Anschreiben 10/2009

Liebe Pfarrgemeinde von St. Antonius,

am 26. Oktober 1969 wurde unsere Pfarrkirche St. Antonius von Bischof Dr. Adolf Bolte eingeweiht und ich freue mich mit Ihnen, dass unser Diözesanbischof Heinz Josef Algermissen diesen Festtag mit uns begehen wird. Ich lade Sie zum Festwochenende vom 23. bis 26. Oktober 2009 ganz herzlich ein und würde mich freuen mit Ihnen als große Pfarrfamilie von St. Antonius dieses Fest begehen zu können.

Gott hat vor 40 Jahren in unserer Antoniuskirche ‚Wohnung genommen’. Der Hl. Stephanus sagt allerdings: ‚Gott wohnt nicht in Tempeln aus Menschenhand’ (Apg 7,48). Er möchte dadurch zum Ausdruck bringen, dass ein Gotteshaus erst durch die darin versammelte Gemeinde und die Gegenwart Jesu Christi, die sich in der Feier der Liturgie vollzieht, lebendig wird. Es sind letztlich wir Menschen, die als Gemeinde, Gottes Gegenwart unter den Menschen durch ihr Handeln spürbar machen.

Aber das Bild des ‚Hauses’ zeigt noch mehr; es kann und will auch das Wesen und den Aufbau der Gemeinde ausdrücken. So heißt es im Neuen Testament: ‚Lasst euch als lebendige Steine zu einem geistigen Haus aufbauen’(1 Petr 2,5). Und dieses Bild wird noch weiter ausgeführt, wenn es im Epheserbrief heißt: ‚Ihr seid auf das Fundament der Apostel gebaut … der Schlussstein ist Christus Jesus selbst. Durch ihn wird der ganz Bau zu-sammengehalten (Eph 2,20).

In manchen alten Kirchen gibt es tatsächlich so einen Schlussstein an der Decke, der das Bild Christi trägt. Bei der Kirchweihe werden die Wände der Kirche an zwölf Stellen gesalbt; die Apostelkreuze und -kerzen. Diese weisen uns darauf hin, dass wir auf dem Fundament der Apostel stehen. Und so werden bei der Feier der Kirchweihe zu Beginn nicht nur die Wände mit Weihwasser besprengt, sondern auch die Gläubigen: Es soll für uns eine Erinnerung an unsere Taufe sein und an all diejenigen erinnern, die in den vergangenen 40 Jahren zu vielfältigem Leben in St. Antonius beigetragen haben, wofür wir ihnen von ganzem Herzen ‚Danke’ sagen möchten.

So feiern wir in diesen Tagen nicht nur ein schönes Erinnerungsfest, sondern vielmehr ein Erneuerungsfest. Deshalb möchte ich Sie nicht nur einladen, zu unserem Fest, sondern vielmehr auch dazu, unsere aller Bereitschaft zu einer lebendigen Gemeinschaft um Jesus Christus zu erneuern.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen für die Zukunft von St. Antonius eine lebendige Gemeinde, die geschart ist um Jesus Christus in unserem schönen Gotteshaus.

Ihr Pfarrer
Rudolf Liebig