Lebensweg + Kreuzweg

Zum Ersten Fastensonntag 2018 kehrt der Kreuzweg von Agnes Mann in neuem Glanz in unsere St. Antonius-Kirche zurück: restauriert, ergänzt um eine Station von Ingrid Moll-Horstmann und angebracht auf mit deutenden Tafeln versehenen Glasstelen von derselben Künstlerin, “komplettiert” sie den Kirchenraum und verbindet die ebenfalls von Frau Moll-Horstmann gestalteten Türen und das Altarbild. Hören Sie den Segnungs-Gottesdienst und lesen Sie die Ansprache von Pfarrer Liebig nach!

Predigt von Pfarrer Liebig


Download (PDF, 1.38MB)

Deutung zum Kreuzweg


Download (PDF, 3.36MB)

Vielen Dank für die Fotos an Christiana Fischer!

Erste Lesung: Genesis 9,8-15 – Gott sprach zu Noach und seinen Söhnen, die bei ihm waren: Hiermit schließe ich meinen Bund mit euch und mit euren Nachkommen und mit allen Lebewesen bei euch, mit den Vögeln, dem Vieh und allen Tieren des Feldes, mit allen Tieren der Erde, die mit euch aus der Arche gekommen sind. Ich habe meinen Bund mit euch geschlossen: Nie wieder sollen alle Wesen aus Fleisch vom Wasser der Flut ausgerottet werden; nie wieder soll eine Flut kommen und die Erde verderben. Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich stifte zwischen mir und euch und den lebendigen Wesen bei euch für alle kommenden Generationen: Meinen Bogen setze ich in die Wolken; er soll das Bundeszeichen sein zwischen mir und der Erde. Balle ich Wolken über der Erde zusammen und erscheint der Bogen in den Wolken, dann gedenke ich des Bundes, der besteht zwischen mir und euch und allen Lebewesen, allen Wesen aus Fleisch, und das Wasser wird nie wieder zur Flut werden, die alle Wesen aus Fleisch vernichtet.
Zweite Lesung: 1 Petrus 3,18-22 – Christus ist der Sünden wegen ein einziges Mal gestorben, er, der Gerechte, für die Ungerechten, um euch zu Gott hinzuführen; dem Fleisch nach wurde er getötet, dem Geist nach lebendig gemacht. So ist er auch zu den Geistern gegangen, die im Gefängnis waren, und hat ihnen gepredigt. Diese waren einst ungehorsam, als Gott in den Tagen Noachs geduldig wartete, während die Arche gebaut wurde; in ihr wurden nur wenige, nämlich acht Menschen, durch das Wasser gerettet. Dem entspricht die Taufe, die jetzt euch rettet. Sie dient nicht dazu, den Körper von Schmutz zu reinigen, sondern sie ist eine Bitte an Gott um ein reines Gewissen aufgrund der Auferstehung Jesu Christi, der in den Himmel gegangen ist; dort ist er zur Rechten Gottes, und Engel, Gewalten und Mächte sind ihm unterworfen.
Evangelium: Markus 1,12-15 – (In jener Zeit) trieb der Geist Jesus in die Wüste. Dort blieb Jesus vierzig Tage lang und wurde vom Satan in Versuchung geführt. Er lebte bei den wilden Tieren, und die Engel dienten ihm. Nachdem man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, ging Jesus nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!
Fastenhirtenbrief 2018 von Bischof Algermissen (Bistum FuldaZusammenfassung bei OsthessenNews)


Download (PDF, 271KB)

Heil suchen, Leben beten, handgreifliche Hilfe werden!

