Katholikenrat entrüstet über Klonfleisch

Fulda, Hanau, Marburg, Kassel (mz) Klonforschung wurde in der Vergangenheit damit begründet, dass es dem gesundheitlichem Fortschritt und größeren Heilungschancen menschlicher Erkrankungen diene. Mit der kürzlichen Entscheidung der EU-Agrarminister, Produkte von Klontieren zum Verzehr zu genehmigen, geht das Thema nach Einschätzung des Fuldaer Katholikenrates in eine neue Runde. In einer Stellungnahme fordert der Fuldaer Katholikenratsvorsitzende Richard Pfeifer, das EU-Parlament dürfe den Beschluss der EU-Agrarminister nicht bestätigen. Er appellierte an die Bundesregierung, auch wegen der breiten Ablehnung in der Bevölkerung, alles zu unternehmen die Umsetzung des kritisierten Beschlusses zu verhindern.

Das Klonen von Tieren zum Verzehr ist ein weiterer extremer Schritt, tierische Lebensmittel industriell herzustellen. Damit wird die Aufzucht von Kälbern, Schweinen oder anderen Lebewesen der Produktion eines Schraubensziehers oder einer Maschine gleichgesetzt. Von der Würde und der Geschöpflichkeit der Tiere könne dann nicht mehr die Rede sein.

„Das Klonen von Tieren ist nach meiner Überzeugung ein nicht zurechtfertigender massiver Eingriff in Gottes Schöpfung“, so der Vorsitzende des Katholikenrates der Diözese Fulda, Richard Pfeifer (Biebergemünd-Kassel). Sogar die von der EU eingesetzte Ethikgruppe weise darauf hin, dass es letztlich kein Argument gebe, wieso man Tiere klonen müsse, um Lebensmittel zu erzeugen. Weiterhin gebe es keine wissenschaftliche Folgenabschätzung für das Klonen. Es könne außerdem noch nicht abgeschätzt werden, ob es für den Menschen Folgen beim Genuss von Fleisch geklonter Tiere gibt.
„Gerade wir Christen dürfen nicht zulassen, dass immer stärker in Gottes Schöpfung eingegriffen wird. Klonen für den Verzehr sehe ich dabei als perverse Steigerung im Streben des Menschen Gottes Rolle als Schöpfer einnehmen zu wollen. Deshalb fordere ich, dass das Europaparlament seine Zustimmung zu der kürzlichen Anpassung der «EU-Verordnung neuartiger Lebensmittel» verweigert“, so der Vorsitzende des Katholikenrates abschließend.

Quelle: Pressedienst des Katholikenrates im Bistum Fulda

Pfarrfest 2009



Zwei Tage lang haben wir – am Festtagswochenende des heiligen Antonius gemeinsam unser Pfarrfest gefeiert. Der Himmel, so schien es, hatte seine Freude an unserem Tun: Dunkle Wolken und Regen bestimmten die Tage vor und nach unserem Wochenende, mit Blitzen setzte ein Gewitter den Schlusspunkt am Sonntag. Die Pfarrfesttage selbst aber zeigten sich sonnig. Womöglich war das schierer Zufall. Doch vom Zufall hatten wir in der Festpredigt von Pfarrer Liebig gehört. Zufall ist demnach das, was „einem zu-fällt.“ War uns also dank der Umstände ein gutes Fest zugefallen?

Was macht denn ein gutes Pfarrfest aus?

Ist es ein gutes Pfarrfest, wenn Chöre und Musiker nach langen Proben gerne und gut den Gottesdienst feierlich mitgestalten? Das Familiengottesdienst-Vorbereitungsteam hat dabei das Gleichnis vom Senfkorn bildlich umgesetzt: Aus dem kleinsten aller Samenkörner wird ein großer Baum, der Schatten spendet und in dem die Vögel nisten. Diese Vögel heißen Gebet, Vertrauen, Hoffnung oder Liebe und sind in unserer Pfarrkirche im Baum Gottes zu finden. Was wäre ein feierlicher Gottesdienst ohne die Anwesenheit der zahlreichen Messdienerinnen und Messdiener?

Ist es ein gutes Fest, wenn sich die örtlichen Unternehmer beteiligen und Brauhaus betreibende Architekten den Fassbieranstich mit 40 Liter Freibier unterstützen? Wenn der Bürgermeister über Konfessionsgrenzen hinweg das Fest im „Schulhof“ eröffnet, mitfeiert und die Letzten erst am Morgen des zweiten Festtages nach Hause gehen? Wenn wackere Eismänner und Eisfrauen den ganzen Tag aushalten, damit jeder seine Erfrischung am Stil bekommt? Wenn Luftballons aufsteigen und Grüße von unserem Fest weithin tragen? Und wenn diese Botschaft durch die Luft schon kurz darauf per Post beantwortet wird – der erste Gruß zurückkam aus dem Thüringer Wald.

