienlieder gesungen, die Andachten gehalten. Geblieben ist der erneuerte Zauber des Ortes. Wer an einem lauen Sommerabend nicht Zerstreuung sucht, sondern sich selbst: Die Mariengrotte in der Fatimaschlucht in Künzell lädt herzlich dazu ein.

Text: Hermann Diel

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