Klick/Bildquelle: Federzeichnung von Rembrandt (Wikipedia)
Zwei Dinge aus dem komplexen Evangeliumstext, so Pfarrer Liebig in seiner Predigt, seien für heute wichtig: So wie der Beginn des wunderbaren Wirkens Jesu die Menschen begeisterte, weil sie in den Heilungen Jesu erkannten, dass es jenseits von Krankheit und Besessenheit Heil gibt, genau so sollten wir heute unsere Sinne schärfen für das, was uns an Heil geschenkt ist. Auch der Rückzug Jesu zum Gebet könne Modellcharakter für uns haben, da meditative Stille, ein Raum jenseits des Turbulenten, nach wie vor für eine gesunde Gottesbeziehung wichtige Voraussetzung sei. – “Wir sind aufgerufen wie Jesus zu handeln: uns immer wieder zurückzuziehen, uns Zeit zu nehmen, Gott alles zu sagen was uns wichtig ist und in der Stille auf ihn zu hören. So können wir den Weg unseres Lebens erkennen und ihn gehen – egal wie dieser Weg konkret aussieht. Wenn wir Jesus echt begegnet sind gehört Eines immer dazu: Mit Worten und mit unserem Lebensstil werden wir anderen Menschen etwas von seiner Botschaft weitersagen.” (P. Josef Maria Böge OSB)…


Auch in der KinderKirche ging es um die Heilung der Schwiegermutter des Petrus – Schwerpunkt war dabei die Rolle der Hände in dieser Erzählung: Jesus bringt ihr konkrete Hilfe durch Anfassen, durch Berührung und handgreifliches Aufrichten. Das blinde Ertasten von Gegenständen und eine Art Vertrauenstraining sensibilisierten die Kinder für den Evangeliumstext und vermittelten ihnen, dass und wie auch sie ganz konkret und praktisch zur Hilfe für ihre Mitmenschen werden können…


Erste Lesung: Hiob 7,1-4.6f. – [Ijob ergriff das Wort und sprach:] Ist nicht Kriegsdienst des Menschen Leben auf der Erde? Sind nicht seine Tage die eines Tagelöhners? Wie ein Knecht ist er, der nach Schatten lechzt, wie ein Tagelöhner, der auf den Lohn wartet. So wurden Monde voll Enttäuschung mein Erbe, und Nächte voller Mühsal teilte man mir zu. Lege ich mich nieder, sage ich: Wann darf ich aufstehn? Wird es Abend, bin ich gesättigt mit Unrast, bis es dämmert. Schneller als das Weberschiffchen eilen meine Tage, der Faden geht aus, sie schwinden dahin. Denk daran, dass mein Leben nur ein Hauch ist. Nie mehr schaut mein Auge Glück.
Zweite Lesung: 1 Korinther 9,16-19.22-23 – Wenn ich das Evangelium verkünde, kann ich mich deswegen nicht rühmen; denn ein Zwang liegt auf mir. Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde! Wäre es mein freier Entschluss, so erhielte ich Lohn. Wenn es mir aber nicht freisteht, so ist es ein Auftrag, der mir anvertraut wurde. Was ist nun mein Lohn? Dass ich das Evangelium unentgeltlich verkünde und so auf mein Recht verzichte. Da ich also von niemand abhängig war, habe ich mich für alle zum Sklaven gemacht, um möglichst viele zu gewinnen. Den Schwachen wurde ich ein Schwacher, um die Schwachen zu gewinnen. Allen bin ich alles geworden, um auf jeden Fall einige zu retten. Alles aber tue ich um des Evangeliums willen, um an seiner Verheißung teilzuhaben.
Evangelium: Markus 1,29-39 – [In jener Zeit] ging Jesus zusammen mit Jakobus und Johannes in das Haus des Simon und Andreas. Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett. Sie sprachen mit Jesus über sie, und er ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf. Da wich das Fieber von ihr, und sie sorgte für sie. Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus. Die ganze Stadt war vor der Haustür versammelt, und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus. Und er verbot den Dämonen zu reden; denn sie wussten, wer er war. In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten. Simon und seine Begleiter eilten ihm nach, und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm: Alle suchen dich. Er antwortete: Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen. Und er zog durch ganz Galiläa, predigte in den Synagogen und trieb die Dämonen aus.

