Vorstellung: Eva-Maria Konsek

Liebe Gemeinde von St. Antonius!

Vor drei Wochen habe ich den Dienst in Ihrer Gemeinde angetreten und ich bin gut angekommen.

Gern will ich Ihnen etwas über meine Person verraten, damit Sie wissen, mit wem Sie es zu tun haben. Von Beruf bin ich Gemeindereferentin und Diplomsoziologin und war 25 Jahren im Schuldienst. Ich bin verheiratet und Mutter von drei Kindern im Alter von 13, 15 und 17 Jahren. Der Schuldienst bietet für eine Frau, die Beruf und Familie im Leben verknüpfen will, die günstigeren Dienstzeiten. Aber nun wage ich es, in meinen geliebten alten Beruf zurückzukehren. Schulseelsorge war mir bislang ein wichtiges Anliegen.

In der Pfarrgemeinde St. Antonius widme ich mich zusammen mit anderen Mitarbeitern der Messdienerarbeit. Darüber hinaus hat man mir Bereiche anvertraut, die auch auf die Pastoralverbundsebene reichen, so die Firmpastoral und die Jugendarbeit im Pastoralverbund. Ich freue mich, mitwirken zu können in diesem spannenden Prozess des Zusammenwachsens. An der Don-Bosco-Schule unterrichte ich eine 9. Hauptschulklasse.

Mein erster Eindruck hat sich bestätigt, Künzell hat ein breit gefächertes Gemeindeleben. Viele interessierte, gut gelaunte Menschen, groß und klein, sind mir bislang begegnet. Mit den engagierten Ministrantengruppenleitern und Firmkatecheten wird es eine gute Zusammenarbeit werden. Ich sehe viel Arbeit vor mir und packe sie gern an.

Dem Team meiner pastoralen Mitarbeiter sei an dieser Stelle ein Dank gesagt für die offene und herzliche Aufnahme.

Zu meiner täglichen Anreise aus dem 30km entfernt liegenden Hilders kann ich nur sagen, die Reise lohnt sich.

Ich freue mich auf die Begegnung mit Ihnen.
Eva-Maria Konsek


Frau Konsek hat für unsere Gemeindehomepage 10 Fragen beantwortet – vielleicht haben Sie ja Lust, bei der einen oder anderen Antwort im Gespräch mit ihr anzuknüpfen?

1. Was darf unsere Gemeinde von Ihnen in geistlicher Hinsicht erwarten? – Zunächst einmal möchte ich sagen, dass ich aus der Quelle des Glaubens lebe. Auch in der Zeit meiner Unterrichtstätigkeit in der Schule habe ich immer gedacht, ich brauche den Dienst nicht anzutreten wenn ich nicht vorher gebetet habe. In meinen Arbeitsfeldern werden geistliche Impulse ein selbstverständlicher Bestandteil sein.

2. Was wünschen Sie sich von den Menschen unserer Gemeinde? – Über Wünsche, die ich an die Gemeinde richten könnte, habe ich noch nicht nachgedacht. Mir ist bislang von den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen viel Offenheit und Engagement entgegen gebracht worden, – Engagement, von dem man spürt, dass es seine Wurzeln im Leben aus dem Glauben hat. Das Gleiche gilt für die Hauptamtlichen “meines” Pastoralteams. Ganz herzlichen Dank allen für diese Begegnungen.

3. Wie würden Sie einem Menschen von Gott erzählen, der noch nie etwas von ihm gehört hat? – In meinem Leben bin ich schon oft Menschen begegnet, die der Glaube noch nie persönlich getroffen hat. Insbesondere in meinem Soziologiestudium in Berlin bin ich von Mitstudenten angefragt worden, wie ich denn eine solche “Illusion” (den christlichen Glauben) zum Beruf machen könnte. Ich habe erlebt, dass man Kirchenkritik selbstkritisch und argumentativ begegnen muss. Das Entscheidende ist jedoch vom eigenen Leben zu erzählen. Es ist nicht einfach, verständlich zu machen, dass diese Beziehung zu Gott eine mindest ebenso wichtige ist wie die tragenden menschlichen Beziehungen zu Familie und Freunden. Wenn mir entgegnet wurde “dann brauchst du Gott”, fiel es mir schwer deutlich zu machen, dass meine Beziehung zu Gott mir nicht nur gut tut (“Psychohygiene”), sondern von mir gewollt unverzichtbar der tragende Grund meines Lebens ist.

