Anschreiben 09/08

Liebe Pfarrgemeinde!

Engel sind ‚in’. Engel werden heute wieder modern. Überall begegnen uns Engelsfiguren, Bücher über Engel … Nachdem sie jahrzehntelang eher ein bescheidenes Dasein fristeten, feiern sie heute fröhliche Urstände. In der Bibel sind Engel ‚Boten Gottes’. Und der Monat September ist ihnen mit den Heiligenfesten der Erzengel am 29. September gewidmet. Sie zeigen Gottes helfende und heilende Hand. Es ist nicht immer klar, ob sie selbstständige Wesen sind oder nur Bilder für Gottes liebende und tröstende Gegenwart. Sicher ist dies: Engel sind Botschafter einer anderen, tieferen Wirklichkeit für die Menschen. Die Vorstellungen, die wir mit ihnen verbinden, sind kostbare Bilder, Imaginationen einer Sehnsucht nach einer anderen Welt der Geborgenheit und Leichtigkeit, der Schönheit und Hoffnung. Das gehört zur tieferen Wahrheit der Engel: Sie zeigen, dass unser Leben ‚mehr’ ist, dass es auf anderes verweist. Engel sind Bilder der tiefen, bleibenden Sehnsucht nach Hilfe und Heilung, die nicht aus uns selber kommen kann. Dass sie heute wieder ‚ankommen’, ist Ausdruck einer Hoffnung, dass unser Leben wirklich nicht ins Leere läuft, dass es glücken kann, dass wir ankommen an unserem eigentlichen Ziel – bei Gott. Engel bringen uns in Verbindung mit einer tiefen Sehnsucht, die in einem jeden von uns steckt. Wir spüren, da wird uns ein anderes, ein größeres Leben eingehaucht.

Und letztlich wissen wir: ‚Gott sendet uns einen Engel, der uns schützt’. Viele haben das Bild vom Schutzengel abgetan, aber wenn sie mit dem Auto unterwegs sind und glücklich einem Unfall entrinnen, dann glauben sie doch, dass sie einen ‚guten Schutzengel’ hatten. Eines ist wesentlich: Wir glauben daran Engel sind Wegbegleiter, sie zeigen uns den Weg, wie einst der Engel Raphael den jungen Tobias sicher ans Ziel geleitet hat. So wünsche ich uns stets – und das nicht nur im September – einen guten Engel als Wegbegleiter auf unserem Lebensweg.

Ihr Pfarrer Rudolf Liebig