Du bist ein Liebesbrief Gottes

In der heutigen Abendmesse wurde Frau Dr. Besler-Vogel durch Erstkommunion und Firmung in unsere Gemeinde aufgenommen. Den Text der zweiten Lesung aufnehmend, entwickelt Pfr. Liebig in seiner Predigt das Bild des Briefes von Gott, der wir selber sein können und sollen: geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem lebendigen Geist Gottes auf den Tafeln unserer Herzen. Diesen Brief Gottes zu öffnen, d.h. die eigenen Begabungen zu entdecken und auch die von anderen Menschen, die uns anvertraut sind und für die wir wichtig werden können, ist eine Lebensaufgabe. Dabei sind wir nicht allein, da Gott in unserem Leben in vielfältiger Weise Spuren hinterlässt. An ihn sich zu binden erfordert dauernd und immer wieder neu verwandelnde Entscheidung, die von unserem Leben und gerade dort, wo wir alltäglich stehen und gehen, gedeckt ist…

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Erste Lesung (Hos 2, 16b.17b.21-22): [So spricht der Herr:] Ich will Israel, meine treulose Braut, in die Wüste hinausführen und sie umwerben. Sie wird mir dorthin bereitwillig folgen wie in den Tagen ihrer Jugend, wie damals, als sie aus Ägypten heraufzog. Ich traue dich mir an auf ewig; ich traue dich mir an um den Brautpreis von Gerechtigkeit und Recht, von Liebe und Erbarmen, ich traue dich mir an um den Brautpreis meiner Treue: Dann wirst du den Herrn erkennen.

Zweite Lesung (2 Kor 3, 1b-6): Brauchen wir – wie gewisse Leute – Empfehlungsschreiben an euch oder von euch? Unser Empfehlungsschreiben seid ihr; es ist eingeschrieben in unser Herz, und alle Menschen können es lesen und verstehen. Unverkennbar seid ihr ein Brief Christi, ausgefertigt durch unseren Dienst, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf Tafeln aus Stein, sondern – wie auf Tafeln – in Herzen von Fleisch. Wir haben durch Christus so großes Vertrauen zu Gott. Doch sind wir dazu nicht von uns aus fähig, als ob wir uns selbst etwas zuschreiben könnten; unsere Befähigung stammt vielmehr von Gott. Er hat uns fähig gemacht, Diener des Neuen Bundes zu sein, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig.

Evangelium (Joh 20,19-22): Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.