4. Welche Befürchtungen und Hoffnungen verbinden Sie mit dem Pastoralen Prozess? – Der pastorale Prozess erscheint mir als ein “zartes Pflänzchen”, und ich freue mich an diesem Prozess mitwirken zu können. Notsituationen und Umbrüche waren schon oft in der Geschichte der Kirche Gelegenheit zum Aufbruch. Begreifen wir dies als eine Gelegenheit neue Kräfte einzubinden, mehr Bewusstsein zu prägen für gemeinsame Verantwortung und den Blick “über den Kirchturm hinaus”.

5. Welche Bedeutung hat “Ökumene” für Sie persönlich und für Ihr Wirken in unserer Gemeinde? – Gebürtig komme ich aus der Diaspora (Kassel) und hatte auch evangelische Großeltern. So bin ich groß geworden mit dem Respekt voreinander, aber auch der Erkenntnis, dass es in allen Kirchen überzeugte Christen gibt und solche, die, aus welchen Gründen auch immer, Fernstehende sind. Für meine Arbeit hier sehe ich ökumenische Perspektiven in den mir zugewiesenen Arbeitsfeldern Jugendarbeit und Schulpastoral. Nach erst drei Wochen in St. Antonius sei es mir verziehen, dass sich mein Blick bislang auf die Gemeinde und den Pastoralverbund richtet.

6. Was halten Ihre Kinder von Ihrem neuen Wirkfeld? – Meine Familie freut sich mit mir, dass ich gern meiner neuen Aufgabe nachgehe. Von meinen Kindern ist jetzt durchaus etwas mehr Selbständigkeit gefordert als bisher, doch bisher klappt es ganz gut. Mir selbst ist es wichtig meine Zeit so zu gestalten, dass es bestimmte Zeiten gibt, in denen ich für sie da bin, damit ich ein fester Gesprächspartner meiner Kinder bleibe.

7. Schildern Sie knapp Ihre Gedanken zu folgenden drei Personen: Papst Benedikt XVI., Erzbischof Dyba, Hans Küng. – Meine Liebe zur Kirche ist grundsätzlich unabhängig von amtierenden Päpsten und Bischöfen. Mit der Wahl von Papst Benedikt XVI. hat der Heilige Geist vielleicht die Förderung des ökumenischen Dialoges mit der Ostkirche und das Engagement der Kirchen im Prozess des Zusammenwachsen Europas im Sinn gehabt. Erzbischof Dyba habe ich eher aus der Ferne erlebt (von 1980-1996 habe ich in Berlin gelebt). Die theologischen Werke von Hans Küng habe ich wertschätzend gelesen und u.a. wesentlich in meiner pastoralen Abschlussarbeit verwendet.

8. Was würden Sie in unserer Pfarrkirche spontan optisch verändern wollen, wenn sich Ihnen die Möglichkeit bietet? – Wenn ich irgendwo ankomme, schaue ich zuerst was mir gefällt. In dieser breit angelegten Kirche versammelt sich wirklich das Volk um den Tisch des Herrn und zum Hören des Wortes. Der Altarraum bietet Raum zur Gestaltung in der Liturgie. Das neue Altarbild ist nicht nur ein bunter Farbklecks in dieser ansonsten eher grauen Kirche. Die Zahlensymbolik erfasst viele Kernstücke unseres Glaubens.

9. Wie beurteilen Sie als Schulseelsorgerin die Umbrüche im deutschen Bildungswesen? – Als Mitarbeiterin in der Schulseelsorge sehe ich viele Möglichkeiten des Engagements, die unabhängig sind von den Veränderungen des deutschen Bildungssystems: ökumenische Wortgottesdienste zu diversen Anlässen, Adventmeditationen, Orientierungstage …..

10. Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, wären das…? – Die Not verlassener uns ausgebeuteter Kinder geht mir sehr zu Herzen (eine utopisch erscheinende tägliche Fürbitte). – Als Mutter von drei Kindern ist es meine Lebensaufgabe diese drei zu lebenstüchtigen, frohen Menschen zu erziehen und alles zu tun, damit sie die Verwurzelung in Gott ernst nehmen – Aktuell wünsche ich diesem Pastoralverbund Phantasie, Klugheit und freudiges Engagement vieler Mitarbeiter im Prozess des Zusammenwachsens.


Wir danken Frau Konsek herzlich für Ihre Zeit und Mühe und wünschen ihr für die Begegnung mit neuen Herausforderungen alles Gute und Gottes reichen Segen!