Lichtmess 2018: Durch den Horizont hindurchsehen

So eindrucksvoll die Atmosphäre der in warmes Kerzenlicht getauchten St. Antonius-Kirche auch sei, so Pfarrer Liebig in seiner Predigt zu Lichtmess 2018, so wichtig und dringlich sei es doch für Christinnen und Christen, durch den Horizont der Dinge hindurchzusehen – so wie es Hanna und Simeon im Evangeliumstext des Tages tun. Sie sehen auf das, was wirklich und entscheidend passiert und lassen sich nicht vom Äußeren gefangen halten. In diesem Sinne gelte es auch mit dem Symbol der Kerze umzugehen: Wärme und Helligkeit sehen und säen, dabei der Liebe Gottes mehr und mehr Raum geben – auch unter Beachtung des Herunterbrennens der eigenen Lebenskerze…

Erste Lesung: Maleachi 3,1-4 – [So spricht Gott, der Herr:] Seht, ich sende meinen Boten; er soll den Weg für mich bahnen. Dann kommt plötzlich zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht, und der Bote des Bundes, den ihr herbeiwünscht. Seht, er kommt!, spricht der Herr der Heere. Doch wer erträgt den Tag, an dem er kommt? Wer kann bestehen, wenn er erscheint? Denn er ist wie das Feuer im Schmelzofen und wie die Lauge im Waschtrog. Er setzt sich, um das Silber zu schmelzen und zu reinigen: Er reinigt die Söhne Levis, er läutert sie wie Gold und Silber. Dann werden sie dem Herrn die richtigen Opfer darbringen. Und dem Herrn wird das Opfer Judas und Jerusalems angenehm sein wie in den Tagen der Vorzeit, wie in längst vergangenen Jahren.
Zweite Lesung: Hebräer 2,11-12.13c-18 – Er, der heiligt, und sie, die geheiligt werden, stammen alle von Einem ab; darum scheut er sich nicht, sie Brüder zu nennen und zu sagen: Ich will deinen Namen meinen Brüdern verkünden, inmitten der Gemeinde dich preisen; und ferner: Seht, ich und die Kinder, die Gott mir geschenkt hat. Da nun die Kinder Menschen von Fleisch und Blut sind, hat auch er in gleicher Weise Fleisch und Blut angenommen, um durch seinen Tod den zu entmachten, der die Gewalt über den Tod hat, nämlich den Teufel, und um die zu befreien, die durch die Furcht vor dem Tod ihr Leben lang der Knechtschaft verfallen waren. Denn er nimmt sich keineswegs der Engel an, sondern der Nachkommen Abrahams nimmt er sich an. Darum musste er in allem seinen Brüdern gleich sein, um ein barmherziger und treuer Hoherpriester vor Gott zu sein und die Sünden des Volkes zu sühnen. Denn da er selbst in Versuchung geführt wurde und gelitten hat, kann er denen helfen, die in Versuchung geführt werden.
Evangelium: Lukas 2,22-40 – Es kam für die Eltern Jesu der Tag der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung. Sie brachten das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn zu weihen, gemäß dem Gesetz des Herrn, in dem es heißt: Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn geweiht sein. Auch wollten sie ihr Opfer darbringen, wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben. In Jerusalem lebte damals ein Mann namens Simeon. Er war gerecht und fromm und wartete auf die Rettung Israels, und der Heilige Geist ruhte auf ihm. Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden, er werde den Tod nicht schauen, ehe er den Messias des Herrn gesehen habe. Jetzt wurde er vom Geist in den Tempel geführt; und als die Eltern Jesus hereinbrachten, um zu erfüllen, was nach dem Gesetz üblich war, nahm Simeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten: Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel. Sein Vater und seine Mutter staunten über die Worte, die über Jesus gesagt wurden. Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird. Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden. Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen. Damals lebte auch eine Prophetin namens Hanna, eine Tochter Penuëls, aus dem Stamm Ascher. Sie war schon hochbetagt. Als junges Mädchen hatte sie geheiratet und sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt; nun war sie eine Witwe von vierundachtzig Jahren. Sie hielt sich ständig im Tempel auf und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten. In diesem Augenblick nun trat sie hinzu, pries Gott und sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten. Als seine Eltern alles getan hatten, was das Gesetz des Herrn vorschreibt, kehrten sie nach Galiläa in ihre Stadt Nazaret zurück. Das Kind wuchs heran und wurde kräftig; Gott erfüllte es mit Weisheit, und seine Gnade ruhte auf ihm.