Konzilsgedanken und Kindergartentänze

Jubiläumspfarrfest 100 Jahre St. Antonius

Beim Jubiläumspfarrfest hielt Bischof Algermissen den Künzellern die Festpredigt, die Sonne lachte über dem Festplatz und viele Helfer zauberten einen wunderbaren Abschluss des dreitägigen Festwochenendes.

Die Pfarrei St. Antonius in Künzell gibt es seit genau 100 Jahren. Seit 1912 ist in dem Dorf bei Fulda viel geschehen. In seiner Festpredigt nannte Bischof Heinz-Josef Algermissen die großen Einschnitte, allen voran die beiden Weltkriege. Die Pfarrei war auf dem Weg durch das Jahrhundert auch mit der Weltkirche und ihren Wandlungen unterwegs: Im Herbst jährt sich der Beginn des zweiten Vatikanischen Konzils zum 50. Mal. Gesellschaft, Kirche und Pfarrei sind im Wandel. „Was“, fragte Algermissen, „ist dabei veränderbar, und was ist das Unveränderliche, der feste Grund, auf dem wir stehen?“ Seine Antwort hat Algermissen bei Bonifatius gefunden, dem Apostel der Deutschen, in dessen Festmonat das Pfarrjubiläum fällt. Drei „Z“ nannte der Bischof: Zeugen – Zellen – Zeichen.

Die Zelle ist in Künzell schnell gefunden: Der Ort geht auf die Zelle des Mönches zurück, die dem Ort den Namen gab.

Ein Zeichen setzten am Pfarrfest die Kinder. Die Hälfte aller Messdiener kam, dem Bischof zu dienen – die Kirche wurde voll dadurch. Bei den Kindern aber entschuldigte sich der Bischof: Er hatte eine Erwachsenenpredigt vorbereitet. Aber: Er wird wieder kommen und zu den Kindern sprechen. „Das habe ich schon einmal versprochen“, schmunzelte Algermissen, „bei meinem letzten Besuch. Beim dritten Versprechen wird es eingelöst.“

Zeuge einer lebendigen Gemeinde und vieler freundlicher Vereine wurde der Bischof selbst: Die Tische und Bänke am Kirchplatz waren gut gefüllt, fleißige Helfer umsorgten die Gäste. Beeindruckend, wie die Vertreter der Vereine das Fest unterstützen, ob Feuerwehr, Gesangverein, GVK, Kirmesgesellschaft, Rhönklub oder Sportverein, ob im Getränkewagen, oder im Grillstand.

In seiner Predigt sprach Algermissen von der Vision seines Erfurter Amtskollegen Bischof Joachim Wanke. Dieser wünscht sich eine Kirche, die bereit ist, neue Christen willkommen zu heißen. Das Pfarrfest in Künzell ist so ein Ort: Offen, ohne Zugangsbeschränkung. Der Weg zur Gemeinde kann direkt über die Gyrospfanne führen. Oder über die GVK Musiktruppe. Diese hat sich in den letzten Jahren im ganzen Kreis einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Die Jungs spielten einen fetzigen Abschluss des Festes.

Neue Christen, das sind auch die ganz jungen Christen. Die Kindergärten St. Michael und Wolkenland zeigten tolle Tänze, die Rhönklubjugend vereinte Kinder zwischen zwei und acht Jahren im Tanz. Ein Zeichen war auch das Miteinander, über Generationen hinweg: Nach den Kindern zeigten die Senioren ihre Square- und Line-Tänze – und bekamen denselben ehrlichen Applaus.

Offen sein, offen werden auch für Menschen, die der Gemeinschaft der Pfarrgemeinde fern stehen. Das ist eine Vision, eine große Aufgabe. Aber nach dem Jubiläumsfest möchte in Künzell mancher den drei „Z“ des Bischof noch ein viertes an die Seite stellen: Zukunft.


Vielen Dank für den tollen Bericht an Hermann Diel!