St. Antonius in der Ewigen Stadt

Am 18.05.2007 um 6:30 h bestieg eine Gruppe von 49 Pilgern den Bus, der sie nach Rom bringen sollte. Nach einem Tagespensum von ca. 735 km erreichten wir am späten Nachmittag Rovereto, welches auf Höhe des Gardasee-Nordufers liegt. Nach einem Stadtrundgang gab es in dem sehr schönen Hotel ein gutes Abendessen und die meisten Teilnehmer nutzten den Rest des Abends, um sich noch ein wenig die Füße zu vertreten und bei einem guten Glas Wein das italienische Flair zu genießen.

Nach dem Frühstück setzten wir die Fahrt gen Rom via Modena, Bologna und Florenz fort. Am Frühen Abend kamen wir dann am Kirchenhaus Piccole Ancelle di Cristo Re an, das nur wenige Fahrminuten vom Vatikan entfernt, an der Via Aurelia liegt. Nach dem Abendessen unternahmen viele den ersten Ausflug in die Ewige Stadt. Es bildeten sich mehrere Gruppen, die entweder mit dem Bus in die Innenstadt fuhren, um die Fontana di Trevi zu sehen, während andere zu Fuß zum Vatikan und der Engelsburg aufbrachen.

Am Sonntag, dem 20.05. begann nach dem Frühstück das Besichtigungsprogramm mit einer örtlichen Führung in Rom. Der Bus brachte uns zu unserem ersten Ziel, dem Kolosseum (Bild 1; Bild 2). Von dort gingen wir über das Forum Romanum, wo es viele „alte Steine“ zu sehen gab, zum Kapitol (Bild 1, Bild 2). Von dort setzten wir unseren Weg durch die Straßen Roms zum Pantheon an der Piazza della Rotunda fort. Anschließend feierten wir in Santa Maria Maggiore auf dem Esquilin-Hügel, (die größte der 80 Marienkirchen Roms, sowohl eine der vier Patriarchal-Basiliken, als auch eine der sieben Pilgerkirchen) einen gemeinsamen Gottesdienst. Nach dem Abendessen brachen wieder viele, nun schon etwas mutiger geworden, auf, um Rom auf eigene Faust zu erkunden.

Am Montag ging es weiter mit den Vatikanischen Gärten (Bild 1, Bild 2), die einen großen Teil der Vatikanstadt einnehmen und hinter der Peterskirche und dem Palast eine Reihe von Zweckbauten, Kirchen, Verwaltungsgebäuden, Türmen, Brunnen, den Sitz der päpstlichen Akademie der Wissenschaften und ein Kaffeehaus umschließen. Leider war der Campo Santo Teutonico (Deutscher Friedhof) schon geschlossen, als wir dort ankamen. Da wieder einmal prominenter Besuch zugegen war, wurde uns leider der direkte Zugang zum Petersdom verwehrt, so dass wir uns in die Schlange der Dom-Besucher einreihen und die Sicherheitsüberprüfung noch einmal über uns ergehen lassen mussten. Entschädigt wurden wir durch den Eindruck, den dieses mächtige Bauwerk mit seinen unglaublichen Ausmaßen hinterlässt: 186 m Länge, 46 m Höhe im Hauptschiff, 119 m Höhe in der Kuppel, die von 4 Pfeilern mit je 24 m Durchmesser getragen wird und 71 m durchmisst. Anschließend fuhren wir zu den Katakomben der Domitilla, wo uns eine interessante Führung erwartete. Auch hier wurde unter der Erde ein sehr eindrucksvoller Gottesdienst gefeiert. Nun stand eine Fahrt in die Albaner Berge mit Einkehr in der Cantina Comantini in Frascati, dem Hauptort der Castelli Romani, auf dem Programm. Den Abschluss des Tages bildete ein Besuch in Castel Gandolfo, der Sommerresidenz des Papstes.

