Anschreiben 02/08

Liebe Pfarrgemeinde!

Durch die Wüste gehen – 40 Tage Wüstenerfahrung – davon hören wir am 1. Fastensonntag im Evangelium. Das ist ein Weg, der ein ‚Passionsweg’ ein ‚Leidensweg’ sein kann. Es ist aber ein Weg, der uns zu uns und zu unserem Gott führen will. Vierzig Tage können wir das ‚Weitergehen’ einüben. Wir können den Weg vom Ich zur Ich-Befreiung einschlagen.

Lassen Sie uns diese 40 Tage nutzen, um leer zu werden in einer Welt, die einem alles bietet. – Abschalten lernen in einer Welt voller Vergnügungen. – Sich Begrenzen in einer Welt ohne Grenzen. – Einfach Loslassen lernen.

Doch erkennen wir: nur, was ich habe, kann ich loslassen. Deshalb muss ich den Weg zu mir antreten, in mein Inneres. Und wenn ich Gott finden will, darf ich dann nicht bei mir stehen bleiben. Der Weg geht weiter. Der Weg geht tiefer. In mich hinein. Durch mich hindurch. Gott fordert keine Erfolge, aber er verlangt, dass wir uns nicht schonen, dass wir unser Bestes geben. Das ist das Ziel dieser 40 Tage der Wüstenerfahrung.

So wünsche ich uns allen eine tiefe Wüstenerfahrung in diesen Wochen auf Ostern hin. Ich wünsche uns allen eine gnadenreiche Fastenzeit!

Ihr Pfarrer Rudolf Liebig