Reisebericht: Ein Tag bei Schwester Therese

Ein Tag bei Sr. Therese in der Dispensary St. Boniface, Kenia
von Katharina Schwab, Grüntaler Str. 56, 13359 Berlin, im Sept. 2013

In Afrika wird man morgens früh von dem Hahn, den Hühnern oder früh aufstehenden Menschen geweckt. Nie ist es nachts ganz ruhig. Man hört die Grillen wunderschön zirpen. Um 5:00 h morgens beginnt bereits für die 6 Jungen Omondi, Joseph, James, Peter, Silus und John der Tag. Sie werden von einer Schwesternhelferin geweckt, wenn es noch stockdunkel ist. Jetzt bereiten sie sich alle für den Tag vor und gehen gemeinsam in den Dining Room, um bereits für die Schule zu lernen. Eine Schwesternhelferin beaufsichtigt und unterstützt sie beim Lernen. Für die Jungen gibt es Porridge und Obst zum Frühstück, bevor sie sich um ca. 6:30 h auf den Weg zu Schule machen. Das Obst wird zum großen Teil von den Nachbarn gespendet, da im Garten noch nicht genug für die Selbstversorgung wächst. Die Nachbarn sind sehr freundlich und hilfsbereit. Über diese Gaben sind wir immer sehr dankbar gewesen. Gegen 7 h frühstückt dann der Rest der Großfamilie und die Arbeit wird für eine Weile unterbrochen.

Anschließend erledigen alle die täglich anfallenden Arbeiten im Haushalt und kümmern sich um den Garten und die Tiere. Sr. Therese ist meistens schon eine Weile wach. Sobald Patienten kommen, versorgt sie mit einer Angestellten die Patienten in der neu gebauten Dispensary. Seit dem 28.7.2013 sind wir in den Neubau umgezogen und es kommen täglich viele Patienten zur Behandlung. Die Menschen sind dankbar für die neue Krankenstation und wenn sie einmal nicht bezahlen können, bringen sie z.B. als Dank einen prächtigen Hahn vorbei oder andere Lebensmittel wie z.B. einen Sack Mais oder Bohnen. Sr. Thereses Krankenstation hat bereits einen guten Ruf durch Weiterempfehlung der Einheimischen. und somit ist immer viel zu tun. Fachmännisch zieht sie Zähne, behandelt Malaria, Bluthochdruck, Pilzerkrankungen, Jiggers (Sandflöhe), Infekte, Epilepsie und führt Wundbehandlung bei verschiedenen Wunden z.B. Abszessen durch. Bei den Behandlungen der Patienten habe ich Sr. Therese täglich unterstützt und habe viele verschiedene Krankheitsbilder kennengelernt, welches für mich sehr interessant war. Die Menschen sind mir stets sehr freundlich begegnet und waren dankbar für die Behandlung und die Hilfe durch Sr. Therese und ihre Angestellten. Diese Freude gibt mir soviel zurück, welches ich gar nicht mit Worten beschreiben kann.

Zwischendurch kommen in Namangofulo immer wieder Menschen vorbei und wollen mit Sr. Therese sprechen und bitten um Rat und Hilfe. Sr. Therese nimmt sich immer Zeit für alle, auch wenn gerade viel zu tun ist. Um 13:00 h kommen die Kinder während ihrer Schulpause zum gemeinsamen Mittagessen vorbei. Nur manchmal, wenn nicht allzu viel Arbeit ansteht, haben die Angestellten auch eine kleine Mittagspause und können sich ein wenig ausruhen. Die meiste Zeit sind alle jedoch fleißig am Arbeiten. Besonders der Garten braucht viele fleißige Hände, damit in der steinigen und harten Erde Bohnen, Kürbis, Chili, Salat, Auberginen und Möhren angepflanzt werden können. Außerdem wurden um das Krankenhaus herum neue Beete mit Blumen, Papayabäumen und Nepiagras angelegt. Nun sieht es dort ganz hübsch aus mit den vielen blühenden Blumen und das Nepiagras ist auch schon ordentlich gewachsen.

Um 16:30 h kommen die Kinder aus der Schule zurück und müssen auch noch teilweise fleißig mithelfen. Dann müssen sie Sr. Therese erst einmal berichten, dass sie zurück sind. Ich habe dann immer gefragt, was sie in der Schule gemacht haben. Abends gegen 18-18:30 h finden sich alle im Dining Room zusammen und essen gemeinsam Abendbrot. Vor und nach den Mahlzeiten wird immer zusammen gebetet und Gott gedankt für die Dinge, die er uns gibt und auch für die Menschen gedankt, die Sr. Therese mit ihrer Großfamilie unterstützen.

Der Glaube spielt bei allen eine große Rolle und gibt Kraft für die tägliche Arbeit. Deswegen gibt es nach dem Abend eine gemeinsame Andachtszeit, wo zuerst gebetet wird. Anschließend liest Sr. Therese die tägliche Bibelstelle vor. Dies ist eine Zeit zur gemeinsamen Besinnung und die jeweilige Lesung wird gemeinsam besprochen. Die Kinder spülen zusammen ab und lernen dann noch einmal für die Schule.

Mittlerweile ist es draußen schon ganz dunkel, denn um 18:30 h wird es abrupt Nacht. Um 21:00 h abends beginnt dann für alle nach einem Tag voll vieler Eindrücke und Erlebnisse der Feierabend. Sr. Therese verabschiedet sich meistens gegen 20:00 h von uns allen, um sich auszuruhen. Mit Gottes Kraft, Nächstenliebe und viel Power leistet sie mit ihren 80 Jahr unermüdlichen Dienst an den Mitmenschen.