Der Dienstag begann mit der Basilika San Giovanni in Laterano, die bis heute die Bischofskirche der Päpste ist, welche ja auch Bischof von Rom sind. Die Inschrift an der Hauptfassade weist dieser Kirche den Anspruch zu, „Mutter und Haupt aller Kirchen der Stadt und des Erdkreises“ zu sein. Weiter ging es zur Kirche St. Paul vor den Mauern, in der sich die Porträtmedaillons aller Päpste, von Petrus bis heute, befinden. Der Nachmittag stand zur freien Verfügung und der Bus setzte uns dazu bei Santa Maria Maggiore ab, weil diese zentral gelegen ist und einige Teilnehmer einen etwas intensiveren Rundgang durch diese Kirche unternehmen wollten. Hier löste sich die Gruppe und es bildeten sich mehrere Trupps, welche die unterschiedlichsten Ziele ansteuerten. Um 17:00 Uhr war ein Treffen mit Erzbischof Cordes, dem Präsidenten des päpstlichen Sozialwerkes, vorgesehen. Leider war dieser erkrankt und schickte einen Vertreter, welcher sich Fragen aller Art stellte und diese zu beantworten suchte. Viele ließen es sich auch an diesem Tag nicht nehmen, den Weg zur Unterkunft zu Fuß zurückzulegen. Nach diesem sehr anstrengenden Tag war die Gruppe der Unternehmungslustigen doch etwas geschrumpft, aber es gab ja noch so viel zu sehen.

Mittwochs findet auf dem Petersplatz die päpstliche Generalaudienz statt, zu der auch wir angemeldet waren. So luden wir nach dem Frühstück unsere Koffer ein, denn nach der Audienz sollte es ja Richtung Assisi gehen. Der Bus brachte uns zum Petersplatz, wo wir auf den Einlass warteten. Es war sehr heiß an diesem Tag und der Eine oder Andere Regenschirm wurde zweckentfremdet. Welche Erlösung, als endlich Unruhe entstand, weil auf den Großleinwänden die ersten Bilder des Heiligen Vaters zu sehen waren. Dann fuhr er in seinem weißen Landrover über den Platz und begrüßte die etwa 20.000 Besucher. Alle gemeldeten Gruppen wurden in ihrer Landessprache begrüßt und es wurden eine Lesung aus der Hl. Schrift und eine kurze Predigt in den Hauptsprachen unserer Erde gelesen. Nach dem Apostolischen Segen löste sich die Menge auf und alle strömten zu ihren Bussen. Wir fuhren, wie schon oben bemerkt, nach Santa Maria Degli Angeli, einem Stadtteil von Assisi. Dort besichtigten wir die gleichnamige Basilika mit der Portiunkula-Kapelle und der Sterbezelle des Hl. Franziskus und feierten auch dort wieder einen gemeinsamen Gottesdienst. Anschließend war noch Zeit, sich diese Kirche und den Rosengarten anzuschauen, bevor wir unser wiederum sehr gutes Hotel bezogen. Am nächsten Morgen wurden wieder die Koffer verladen und dann machten wir uns auf zur Besichtigung Assisis. Zuerst besuchten wir mit unserem sehr guten örtlichen Führer die Kirche San Damiano, wo sich, mehr als irgendwo sonst, die poetische und mystische Lebensgeschichte des Hl. Franziskus vereinigt. Hier vernahm er im Jahre 1205 die Stimme, die ihn vom Kruzifix herab aufforderte: „Geh, Francesco und baue meine Kirche wieder auf“. Anschließend gingen wir zur berühmten Basilika mit den sterblichen Überresten des Heiligen und einem der großartigsten Freskenzyklen der italienischen Malerei. Fast 200 Jahre lang waren hier einige der bedeutendsten italienischen Künstler zu Ehren des Hl Franziskus tätig. Und weiter ging die Fahrt Richtung Heimat. Nach einer weiteren, sehr schönen, Zwischenübernachtung in Cannobio am Lago Maggiore erreichten wir am nächsten Tag Einsiedeln. Nach dem Mittagessen fand eine Klosterführung mit abschließendem Gottesdienst in der Gnadenkapelle statt. Schweren Herzens machten wir uns nun auf die letzte Etappe unserer Heimreise. Es war, wie man von allen Teilnehmern hören konnte, eine sehr schöne Reise, die tiefe Eindrücke hinterlassen hat und auch sehr viel Gelegenheit zu Geselligkeit und angeregten Gesprächen gab. Großen Anteil daran hatte Hr. Pfarrer Liebig, der unter anderem die Aufgabe des Reiseleiters übernommen hatte und die wunderschönen Gottesdienste hielt, wofür ihm der Dank aller gebührt. Ein besonderes „Danke schön“ geht auch an unserem Busfahrer Peter Erhardt, der uns souverän und sicher nach Rom und wieder nach Hause gebracht und durch sein reichhaltiges Angebot an Speisen und Getränken an Bord sehr viel Zeit gespart hat.

Anzumerken bleibt nur, dass Rom immer mindestens eine weitere Reise wert ist.

Sie können die im Text verlinkten Bilder hier als Diashow genießen!

Fotos: Christiana Fischer