Maria am Tresen

Am Sonntag, den 25. Mai, wollte die Pfarrgemeinde eigentlich am Muttergottesbildstock in Keulos Gottesdienst feiern. Doch Regenwolken trieben die Gemeinde aus der Flur hinein ins Dorfgemeinschaftshaus – und sorgten so für einen stimmungsvollen Gottesdienst besonderer Art.

Die freiwillige Feuerwehr hatte ihrem Ruf als Retter in der Not Rechnung getragen und im Handumdrehen das Bürgerhaus zum Kirchraum umgebaut. Pfarrer Rudolf Liebig zog mit 15 Messdienern ein, am Altar waren bereits die zwei Dutzend Musiker der Musikvereins St. Antonius versammelt. Dazu kamen weit über 100 Gemeindemitglieder zum Gottesdienst. Die Gläubigen standen in den Flur bis nach draußen und selbst am und hinter dem Tresen. So wurde zum Beginn „o Maria Hilf“ auch über den Zapfhahn hinweg angestimmt.

„Bete Dein Leben“, rief Pfarrer Liebig der Gemeinde gleich zu Beginn der Messe zu, die eigentlich als eher romantischer Natur-Gottesdienst am Bildstock geplant war. Nun aber wurde im Haus gebetet. Im Saal werden sonst Feste gefeiert, die politische Gemeinde informiert über neue Umgehungsstraßen und nebenan steht normal die Feuerwehrausrüstung für den Notfall bereit. „Bete Dein Leben“ – für diese Losung war der Ort also bestens für den Gottesdienst geeignet. Und: Die Gemeinde ist zusammen gerückt. Gekommen waren nicht nur Katholiken aus Keulos, auch viele Künzeller waren bei der Feier dabei. Gekommen waren sie für ein religiöses Erlebnis in der Natur, erlebt haben sie einen Gottesdienst im richtigen Leben.

Text: Hermann Diel
Bilder: Christiana Fischer