Anschreiben 06/2011

Liebe Pfarrgemeinde!

Der Monat Juni ist in diesem Jahr ganz und gar vom Pfingstfest geprägt. Die sonntäglichen Texte der Apostelgeschichte in der österlichen Zeit wollten uns darauf vorbereiten, indem sie stets von der jungen Gemeinde sprachen. Geht es doch darum, dass wir ‘hören, was der Geist den Gemeinden sagt’. Was sagt er uns in diesen Tagen? Will man den Geist hören, dann sollte man zwei Dinge tun:

(1) Hinhorchen auf die Zeichen der Zeit. Geht es doch darum, das Erscheinungsbild unserer Gesellschaft mit einem wachen Blick wahrzunehmen und es zu deuten versuchen, denn ohne sorgfältige Diagnose keine Therapie, keine Heilung. Deshalb braucht es zunächst das Hinhorchen und das Aufhorchen. Damit das gelingen kann, sollten wir uns Zeit nehmen, uns zurücknehmen und zur Ruhe finden.

(2) Die ‘Kairos-Situationen’ (günstige Gelegenheiten) erkennen und nützen. Vor allem, wenn Menschen trotz aller Distanz immer wieder mit der Kirche in Berührung kommen in den verschiedensten Lebenssituationen – vor allem in den lebenswendenden Ereignissen wie Geburt, Erstkommunion, Hochzeit oder Tod. Gerade wenn der ‘Schuh drückt’, ist ein Ge-spräch nötig. Dort wirkt der Heilige und heilende Geist Gottes. Hat uns Jesus und seinen Jüngern doch gesagt: ‘Geht hinaus!’ Er hat nicht gesagt: ‘Setzt euch hin und wartet, bis einer kommt.’

Pfingsten möchte uns sagen, wie es das Titelblatt unseres Pfarrbriefes ausdrückt: ‘Du hast einen Sendungsauftrag’. Machen wir uns auf den Weg, wie es auch die Jünger in den nachösterlichen Tagen getan haben. Ich wünsche uns allen ein gutes Hinhorchen und manche ‘Kairos-Situation’! – So werden wir von Pfingsten her viel Segen erlangen und selbst zum Segen werden auf unserem Lebensweg.

Ihr Pfarrer
Rudolf Liebig