Anschreiben 12/2010

Liebe Pfarrgemeinde!

Wir entzünden in diesen Tagen die erste Kerze am Adventskranz. Dies ist nicht nur ein Zeichen für den Beginn des Advents; das wachsende Licht in dieser adventlichen Zeit möchte uns auch mahnen, dass wir mit brennenden Kerzen – das sind Taten der Liebe – dem entgegen gehen sollen, der selbst das Licht der Welt ist.
So stellt uns die Adventszeit sinnenfällig vor Augen, dass wir Wartende sind. Doch worauf warten wir? Unsere Kinder warten in diesen Tagen auf Weihnachten. Die ihnen geschenkten Adventskalender schüren von Tag zu Tag diese Erwartung. Der ‚Countdown’ scheint bis zum 24. Dezember zu laufen.

Doch im tieferen Sinn möchte uns die Adventszeit an ein anderes Warten erinnern: an das Warten auf Christus. Dieses Warten meint, ständig mit Christus zu rechnen: in unserem Denken und Handeln, im Ausgerichtet-Sein unserer ganzen Existenz auf die Zukunft. Dieses Warten meint, ständig mit der Liebe Jesu zu rechnen.

Im Herbst besuchten wir mit unseren Mitarbeitern von St. Antonius und St. Pius ein Kinderdorf in Ellwangen, wo Sieger Köder auf einem Gemälde darstellt, wie Franziskus in der Höhle von Greccio das Weihnachtsfest feierte. Vom Himmel scheint der Weihnachtsstern auf die Krippe nieder. Und in der Krippe liegt eine Bibel mit den Worten: ‚Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt’ (Joh 1). Das will heißen, Gott kommt uns nahe in seiner großen Liebe. Die Geburt seines Sohnes ist eine einzigartige ‚Liebeserklärung’ Gottes an uns. Es ist eben ein Bild für die lebenschaffende Treue Gottes über alle Katastrophen dieser Welt hinweg. Gott spricht einem jeden Menschen seine Liebe zu – bedingungslos und unwiderruflich.

Ich wünsche Ihnen und mir, dass wir im Weihnachtsgottesdienst diese Liebe begreifen können, um sie dann weiter zu tragen in unsere Welt.

So wünsche ich Ihnen eine gesegnete Adventszeit und ein frohes Weihnachtsfest mit all diesen wunderbaren Erfahrungen.

Ihr Pfarrer Rudolf Liebig