Messdienertag: Großer Spaß am Dienst des Herrn

 
Fünf Dutzend Messdiener aus dem Pastoralverbund gestalteten einen tollen Tag in Künzell – (Bericht von Hermann Diel)

„Verneigt Euch. Schließt die Augen. Vergesst den Stress.“ Seltsame Anweisungen, und der „Meister“ sieht auch seltsam aus. Er trägt kein Messgewand, sondern eine Art Bademantel und dazu einen farbigen Gürtel. Im Keller des Thomas-Morus-Hauses üben die Ministrantinnen und Ministranten an diesem Samstag auch nicht, wie der Kelch ordentlich getragen oder das Weihrauchfass geschwenkt wird. Ein Messdiener ist vielseitig, und so steht heute auch Jiu-Jitsu auf dem Programm.

Dieses Programm aber ist reichhaltig, und alle Kinder und Jugendlichen können drei oder vier Angebote besuchen. Zwischendurch gibt es Stärkungen, flink umwieselt von Hildegard Lubnow. Ein Kurs erklärt zum Beispiel die Kirchenorgel. Wobei die Liedanzeige offenbar spannender ist als Register und Wohlklang: Jeder darf mal wählen, und die Liedanzeige wechselt schneller als die Zeiten-Anzeige bei Olympia in Peking. Die Kinder drücken aber auch mit Lust die Tasten, möglichst viele auf einmal. Auf dem Weg zurück ins Thomas-Morus-Haus tönt es aus der Kirche voll und laut und falsch; aus einem offenen Fenster des Jugendheims weht der Wind zarte Mädchenstimmen herüber: Harmonisch, leise und christlich-mutmachend: „Wagt Euch auf zu neuen Ufern.“ Vor der Garage lodert ein Feuer, ein Brenneisen glüht. Damit brennen die Kinder ein Kreuz in Holzbrettchen. Im großen Saal wird ein Biblio-Kurz-Drama geübt, eine moderne Übersetzung des Tages-Evangeliums: Petrus geht über das Wasser, bis ihn Zweifel plagen und er versinkt. Und im ganzen Haus wird gebastelt: Monotopien werden gemalt, Trommel und Tanz-Puschen gebaut – und vier große Kerzen: Aus vier Pfarreien sind die Messdiener nach Künzell gekommen, aus Pilgerzell, Bachrain, St. Pius und Künzell selbst. In jede Pfarrei haben sie inzwischen eine dieser Kerzen mitgenommen.

Der erste Messdienertag im Pastoralverbund Florenberg-Ziehers Süd fand seinen Abschluss in einem ereignisreichen Gottesdienst: Pfarrer Rudolf Liebig und Pfarrer Jürgen Klein zelebrierten gemeinsam. Die Kerzen und die selbst gebrannten Holzbrettchen wurden gesegnet. Sie hängen heute in manchem Messdienerzimmer über dem Bett, Erinnerung an einen großen Tag, der unter dem Motto stand „zusammen, nicht einsam, alle gemeinsam.“

Der Tag wird auch an einen großen Freund der jungen Leute im Pfarrverbund erinnern, an den Gemeindereferenten Michael Elström-Heß. Obwohl bereits offiziell in der Rhön im Dienst, hat Elström den Tag nicht nur organisiert, sondern auch federführend mitgestaltet. So bekommt auch das Lied eine neue Bedeutung, das die Singgruppe für den Gottesdienst einstudiert hatte: „Wagt Euch auf zu neuen Ufern.“