Familienkreis St. Antonius in Dokkum

Der Familienkreis St. Antonius hat das diesjährige Bonifatiusfest im friesischen Dokkum (Niederlande) miterlebt, jenem Ort, an dem der heilige Bonifatius 754 den Martyrertod erlitten hatte. Mit etwa 1.000 katholischen Christinnen und Christen aus der näheren und weiteren Umgebung Dokkums wallfahrteten die Mitglieder des Familienkreises von der St. Bonifatiuskirche, im Zentrum der Stadt, zum Bonifatiusheiligtum, einem großen Parkgelände, dessen Mittelpunkt die Bonifatiuskapelle mit dem Bonifatiusbrunnen bildet.

Begrüßt werden die Pilger am Eingang des Heiligtums von einem 2,50 m hohen Bonifatius-Standbild, das den Heiligen in den letzten Augenblicken seines Lebens darstellt: Er hält die Bibel so über seinem Haupt, als ob er den mörderischen Streich noch abwenden könnte. Am Sockel der Statue befindet sich die Inschrift: HIC BONIFATIO LUMEN VITAE EXTORTUM DCCLIV HIC FRISIAE EVANGELII LUMEN EXORTUM („Hier wurde Bonifatius das Lebenslicht genommen 754 hier ging für Friesland das Licht des Evangeliums auf“).

Traditionell enden die Wallfahrten mit einer Eucharistiefeier in der Bonifatiuskapelle. Hierbei handelt es sich um einen stattlichen Rundbau. Der wie ein Amphitheater angelegte Innenraum bietet etwa 1.200 Menschen Platz. Die Mauern des Tores und die Wände der Kapelle sind aus Backsteinen gemauert, die von den Ruinen der Klöster und Abteien in Friesland stammen. Dadurch vermittelt die Kapelle geradezu einen mittelalterlichen Eindruck, obwohl das Gebäude erst 1934 vollendet wurde. Wegen des großen kulturhistorischen Wertes sind sowohl die Kapelle als auch der Prozessionspark 1997 unter Denkmalschutz gestellt worden. In jedem Jahr besuchen rund 20.000 Pilger das Dokkumer Bonifatiusheiligtum.

Nach dem Gottesdienst hatten die Bonifatiuspilger aus Künzell ausreichend Gelegenheit, mit Bischof de Korte zu sprechen. Immer wieder sprachen die Künzeller ihre Bewunderung darüber aus, dass die kleine katholische Pfarrgemeinde in der friesischen Diaspora mit ihren nur 800 Katholiken ein solches Fest ausrichten kann. Und stets erfuhren sie, dass dies nur möglich sei, weil sich eine Vielzahl ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer zur Verfügung stellt. Zum Abschluss des Bonifatiustags nahm der Familienkreis mit den Verantwortlichen der Pfarrgemeinde Dokkum an einem festlichen Abendessen teil.

Während des dreitägigen Aufenthalts in Dokkum wurde der Familienkreis auch sehr herzlich von der stellvertretenden Bürgermeisterin Tytsy Willemsma im historischen Rathaus empfangen und mit friesischen Köstlichkeiten verwöhnt. Überdies hat die Gemeinde Dongeradeel, dessen Zentrum Dokkum ist, den Familienkreis zu einem Tagesausflug auf die Insel Schiermonnikoog und zu einer Fahrt auf Dokkumer Grachten eingeladen.

Die Familienkreismitglieder sind begeistert von der Pilgerfahrt zurückgekommen. Dokkum und die friesische Region haben viel Schönes an Natur und Kultur zu bieten. Wie viel Charme und Charakter Dokkum hat, wird jedem Besucher schnell deutlich. Beim Bummel durch die alte Innenstadt, die von den Wällen der Festungswerke umfasst wird, lässt sich leicht erkennen, dass dieses städtische Kleinod im Laufe der Jahrhunderte nahezu unverändert geblieben ist. 1974 wurde Dokkum als eine der ersten Städte in den Niederlanden zum denkmalgeschützten Bereich erklärt. So konnten innerhalb der Stadtwälle zahlreiche der charakteristischen Eigenheiten einer friesischen Stadt erhalten bleiben. Eindrucksvolle Baudenkmäler, historische Gebäude und ihre Geschichte mit einer Vielzahl von Legenden vermitteln ein eindrucksvolles Bild von der wechselvollen Vergangenheit Dokkums. Vor allem aber sind die Mitglieder des Familienkreises von der überaus gastfreundlichen Aufnahme durch die Vertreter der politischen und kirchlichen Gemeinde angetan. Die zahlreichen Begegnungen mit den Menschen haben einen sehr nachhaltigen Eindruck hinterlassen. – Dokkum ist eine Reise wert!

Text: Prof. Dieter Wagner