Pfarrfest: Antoniusbrot hilft Menschen in Not

Am 14. und 15 Juni 2008 feierten wir, die Kirchengemeinde St. Antonius Künzell/Keulos, unser traditionelles Pfarrfest, das in diesem Jahr ganz im Sinne unseres Kirchenpatrons stehen sollte. Zum Gedenken an den Todestag des redegewandten Franziskaners Antonius von Padua am 13. Juni 1231, stellte ihn uns Pater Claudius Groß OFM aus Fulda im Rahmen des Festgottesdienstes als Mann der klaren Worte vor.

Die feierliche Vorabendmesse am Samstag zelebrierte Herr Pfarrer Liebig mit unserem ehemaligen Diakon, Kaplan Florian Böth. In der Predigt wurde uns vor Augen geführt, mit welchem Engagement sich Antonius damals bei den Reichen und Mächtigen für die Armen und Unterdrückten einsetzte.

Ihn bewegten die Sorgen und Nöte seiner Mitmenschen und er scheute sich nicht, Unrecht offen beim Namen zu nennen. Antonius hatte „die Hand am Puls der Zeit und das Ohr am Herzen Gottes“, wie Herr Pfarrer Liebig so treffend formulierte. Als sehr authentischem Prediger gelang es Antonius
tausende Zuhörer mit der christlichen Botschaft zu erreichen.

Zum Abschluss der Messe wurde uns der Segen des Heiligen durch Auflegung der Antonius-Reliquie zuteil. Auf die Idee der KAB hin, bot diese vom Rhönklub selbstgebackenes Antoniusbrot zum Verkauf an. Den Teig dazu hatte die Bäckerei Peter Heil gespendet. Dem Beispiel des armen Bettelmönches folgend, stillt der Erlös dieses Brots – damals wie heute – Menschennot.

Die Künzeller Beigeordnete Meta Mehler eröffnete als Vertreterin des Bürgermeisters mit einigen humorigen Versen und einem zünftigen Fassanstich den geselligen Teil. Tatkräftige männliche Unterstützung fand Sie dabei in Pfarrer Rudolf Liebig und Ortsvorsteher Toni Roth. Mit musikalischen Klängen des Musikverein St. Antonius saß man in froher Runde bei Bier, Wein und Cocktails zusammen und genoss die Gemeinschaft miteinander. Auch Kaplan Florian Böth ließ es sich nicht nehmen „alte“ Kontakte mit seiner ehemaligen Gemeinde zu pflegen und war zu diesem besonderen Anlass aus Baunatal vorbeigekommen.


 

Der heiligen Messe am Sonntag, die durch den Chor St. Pius/St. Antonius und das Akkordeonorchester Fulda einen sehr feierlichen Rahmen erhielt, folgte ein gemütlicher Frühschoppen. Herzhafte Köstlichkeiten, selbst gemachte Salate und leckere Kuchen mit Kaffee aus fairem Handel sorgten für wahre kulinarische Gaumenfreuden. Ein buntes, phantasievolles Programm bot jung und alt gute Unterhaltung unter freiem Himmel. Ein paar Regentropfen ließen uns einfach ein wenig näher zusammenrücken. Ein liebevoll inszeniertes Kasperletheater brachte den Kleinsten sehr viel Spaß, und mit den Kindergärten St. Michael, Wolkenland und Gänseblümchen waren Biene Maja, Häschen und sogar Piraten zu Gast. Die Kindertanzgruppe des Rhönklubs und der Tanzkreis der KFD-Frauen gaben mit ihren folkloristischen Tänzen ein Stelldichein. Auch die Lollipops des GVK sorgten mit flotten Rhythmen für ausgelassene Stimmung. Richtig professionell wurde es durch den Auftritt der drei Gruppen der TSG Künzell – die Turniergruppe hatte immerhin gerade erst bei der Europameisterschaft getanzt und in der Deutschen Meisterschaft den 3. Platz errungen. Für jene, die zwischendurch ein wenig Beschaulichkeit suchten, lud das Büchereiteam mit einem Bilderbuchkino zum Kuscheln und Träumen ein. Ein Quiz über die Gemeinde und den Heiligen Antonius lockte mit reizvollen Gewinnen. Großzügig stellten Gewerbetreibende und Privatleute aus der Region rund 600 Preise für die Tombola zur Verfügung. Die Tankstelle Willi Hahner zum Beispiel spendierte eine Ballonfahrt über die lichten Höhen des Fuldaer Landes. An dieser Stelle Ihnen allen ein herzliches „Vergelt´s Gott“.


 


 

Durch die Kreativität und den tatkräftigen Einsatz vieler fleißiger Helfer verbrachten wir gemeinsam ein paar unbeschwerte, frohe Stunden. Bleibt zu wünschen, dass wir uns als Christen im Alltag mit der gleichen Kreativität und Einsatzbereitschaft um jene Menschen bemühen, die auf der Schattenseite des Lebens stehen. Sollte es uns gelingen, der christlichen Botschaft in der Welt Gehör zu verschaffen und den am Rande Stehenden einen Platz in unserer Gesellschaft einzuräumen, dann folgen wir unserem Kirchenpatron einen Schritt auf seinem Weg – und ein kleines Pfarrfest könnte zum großen Fest des Glaubens werden.

Von Katja Schmidt / Collagen von Christiana Fischer