Nur mit der Jugend haben wir als Kirche Zukunft

Katholikenratsvorsitzender fordert kreative Ehrenamtsangebote für JugendlicheFulda, Hanau, Marburg, Kassel (mz) Auf die Bedeutung bürgerschaftlichen Engagements Jugendlicher hat der Vorsitzende des Katholikenrates Richard Pfeifer, Biebergemünd-Kassel, hingewiesen. In einer Stellungnahme fordert er die kirchlichen Gremien dazu auf, das Ehrenamt für Jugendliche attraktiv zu machen. – Neueste Studien belegen, dass bürgerschaftliches Engagement hoch im Kurs stehe. Das Bundesland Hessen liege dabei mit an der Spitze, so Richard Pfeifer. Viele Menschen seien engagiert in Vereinen, in politischen Gremien, oder helfen in der Betreuung und Versorgung von Kranken oder behinderten Menschen. „Viele übernehmen soziale Verantwortung und zeigen damit, dass ihnen die Atmosphäre, die in unserer Gesellschaft herrscht, ganz wichtig ist. Das Engagement von Menschen, die unsere Gesellschaft verantwortlich und lebenswert gestalten wollen ist sehr hoch“, erklärte der Katholikenratsvorsitzende. – Grade auch in Pfarrgemeinden und katholischen Verbänden habe das Ehrenamt einen hohen Stellenwert. Die Vitalität der katholischen Kirche basiere ganz stark auf dem vielfältigen ehrenamtlichem Mittun ihrer Gläubigen. In Räten, Verbänden und Organisationen aber auch in der Gestaltung des täglichen Umgangs in der Pfarrei – dies sei zum Beispiel die Leitung der Jugendgruppe, der Fahrdienst für ältere Menschen oder die Leitung des Kirchenchors – überall werde aktiv an dem gebaut, was in kirchlichen Kreisen Gemeinde genannt wird. – „Als Kirche muss uns bewusst sein, dass ehrenamtliches Engagement das Miteinander stärkt, dass die Anerkennung der Gemeinde für die Engagierten besonders wichtig ist, dass Jugendliche Freude beim Ehrenamt erfahren und ihr Selbstwertgefühl gestärkt wird“, erklärte Pfeifer. Das Allerwichtigste sei jedoch, dass Kirche neue, zeitlich befristete Formen des Ehrenamtes praktiziere, in denen Jugendliche sich engagieren können. Erfolgreiche Projekte, wie die 72-Stunden-Aktion des BDKJ – die alleine im Bistum Fulda über 10 000 Jugendliche und Helfer mobilisierte, die Sternsingeraktion – die jährlich in unseren Gemeinden etwa 600 000 Euro für Projekte des Päpstlichen Missionswerkes einsammelten, die Mithilfe bei der Gestaltung des Kirchenjahres oder die Mitarbeit bei Firmprojekten, seien Möglichkeiten, Jugendliche zu begeistern und ihnen einen Zugang zur Kirche zu ermöglichen. – „Wenn wir es nicht schaffen, das Ehrenamt für Jugendliche attraktiv zu machen, haben wir als Kirche ein Problem – nur wer die Jugend hat, hat auch eine Zukunft, das gilt nicht zuletzt auch für unsere Kirche“, so Richard Pfeifer. Der Katholikenratsvorsitzende rief die Geistlichen und die Pfarrgemeinderäte zur Kreativität und zur Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Formen des Ehrenamtes auf. „Gerade auch in Bereichen, in denen wir ‚Älteren’ ungeübt sind, lassen sich Jugendliche gewinnen. Warum sollen nicht Kinder und Jugendliche nach Abschluss der Firmvorbereitung zum Beispiel dafür gewonnen werden, die Internetseite der Pfarrei zu gestalten?“, so Richard Pfeifer. – Der Katholikenratsvorstand hat bei seiner Sitzung am letzten Mittwoch die Wichtigkeit des Ehrenamtes für unsere Kirche noch einmal betont. Ehrenamtliches Engagement sei nach Überzeugung des Fuldaer Katholikenratsvorstandes unerlässlich für die Zukunft der Fuldaer Kirche. Man habe deshalb beschlossen, der Ehrenamtsthematik eine hohe Priorität in der Vorstandsarbeit einzuräumen „Ohne ehrenamtliches Engagement gäbe es unsere Kirche nicht so, wie wir sie heute erleben, und unsere Bundesrepublik wäre nicht nach 60 Jahren so, wie wir sie schätzen und mögen“, so Richard Pfeifer abschließend.

Quelle: Katholikenrat im Bistum Fulda – 22. Juni 2009