Ist es ein gutes Pfarrfest, wenn alles gut ausgeht? Wenn die Hexe im Kasperle-Theater mit ihrer Entführung nicht durch kommt, weil der Kaspar den Zaubertrick kennt und der Bösen den Zahn zieht – zur erleichterten Begeisterung der Kleinsten in gleich zwei bestens besuchten Vorführungen?

Ist es ein gutes Pfarrfest, wenn ganz viele ganz viel zur Verfügung stellen, und wenn die Gemeinde diese Angebote auch annimmt? 600 Gewinne hatte der Festausschuss unter der Leitung von Tilly Roth für die Tombola zusammen gebracht – vom Notizblattblock bis zum Ballonfahrtgutschein, gestiftet vom Tankstellenbetreiber Willi Hahner. Bereits nach wenigen Stunden waren alle 1600 Lose verkauft. Das Traumschiff taugliche Salatbuffet – bis zum letzten Blatt gegessen. Alle Waffeln, frisch gebacken, gingen weg, und blechweise der Kuchen.

Ist es ein gutes Pfarrfest, wenn fair gehandelte Waren nicht nur angeboten, sondern von der Gemeinde auch gut gekauft werden? Wenn wir damit Mitchristen in der Fremde in unser Fest mit einbeziehen? Denn dank gerechtem Lohn können sie ihren Familien wenigstens den Lebensunterhalt bestreiten.

Ist es ein gutes Fest, wenn die Jungen und die Alten ihre Tänze zeigen – zwei Kindergärten vor den Senioren, die Rhönklubjugend trotz technischer Probleme als Rahmen für die kfd-Frauen und uns zum Abschluss die deutschen Vize-Jugend-Meister von der TSG mit ihrem Show-Tanz ins Zwergen-Land entführen?

Ist es ein gutes Pfarrfest, wenn die anderen Vereine nicht abseits stehen, sondern Hand anlegen? Ohne Rhönklub, Sportverein TSV, die Feuerwehren aus Künzell und Keulos, den GVK und den Gesangverein Liederkranz wäre der Grill kalt geblieben und das Bier nicht ausgeschenkt worden.

Ist es ein gutes Pfarrfest, wenn viele helfen, die einen mehr, die anderen weniger, und die dritten, in dem sie kommen und die Bänke füllen, an den Tischen sitzen, und ohne die ein Fest kein Fest wäre?

Ist es ein gutes Fest, wenn alles das zusammenkommt, so wie bei unserem Pfarrfest in Künzell?

Ist es ein gutes Pfarrfest, wenn einer nach Hause geht und sagt: „Das ist die Pfarrei, in der ich leben möchte? Das ist die Gemeinschaft, die mich trägt.“?

Zwei Tage lang haben wir gemeinsam unser Pfarrfest gefeiert und es war ein gutes Pfarrfest.

Pfarrbrief 07/2009

Der neue Pfarrbrief ist erhältlich. Sie können ihn durch Klick auf das Bild oder hier im druckerfreundlichen PDF-Format herunterladen. – Wird der Pfarrbrief nicht angezeigt, benötigen Sie den Adobe Reader (Download: ca. 25 MB!), den Sie hier kostenlos erhalten. – Eine deutlich kleinere (2,3 MB) und ebenfalls kostenlose Alternative stellt der Foxit Reader dar, den Sie hier downloaden können.

Anschreiben 07/2009

Liebe Pfarrgemeinde,

wissen Sie, wo das Paradies gelegen ist? In der jenseitigen Welt oder im Zweistromland, wie die Bibelwissenschaft herausgefunden hat? – Nein, das Paradies liegt im Hier und Jetzt. – Jedes Reisebüro geht den Weg dort hin, und mit etwas Glück bekommen Sie noch einen Last-Minute-Flug ins Urlaubsparadies. Hoffentlich wissen die Reiseveranstalter, dass auch Gott erst einmal Ruhe brauchte, nachdem er sein Schöpfungswerk vollendet hatte, und er ruhte am siebten Tag. – Die Zeit der Ruhe und Erholung dient dem nachsinnenden Betrachten des Gewesenen und Geschaffenen und genau daraus erwächst uns die Kraft für neue Aufgaben. Die alten Mönche wussten schon, dass actio und contemplatio (Aktion und Betrachtung) wichtig waren für das Leben der Menschen. – Ich wünsche Ihnen, dass Sie in der vor uns liegenden Ferienzeit eine gute Zeit zu einem solchen Rückblick finden und somit neue Kräfte für das vor Ihnen Liegende sammeln können.

