Pfarrfest 2009



Zwei Tage lang haben wir – am Festtagswochenende des heiligen Antonius gemeinsam unser Pfarrfest gefeiert. Der Himmel, so schien es, hatte seine Freude an unserem Tun: Dunkle Wolken und Regen bestimmten die Tage vor und nach unserem Wochenende, mit Blitzen setzte ein Gewitter den Schlusspunkt am Sonntag. Die Pfarrfesttage selbst aber zeigten sich sonnig. Womöglich war das schierer Zufall. Doch vom Zufall hatten wir in der Festpredigt von Pfarrer Liebig gehört. Zufall ist demnach das, was „einem zu-fällt.“ War uns also dank der Umstände ein gutes Fest zugefallen?

Was macht denn ein gutes Pfarrfest aus?

Ist es ein gutes Pfarrfest, wenn Chöre und Musiker nach langen Proben gerne und gut den Gottesdienst feierlich mitgestalten? Das Familiengottesdienst-Vorbereitungsteam hat dabei das Gleichnis vom Senfkorn bildlich umgesetzt: Aus dem kleinsten aller Samenkörner wird ein großer Baum, der Schatten spendet und in dem die Vögel nisten. Diese Vögel heißen Gebet, Vertrauen, Hoffnung oder Liebe und sind in unserer Pfarrkirche im Baum Gottes zu finden. Was wäre ein feierlicher Gottesdienst ohne die Anwesenheit der zahlreichen Messdienerinnen und Messdiener?

Ist es ein gutes Fest, wenn sich die örtlichen Unternehmer beteiligen und Brauhaus betreibende Architekten den Fassbieranstich mit 40 Liter Freibier unterstützen? Wenn der Bürgermeister über Konfessionsgrenzen hinweg das Fest im „Schulhof“ eröffnet, mitfeiert und die Letzten erst am Morgen des zweiten Festtages nach Hause gehen? Wenn wackere Eismänner und Eisfrauen den ganzen Tag aushalten, damit jeder seine Erfrischung am Stil bekommt? Wenn Luftballons aufsteigen und Grüße von unserem Fest weithin tragen? Und wenn diese Botschaft durch die Luft schon kurz darauf per Post beantwortet wird – der erste Gruß zurückkam aus dem Thüringer Wald.

Ist es ein gutes Pfarrfest, wenn alles gut ausgeht? Wenn die Hexe im Kasperle-Theater mit ihrer Entführung nicht durch kommt, weil der Kaspar den Zaubertrick kennt und der Bösen den Zahn zieht – zur erleichterten Begeisterung der Kleinsten in gleich zwei bestens besuchten Vorführungen?

Ist es ein gutes Pfarrfest, wenn ganz viele ganz viel zur Verfügung stellen, und wenn die Gemeinde diese Angebote auch annimmt? 600 Gewinne hatte der Festausschuss unter der Leitung von Tilly Roth für die Tombola zusammen gebracht – vom Notizblattblock bis zum Ballonfahrtgutschein, gestiftet vom Tankstellenbetreiber Willi Hahner. Bereits nach wenigen Stunden waren alle 1600 Lose verkauft. Das Traumschiff taugliche Salatbuffet – bis zum letzten Blatt gegessen. Alle Waffeln, frisch gebacken, gingen weg, und blechweise der Kuchen.

Ist es ein gutes Pfarrfest, wenn fair gehandelte Waren nicht nur angeboten, sondern von der Gemeinde auch gut gekauft werden? Wenn wir damit Mitchristen in der Fremde in unser Fest mit einbeziehen? Denn dank gerechtem Lohn können sie ihren Familien wenigstens den Lebensunterhalt bestreiten.

Ist es ein gutes Fest, wenn die Jungen und die Alten ihre Tänze zeigen – zwei Kindergärten vor den Senioren, die Rhönklubjugend trotz technischer Probleme als Rahmen für die kfd-Frauen und uns zum Abschluss die deutschen Vize-Jugend-Meister von der TSG mit ihrem Show-Tanz ins Zwergen-Land entführen?

Ist es ein gutes Pfarrfest, wenn die anderen Vereine nicht abseits stehen, sondern Hand anlegen? Ohne Rhönklub, Sportverein TSV, die Feuerwehren aus Künzell und Keulos, den GVK und den Gesangverein Liederkranz wäre der Grill kalt geblieben und das Bier nicht ausgeschenkt worden.

Ist es ein gutes Pfarrfest, wenn viele helfen, die einen mehr, die anderen weniger, und die dritten, in dem sie kommen und die Bänke füllen, an den Tischen sitzen, und ohne die ein Fest kein Fest wäre?

Ist es ein gutes Fest, wenn alles das zusammenkommt, so wie bei unserem Pfarrfest in Künzell?

Ist es ein gutes Pfarrfest, wenn einer nach Hause geht und sagt: „Das ist die Pfarrei, in der ich leben möchte? Das ist die Gemeinschaft, die mich trägt.“?

Zwei Tage lang haben wir gemeinsam unser Pfarrfest gefeiert und es war ein gutes Pfarrfest.