Anschreiben 03/2012

Liebe Pfarrgemeinde!

Die Fastenzeit oder auch die ‚österliche Bußzeit’ ist da. Da geht es mal wieder um uns selbst um unser kleines ‚Ich’. Und da kommt mir das schöne Wort aus dem Buch Exodus 3,14 in den Sinn. ‚Ich bin der ich bin’ so offenbart sich Gott gegenüber Mose im brennenden Dornbusch.

‚Ich bin’ – das ist der Name Gottes und zugleich das Wesen Gottes.

Und wenn wir Menschen als sein Abbild geschaffen sind, dann sind wir einfach ein ‚Ich bin’. ‚Ich bin’ das erinnert an die Tatsache, das ich geboren wurde und dass mir das Leben geschenkt wurde. Ich bin, ich lebe, ich existiere, ich atme, fühle mich (hoffentlich) lebendig… – Und das ist vielleicht die beste, lebendigste, ja kraftvollste Beschreibung von mir selbst.

Ich bin – mir wurde dieser heilige Raum, diese heilige Zeit, die 40 Tage der Fastenzeit zum Leben gegeben. Gott hat jeden von uns gewollt und das verleiht unserem Leben einen Sinn, eine Aufgabe. Da sind keine Erwartungen, keine Wünsche, keine Fragen oder Bedingungen. Keine Zu-erledigen-Listen. Einfach sein – ich bin.

Vielen von uns reicht dieses ‚Ich bin’ nicht aus. Sie sind nicht in der Lage, das Geheimnis ihres Lebens ‚zu umarmen’. Einfach zu sein scheint den meisten von uns nicht auszureichen, stattdessen definieren wir uns über Rollen, Aufgaben, Funktionen. Und dann kommt noch die gesellschaftliche Erwartung hinzu. So scheint erst das Tun unsere Existenz sinnvoll zu machen. Ich fühle mich nur dann als ‚jemand’, wenn ich Erfolge auf meiner Lebensreise aufzuweisen habe. – Aber wie zerbrechlich ist das alles. Was mich heute ausmacht, kann mir morgen genommen werden.

Bedenken wir: Am Ende unseres Lebens bleibt nur noch das ‚Ich bin’.

Zu oft lasse ich es zu, dass äußere Dinge mich stören, mich davon abbringen, mein Leben, mein Sein ganz tief wahrzunehmen und zu feiern.

So laden wir Sie ein, diesem ‚Ich bin’ in der vor uns liegenden Fastenzeit auf die Spur zu kommen. Folgende Ereignisse helfen uns diese Spur zu vertiefen:

a) Der Oasentag am 17. März soll eine Hilfe sein (siehe Beilage). Melden Sie sich an und seien Sie dabei. – Die Frühstarts Freitags morgens um 6.00 Uhr zu den Themen: ‚Wasser des Lebens – kommt und seht’, ‚Durch seine Wunden sind wir geheilt’ und ‚Nehmet und esset alle davon’

b) Die Exerzitien im Alltag vom 26. bis 30. März. (jeweils um 19.00 Uhr) unter dem Leitwort: ‚Wie ein Gebet sei mein Leben’. Das sind geistliche Übungen. Man zieht sich für eine Stunde am Tag an einen geistlichen Ort zurück, um sich auf einen Weg mit Gott zu begeben. Das Treffen beginnt mit einem ‚Ankommgebet’ und einem Austausch über die ‚Erfahrungen mit Gott’ am vergangen Tag. Ein neuer Impuls und der Segen für den nächsten Tag entlassen uns dann wieder nach 60 Minuten.

c) Die Kreuzwege freitags um 16.30 (in St. Antonius) und sonntags um 17.30 (in St. Pius) Uhr und der Bußgottesdienst in St. Pius.

So wünsche ich Ihnen zusammen mit meinem Seelsorgeteam und allen ehrenamtlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der seelsorglichen Arbeit Gottes Segen und eine gnadenreiche Fastenzeit.

Ihr Pfarrer
Rudolf Liebig