Anschreiben 10/08

Liebe Pfarrgemeinde!

Im Jahre 1891 ist der Monat Oktober als ‚Rosenkranzmonat’ von Papst Leo XIII. eingeführt worden. Er ordnete in seiner Enzyklika ‚Octobri mense’ an, dass in allen Pfarrkirchen im Oktober täglich der Rosenkranz zu beten sei. Insgesamt hat Papst Leo XIII., der von 1878 bis 1903 regierte, nicht weniger als 16 Enzykliken bzw. Apostolische Schreiben über den Rosenkranz veröffentlicht.

Im Grunde hat er mit der täglichen Verpflichtung zum Rosenkranzgebet eine Art Tageszeitengebet für die Pfarrgemeinde eingeführt. Denn der Rosenkranz ist im gewissen Sinne eine ‚Ersatzform’ für das Stundengebet, das zu einer Sache der Ordensleute, Diakone und Priester geworden war, als das Volk die lateinische Sprache nicht mehr verstand.

Wie es 150 Psalmen gibt, hat der Rosenkranz 3 x 50 ‚Gegrüßet seist du, Maria’. Wie beim gemeinschaftlichen Stundengebet der Beter in der Regel nicht jedes einzelne Wort erfasst, sondern eher auf dem Klangteppich der Psalmen beim einen oder anderen Gedanken verweilt, so ist auch der Rhythmus des Rosenkranzes ein Medium der Sammlung und Konzentration auf einen bestimmten Inhalt des Glaubens.

So kann für uns der Rosenkranzmonat ein Anstoß sein, in der Gemeinde diese traditionelle Form neu zu entdecken.

Wir laden Sie deshalb ganz herzlich zum Rosenkranzgebet jeweils mittwochs um 18.00 Uhr oder auch vor den Gottesdiensten ein. Nutzen Sie diese Zeit der Stille für sich und ihren persönlichen Weg.

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Monat Oktober.

Ihr Pfarrer Rudolf Liebig