Nachlese zur Gemeindeerneuerung:
Eingeladen zum Fest des Glaubens

Nach 2 Jahren intensiver Vorbereitung und engagiertem Einsatz der Pfarrgemeinderäte von St. Antonius und St. Pius war es in der Fastenzeit 2010 endlich soweit. Viele erwartungsvolle Gesichter verfolgten andächtig die feierliche Zeremonie des Eröffnungsgottesdienstes am 27. Februar in St. Antonius, in dessen Rahmen die beiden Pfarrgemeinden durch Herrn Pfarrer Liebig dem Missionsteam anvertraut wurden.

Die heilige Messe mit tiefen symbolischen Elementen und die charismatische Ausstrahlung der sechs Missionare weckte sogleich eine ansteckende Vorfreude auf die vor uns liegende Zeit. Jeder der nun folgenden Tage stand unter einem besonderen Leitwort, das sich wie ein roter Faden durch das 14-tägige Programm der Gemeindeerneuerung zog. In Frühschicht, Laudes, eucharistischer Anbetung, Gebetsschule, Versöhnungsseminar und den Hausgesprächskreisen wurde deutlich, wie vielseitig die Wege zu Gott – zur Quelle des Lebens – sein können.

Im Fokus der jeweiligen Tages-Themen wurde in kleinen Gruppen gesungen, gebetet, meditiert, gelehrt und diskutiert. Dabei kamen Sinn und Widersinn von Leid und Krankheit, offene Kritik an der Institution Kirche und unsere christliche Verantwortung im Alltag genauso zur Sprache wie die Trennung der christlichen Konfessionen oder die Trennung von Ehepaaren und deren Folgen. Es gab einen Kinder-, Jugend- und Seniorentag und bald teilten jung und alt miteinander die motivierende Erfahrung, dass der persönliche Beitrag jedes Einzelnen unverzichtbar ist, um christliche Gemeinschaft im Sinne Jesu, unseres Herrn, für uns und andere erfahrbar zu machen. Eine lebendige Gemeinde, die trägt, braucht ein festes Fundament und das Mittun jedes Gläubigen. Die unterschiedlichen Talente sind dabei von großer Bedeutung und ermöglichen es, zu einer lebendigen, hoffnungsvollen und glaubensstarken Gemeinschaft zusammen zu wachsen.

Es ist wichtig, die Irrungen und Wirrungen unserer Zeit wahrzunehmen und die damit verbundenen Nöte der Menschen nicht „unter den Teppich zu kehren“ sondern miteinander nach Lösungen zu suchen. Dazu gab es täglich vielfältige Gelegenheiten. Am Missionstelefon bot man uns ein offenes Ohr für persönliche Anliegen, im Beichtgespräch konnten wir belastende Schuld loswerden, in der eucharistischen Anbetung erfuhren wir die tröstende Gewissheit des „Angenommenseins“. Antworten auf die Fragen und Zweifel unserer Zeit finden wir nicht zuletzt im Gebet. In unserer Geschäftigkeit müssen wir wieder lernen, einmal inne zu halten, ruhig zu werden, in sich zu gehen, hinzuhören. Wie aufbauend und wohltuend kann dann Stille sein. Die Gottesdienste in St. Antonius und St. Pius mit viel Musik, Gesang und Bewegung ließen die beiden Pfarrgemeinden näher zusammenrücken und machten die Gemeindeerneuerung wahrlich zu einem „Fest des Glaubens“.

In der Feier der heiligen drei Tage – mit IHM Mahl halten und alle Sorgen mitbringen, um sie von ihm wandeln zu lassen; mit IHM den Leidensweg gehen, um sich angesichts seiner großen Liebe mal klein zu machen; mit IHM Licht werden, um sich von ihm senden zu lassen – erreichten wir den Höhepunkt unseres christlichen Glaubens – die Quelle des Lebens-. In tiefer Verbundenheit mit Gott und miteinander endeten die Tage der Gemeindeerneuerung.

Was bleibt? Jesu Auftrag: „Folgt mir nach“, um weiterzuführen, was ER begonnen und vollendet hat. Nur so kann unser Glaube Früchte tragen, besonders für jene, die IHN noch nicht erfahren haben.

Allen, die diese segensreichen Tage der Gemeindeerneuerung auf so vielfältige Weise unterstützten, ein herzliches „Vergelt´s Gott“. Besonderer Dank gebührt dem „geistreichen“, so erfrischenden Missionsteam unter Leitung von Pater Max Rademacher vom Kloster Frauenberg und dem Initiator Herrn Pfarrer Liebig, für sein engagiertes, zielstrebiges, mitreißendes Vorangehen auf dem Weg zur Mission.

Text: Katja Schmidt


Hauptbeitrag zur Gemeindemission 2010