Ihr Pfarrer Rudolf Liebig

Nur mit der Jugend haben wir als Kirche Zukunft

Katholikenratsvorsitzender fordert kreative Ehrenamtsangebote für JugendlicheFulda, Hanau, Marburg, Kassel (mz) Auf die Bedeutung bürgerschaftlichen Engagements Jugendlicher hat der Vorsitzende des Katholikenrates Richard Pfeifer, Biebergemünd-Kassel, hingewiesen. In einer Stellungnahme fordert er die kirchlichen Gremien dazu auf, das Ehrenamt für Jugendliche attraktiv zu machen. – Neueste Studien belegen, dass bürgerschaftliches Engagement hoch im Kurs stehe. Das Bundesland Hessen liege dabei mit an der Spitze, so Richard Pfeifer. Viele Menschen seien engagiert in Vereinen, in politischen Gremien, oder helfen in der Betreuung und Versorgung von Kranken oder behinderten Menschen. „Viele übernehmen soziale Verantwortung und zeigen damit, dass ihnen die Atmosphäre, die in unserer Gesellschaft herrscht, ganz wichtig ist. Das Engagement von Menschen, die unsere Gesellschaft verantwortlich und lebenswert gestalten wollen ist sehr hoch“, erklärte der Katholikenratsvorsitzende. – Grade auch in Pfarrgemeinden und katholischen Verbänden habe das Ehrenamt einen hohen Stellenwert. Die Vitalität der katholischen Kirche basiere ganz stark auf dem vielfältigen ehrenamtlichem Mittun ihrer Gläubigen. In Räten, Verbänden und Organisationen aber auch in der Gestaltung des täglichen Umgangs in der Pfarrei – dies sei zum Beispiel die Leitung der Jugendgruppe, der Fahrdienst für ältere Menschen oder die Leitung des Kirchenchors – überall werde aktiv an dem gebaut, was in kirchlichen Kreisen Gemeinde genannt wird. – „Als Kirche muss uns bewusst sein, dass ehrenamtliches Engagement das Miteinander stärkt, dass die Anerkennung der Gemeinde für die Engagierten besonders wichtig ist, dass Jugendliche Freude beim Ehrenamt erfahren und ihr Selbstwertgefühl gestärkt wird“, erklärte Pfeifer. Das Allerwichtigste sei jedoch, dass Kirche neue, zeitlich befristete Formen des Ehrenamtes praktiziere, in denen Jugendliche sich engagieren können. Erfolgreiche Projekte, wie die 72-Stunden-Aktion des BDKJ – die alleine im Bistum Fulda über 10 000 Jugendliche und Helfer mobilisierte, die Sternsingeraktion – die jährlich in unseren Gemeinden etwa 600 000 Euro für Projekte des Päpstlichen Missionswerkes einsammelten, die Mithilfe bei der Gestaltung des Kirchenjahres oder die Mitarbeit bei Firmprojekten, seien Möglichkeiten, Jugendliche zu begeistern und ihnen einen Zugang zur Kirche zu ermöglichen. – „Wenn wir es nicht schaffen, das Ehrenamt für Jugendliche attraktiv zu machen, haben wir als Kirche ein Problem – nur wer die Jugend hat, hat auch eine Zukunft, das gilt nicht zuletzt auch für unsere Kirche“, so Richard Pfeifer. Der Katholikenratsvorsitzende rief die Geistlichen und die Pfarrgemeinderäte zur Kreativität und zur Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Formen des Ehrenamtes auf. „Gerade auch in Bereichen, in denen wir ‚Älteren’ ungeübt sind, lassen sich Jugendliche gewinnen. Warum sollen nicht Kinder und Jugendliche nach Abschluss der Firmvorbereitung zum Beispiel dafür gewonnen werden, die Internetseite der Pfarrei zu gestalten?“, so Richard Pfeifer. – Der Katholikenratsvorstand hat bei seiner Sitzung am letzten Mittwoch die Wichtigkeit des Ehrenamtes für unsere Kirche noch einmal betont. Ehrenamtliches Engagement sei nach Überzeugung des Fuldaer Katholikenratsvorstandes unerlässlich für die Zukunft der Fuldaer Kirche. Man habe deshalb beschlossen, der Ehrenamtsthematik eine hohe Priorität in der Vorstandsarbeit einzuräumen „Ohne ehrenamtliches Engagement gäbe es unsere Kirche nicht so, wie wir sie heute erleben, und unsere Bundesrepublik wäre nicht nach 60 Jahren so, wie wir sie schätzen und mögen“, so Richard Pfeifer abschließend.

Quelle: Katholikenrat im Bistum Fulda – 22. Juni 2009