Anschreiben 2014/1

Liebe Pfarrgemeinde!

Mit diesem Pfarrbrief im Januar blicken wir schon wieder in das neue Jahr 2014, für das ich Ihnen Gesundheit und Gottes reichen Segen wünschen möchte.

‚Zwischen den Jahren‘ habe ich ein kleines Ritual: Ich schaue in meinem Kalender nach, wo es mich denn im neuen Jahr beruflich oder auch privat hintreiben wird. Mir ist es wichtig, die Orte in den Blick zu nehmen, an denen ich mich im neuen Jahr aufhalten werde. Es gibt nämlich Orte, die mir gut tun, an denen ich zur Ruhe kommen kann, wo ich mich wohlfühle, wo ich ‚Ich‘ sein kann. Die Orte, die mir gut tun, sind für mich ‚heilige Orte‘ – Orte, an denen ich mich von etwas berühren lassen kann, das mich über meinen Alltag hinausführt. Orte an denen ich erkennen kann, dass es etwas Größeres gibt als das, was meinen Alltag ausmacht. Orte an denen ich zur Ruhe kommen kann, still werden kann, mich ergreifen lassen kann. Dazu muss man dann nicht unbedingt viel in der Weltgeschichte herumfahren. Das können auch die zehn Minuten in der Mittagspause unter einem Baum im Park sein. Das kann das Anzünden einer Kerze vor dem Mutter-Gottes-Altar in einer Kirche oder an der Grotte sein. Das kann die kleine Ecke in der Wohnung sein, die ich besonders gestaltet habe.

‚Heilige Orte‘ werden dadurch heilig, dass sie mit etwas ‚verbunden‘ sind. Wir brauchen solche Orte in unserem Leben, wir brauchen ‘heilige Orte‘ – genauso wie wir ‚heilige Zeiten‘ brauchen. Und vielleicht wäre das wirklich eine ganz spannende Frage für das neue Jahr 2014: Bin ich oft genug an solchen ‚heiligen Orten‘ und gibt es ausreichend ‚heilige Zeiten‘ für mich? Gebe ich Gott Zeit und Raum, mich zu treffen?

Vielleicht wäre Neujahr und das neue Jahr 2014 ja nicht der schlechteste Termin und die schlechteste Zeit, sich das eine oder andere vorzunehmen, was diese Seite unseres Lebens angeht.

Ihr Pfarrer
Rudolf Liebig