Anschreiben 03/2010

Liebe Pfarrgemeinde!

‚Österliche Bußzeit’ nennt man die 40 Tage vor Ostern. Das Wort ‚Buße’ ist nicht sehr beliebt, es hört sich nämlich nach Strafe an für begangene Fehler. Gemeint sind aber mehr die Umkehr von falschen Wegen und das Anders-Handeln.

Und in dem Wort ‚österlich’ deutet sich schon an, warum wir anders handeln wollen: um aus dem Dunkel unserer Schwachheit einen Schritt zum Licht des Lebens – auf die Auferstehung hin zu tun.

Ob man nun ‚Fastenzeit’ oder ‚Bußzeit’ sagt, es geht um das Ganze. Weil das bei beiden Worten nicht sofort klar ist, bedient sich die Kir-che eines anderen Wortes: ‚Quadragesima’ nennt sie diese Zeit, was man mit ‚40 Tage’ übersetzen kann.

Damit erinnert sie sich an gewisse Ereignisse: 40 Jahre ist das Volk Israel nach dem Auszug aus Ägypten durch die Wüste gewandert. 40 Tage hat Mose auf dem Berg Sinai verbracht, 40 Tage fastete Jesus in der Wüste.

Die 40 Tage stehen für eine Zeit, in der Menschen um ihr Verhältnis zu Gott ringen, in der sie ablegen, was der Gottesbegegnung im Wege stehen kann, was sie hindert. Geht es doch darum, sich in diesen 40 Tagen neu auf das in der Taufe geschenkte Leben zu besinnen.

Wir wollen dies in diesem Jahr in besonderer Weise in 14 geistlichen Tagen der Gemeindeerneuerung tun, denn wir wissen ‚Christus ist die Quelle des Lebens’. Zu diesen Tagen lade ich Sie zusammen mit meinen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen und dem Pfarrgemeinderat ein.

So wünsche ich uns allen gnadenreiche Tage, die uns auf die Begegnung mit Christus, der Quelle des Lebens in der Oster-nacht vorbereiten werden.

Ihr Pfarrer
Rudolf Liebig