Pfarrbrief 07/2012

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Anschreiben 07/2012

Liebe Pfarrgemeinde!

Der Monat Juli ist ganz und gar vom Urlaub geprägt. Ich erlebe diese Tage immer als ein Geschenk und lade Sie ein, dass Sie sich auch ebenso daran erfreuen.

Abschalten, die Tür hinter sich zuschließen, den Alltag Alltag sein lassen, offen sein für das Fremde, eine neue Landschaft und andere Menschen erleben – das ist etwas Besonderes.

So zu leben bedeutet doch, sich auf das Fremde und Neue so einlassen zu können, dass aus dieser Begegnung heraus ich mich verändern kann und sich damit auch mein Alltag verändert. Das aber geht nur, wenn wir diese Urlaubstage mit ganzem Herzen und leidenschaftlich erleben.

Und wenn Sie zu Hause bleiben, dann wünsche ich Ihnen, dass Sie einmal Zeit zum Verweilen haben, Zeit für ein Gespräch, Zeit zum Aufräumen und Sortieren, zum Lesen, Nachspüren und neu entdecken.

Auch dies will leidenschaftlich gelebt sein – ohne ‚Wenn’ und ‚Aber’. Mit allen Sinnen, aus ganzem Herzen wahrnehmen, was im Moment zu leben ist – und dies eben leidenschaftlich tun.

So wünsche ich uns allen eine von Gott gesegnete ‚leidenschaftliche Zeit’

Ihr Pfarrer
Rudolf Liebig

Konzilsgedanken und Kindergartentänze

Jubiläumspfarrfest 100 Jahre St. Antonius

Beim Jubiläumspfarrfest hielt Bischof Algermissen den Künzellern die Festpredigt, die Sonne lachte über dem Festplatz und viele Helfer zauberten einen wunderbaren Abschluss des dreitägigen Festwochenendes.

Die Pfarrei St. Antonius in Künzell gibt es seit genau 100 Jahren. Seit 1912 ist in dem Dorf bei Fulda viel geschehen. In seiner Festpredigt nannte Bischof Heinz-Josef Algermissen die großen Einschnitte, allen voran die beiden Weltkriege. Die Pfarrei war auf dem Weg durch das Jahrhundert auch mit der Weltkirche und ihren Wandlungen unterwegs: Im Herbst jährt sich der Beginn des zweiten Vatikanischen Konzils zum 50. Mal. Gesellschaft, Kirche und Pfarrei sind im Wandel. „Was“, fragte Algermissen, „ist dabei veränderbar, und was ist das Unveränderliche, der feste Grund, auf dem wir stehen?“ Seine Antwort hat Algermissen bei Bonifatius gefunden, dem Apostel der Deutschen, in dessen Festmonat das Pfarrjubiläum fällt. Drei „Z“ nannte der Bischof: Zeugen – Zellen – Zeichen.

Die Zelle ist in Künzell schnell gefunden: Der Ort geht auf die Zelle des Mönches zurück, die dem Ort den Namen gab.

Ein Zeichen setzten am Pfarrfest die Kinder. Die Hälfte aller Messdiener kam, dem Bischof zu dienen – die Kirche wurde voll dadurch. Bei den Kindern aber entschuldigte sich der Bischof: Er hatte eine Erwachsenenpredigt vorbereitet. Aber: Er wird wieder kommen und zu den Kindern sprechen. „Das habe ich schon einmal versprochen“, schmunzelte Algermissen, „bei meinem letzten Besuch. Beim dritten Versprechen wird es eingelöst.“

Zeuge einer lebendigen Gemeinde und vieler freundlicher Vereine wurde der Bischof selbst: Die Tische und Bänke am Kirchplatz waren gut gefüllt, fleißige Helfer umsorgten die Gäste. Beeindruckend, wie die Vertreter der Vereine das Fest unterstützen, ob Feuerwehr, Gesangverein, GVK, Kirmesgesellschaft, Rhönklub oder Sportverein, ob im Getränkewagen, oder im Grillstand.

In seiner Predigt sprach Algermissen von der Vision seines Erfurter Amtskollegen Bischof Joachim Wanke. Dieser wünscht sich eine Kirche, die bereit ist, neue Christen willkommen zu heißen. Das Pfarrfest in Künzell ist so ein Ort: Offen, ohne Zugangsbeschränkung. Der Weg zur Gemeinde kann direkt über die Gyrospfanne führen. Oder über die GVK Musiktruppe. Diese hat sich in den letzten Jahren im ganzen Kreis einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Die Jungs spielten einen fetzigen Abschluss des Festes.

Neue Christen, das sind auch die ganz jungen Christen. Die Kindergärten St. Michael und Wolkenland zeigten tolle Tänze, die Rhönklubjugend vereinte Kinder zwischen zwei und acht Jahren im Tanz. Ein Zeichen war auch das Miteinander, über Generationen hinweg: Nach den Kindern zeigten die Senioren ihre Square- und Line-Tänze – und bekamen denselben ehrlichen Applaus.

Offen sein, offen werden auch für Menschen, die der Gemeinschaft der Pfarrgemeinde fern stehen. Das ist eine Vision, eine große Aufgabe. Aber nach dem Jubiläumsfest möchte in Künzell mancher den drei „Z“ des Bischof noch ein viertes an die Seite stellen: Zukunft.


Vielen Dank für den tollen Bericht an Hermann Diel!


Pontifikalhochamt:
100 Jahre St. Antonius

Evangelium (Mt 4,26-34): Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sät; dann schläft er und steht wieder auf, es wird Nacht und wird Tag, der Samen keimt und wächst und der Mann weiß nicht, wie. Die Erde bringt von selbst ihre Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das volle Korn in der Ähre. Sobald aber die Frucht reif ist, legt er die Sichel an; denn die Zeit der Ernte ist da. Er sagte: Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen, mit welchem Gleichnis sollen wir es beschreiben? Es gleicht einem Senfkorn. Dieses ist das kleinste von allen Samenkörnern, die man in die Erde sät. Ist es aber gesät, dann geht es auf und wird größer als alle anderen Gewächse und treibt große Zweige, sodass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können. Durch viele solche Gleichnisse verkündete er ihnen das Wort, so wie sie es aufnehmen konnten. Er redete nur in Gleichnissen zu ihnen; seinen Jüngern aber erklärte er alles, wenn er mit ihnen allein war.


Liturgische Texte des Tages


[audio:https://www.st-antonius-kuenzell.de/wp-content/pred/20120617einleitung.mp3] Bischof Algermissen/Pfr. Liebig: Einleitung (MP3)


[audio:https://www.st-antonius-kuenzell.de/wp-content/pred/20120617evangelium.mp3] Pfr. Liebig: Evangeliums-Vortrag (MP3)


[audio:https://www.st-antonius-kuenzell.de/wp-content/pred/20120617predigt.mp3] Bischof Algermissen: Predigt (MP3)


[audio:https://www.st-antonius-kuenzell.de/wp-content/pred/20120617schluss.mp3] Pfr. Liebig/Bischof Algermissen:
Vermeldungen, Segen & Sendung (MP3)


Bilder und Berichte zum Festprogramm folgen!