Anschreiben 09/2013

Liebe Pfarrgemeinde!

Am letzten Sonntag im September feiern wir das Fest der heiligen Erzengel Michael, Gabriel und Rafael und den Monat September bezeichnen wir auch gerne als ‚Engelmonat‘.

Aber ganz ehrlich: Hätte in unserem Leben der Engel eine Chance? Denn schließlich ist es heute nicht einfach, so zu leben, dass solche Wesen wie Engel eine Chance hätten.

Und selbst wenn sich so ein Engel durch all die Computer und Zeitschriften, durch das Fernsehen und neuesten Automodelle zu uns durchkämpfen würde – ob wir ihn dann überhaupt noch erkennen würden? Glauben wir überhaupt noch an Engel? Oder haben wir sie sauber in irgendwelche kitschigen Verirrungen der letzten Jahrhunderte verwiesen? Schutzengel? Das waren doch die, die auf solch seltsamen Bildern kleine Kinder vor dem Sturz in den Abgrund bewahrten …
Es ist, zugegeben, nicht besonders modern, als aufgeklärter Christ heute an Engel zu glauben.

Die Engel sind aber dennoch ein ganz altes Glaubensgut der drei großen monotheistischen Religionen, also des Islams, des Judentums und des Christentums – und eigentlich ist überhaupt nicht einzusehen, warum wir die Engel allen möglichen anderen überlassen sollten, ihnen aber bei uns selbst keinen Raum mehr geben.

Engel, das ist ein Wort, das ursprünglich aus dem Griechischen kommt und dann im lateinischen zu angelus wird, das bedeutet ‚Bote‘. Und damit lässt sich wohl ganz gut beschreiben, was die Aufgabe der Engel ist: Sie sind Boten zwischen Gott und den Menschen, zwischen Himmel und Erde. Sie nehmen den Menschen das Handeln nicht ab, aber sie stehen ihm mit Rat und Tat zur Seite. Ein Engel ist einer, der uns den Rücken stärkt, uns begleitet.

Und so ist eine Entscheidung angesagt – meine Entscheidung: Will ich dem Engel eine Chance in meinem Leben geben? Will ich wirklich, dass diese andere Welt meine Welt berührt, ja vielleicht sogar in sie einbricht?

So wünsche ich Ihnen einen gesegneten September!
Ihr Pfarrer Rudolf Liebig