Dialog: Kirche wagt einen neuen Aufbruch

Richard Pfeifer zum Auftakt des Dialogs
zwischen Kirche und Gesellschaft

Die deutschen Bischöfe haben für die nächsten vier Jahren zu einem Gesprächsprozess eingeladen. Er soll dem Glaubensweg der Kirche in Deutschland in das neue Jahrtausend theologisches Profil und und kirchlichen Zusammenhalt verleihen. Auftakt ist ein Gesprächsforum »Im Heute glauben« am 8. und 9. Juli 2011 in Mannheim. Zu diesem Dialog über die Zukunft der Kirche und die Bedeutung des Glaubens in unserer Gesellschaft sind 300 Vertreter von Diözesen, Verbänden und Orden eingeladen. Der Vorsitzende des Katholikenrates Fulda, Richard Pfeifer, begrüßt diesen eingeschlagenen Weg der deutschen Bischöfe, er sieht dringenden Handlungsbedarf in der bundesdeutschen katholischen Kirche und wünscht ihr Mut zum Handeln.
„Diese erste Dialog-Begegnung in Mannheim, am Ort des Katholikentages 2012 mit dem Motto »Einen neuen Aufbruch wagen« hat für mich symbolische Bedeutung – einen neuen Aufbruch braucht unsere Kirche dringend“, erklärte Richard Pfeifer. „Unsere Gesellschaft in Deutschland hat sich in den letzten Jahrzehnten in allen Beziehungen dramatisch verändert. Unser christlicher Glaube und die Kirche haben nicht mehr die werteprägende Rolle, die sie über lange Zeit hatten.“ so Richard Pfeifer in seiner Stellungnahme zum Dialogpro-zess. Dieser Wandel sei nach Pfeifers Worten so gravierend, dass er mittler-weile eine Frage der Existenz der katholischen Kirche in Deutschland geworden sei. „Um die Lage unserer Kirche sorgen sich inzwischen viele Menschen in unserem Bistum und im Katholikenrat.“ erklärt Pfeifer. Er ist der Überzeugung, dass Verkündigung und Seelsorge der Zeit angepasst werden müssen, damit Menschen die christliche Botschaft wieder verstehen, und erkennen, welchen Halt die christlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und an erster Stelle die Nächstenliebe im Leben geben. Das gelte auch für das Bistum Fulda. Es sei deshalb dringend notwendig, alle Fragen, Sorgen und Erwartungen auf den Tisch zu bringen und zu besprechen – und zwar ohne Vorbehalte.

Dass die Dialog-Begegnung in Mannheim nicht nur im kleinen Expertenkreis von einigen Bischöfen oder Hochschulprofessoren stattfindet, begrüßt Richard Pfeifer ausdrücklich. Die Weitergabe des Glaubens sei eine Frage, die die Gläubigen insgesamt betreffe und die sie auch gemeinsam lösen müssten. Dies werde die große Herausforderung für Christen in der Zukunft sein. Die Bischöfe fordern alle Gemeinden und Diözesen auf, sich auf diese Gesprächs-initiative einzulassen.

„Gerade in der heutigen Zeit braucht unsere Gesellschaft christliche Werte. Ich spüre jeden Tag, wie notwendig sie für unser Leben, den Zusammenhalt unse-rer Gesellschaft und die Gestaltung des öffentlichen Lebens sind. Schließlich sind sie das Fundament unserer modernen westlichen Welt.“ bekräftigt Pfeifer.
„Wir werden aus dem Bistum Fulda vom Katholikenrat mit drei und vom Pries-terrat mit zwei Personen teilnehmen. Ich werbe für eine mutige Teilnahme am Dialogprozess, auch in allen Gremien und Gemeinden. Lassen wir uns doch vom Wort des Evangeliums (Mt18,20) ermutigen »Wo zwei oder drei in mei-nem Namen zusammen sind, da bin ich mitten unter ihnen«.

Quelle: Vorstand des Katholikenrates im Bistum Fulda