Anschreiben 04/2009

Liebe Pfarrgemeinde!

Gründonnerstag – Karfreitag – Ostern. Das werden wir in den nächsten Tagen wieder miteinander feiern. – Jesus wäscht seinen Jüngern die Füße. – Sie waren schmutzig von Verrat, Verleugnung, Eifersucht. Jesus hat nicht die Elite-Truppe um sich versammelt, sondern Menschen, Menschen, wie dich und mich. Menschen, manchmal mit schmutzigen Füßen, manchmal mit schmutzigen Herzen. – Und doch kniet er vor ihnen nieder, macht sich klein, wäscht ihnen die Füße, nimmt den Schmutz mit einer zärtlichen Geste weg – weil er uns unendlich liebt. Er nimmt den Schmutz weg, der uns am Leben hindert.

Und er geht sogar noch einen Schritt weiter. Die Fußwaschung ist nur die Vorbereitung zum Pascha-Mahl. Aus dem äußeren Tun wird ein ganzheitliches. Er gibt sich ganz. ‚Das ist mein Leib – das ist mein Blut!’ – das ist Eucharistie. Das eine ist das äußere Zeichen, das andere das innere. Und mehr noch: Jesus Christus nimmt selbst am Karfreitag den Tod auf sich, um uns in unseren Toden, die wir alltäglich sterben, nahe zu sein. Und dann glimmt im Osten das fahle Licht des Ostermorgens auf, langsam lösen sich Dunkel und Licht, Nacht und Tag voneinander und wollen uns sagen, dass der Tod nicht das letzte Wort hat. Denn das letzte Wort hat immer Gott – und damit die Liebe.

Diese drei österlichen Tage, die wir bald wieder miteinander feiern sind nicht nur nette Feste, an denen wir vier Tage frei haben, mit Ostereiersuchen. – Diese Tage sind vielmehr eine Zusage, dass Gott selbst all unsere Wege mit uns geht. Er nimmt uns mit in den neuen Morgen, in das Licht der Osterfreude.

Diese Osterfreude wünsche ich Ihnen ganz persönlich und all unseren Familien.

Ihr Pfarrer
Rudolf Liebig