Herzenssache Nachfolge

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Die Berufung der Jünger ist eine unglaubliche Szene: Jesus ruft, sie folgen. Als ob es auch nur irgendwie einfach wäre sich aus dem gewohnten und liebgewonnenen Umfeld, aus Familie, Verwandtschafts- und Freundeskreis zu verabschieden. Dennoch: Es gibt sicher Ziele und Perspektiven, die es leichter, vielleicht sogar erforderlich machen, alles stehen und liegen zu lassen. Die Sache Jesu muss beides hergegeben haben. Nachfolge, so wird hier deutlich, ist eine Herzenssache. Die Jünger setzten sich in Bewegung, sie folgen – eben nicht erst nachdem sie all das, was auf sie zukommen könnte, abgeschätzt und gedanklich durchdrungen haben, sondern spontan, ohne absolute Sicherheit. In gewisser Weise erreicht der Ruf Jesu in die Nachfolge auch uns heute – nur bedeutet er für jeden und jede etwas anderes: Engagement für eine Einrichtung, ein Stehen zu der eigenen Geschichte, ein Mittun in der Gemeinde. Wichtig ist es, bereit zu sein für diesen Ruf, bereit zu sein für eine neue Priorisierung dessen, was Zeit und Geist erfüllt…

Erste Lesung (Jes 8, 23b – 9, 3): Einst hat der Herr das Land Sebulon und das Land Naftali verachtet, aber später bringt er die Straße am Meer wieder zu Ehren, das Land jenseits des Jordan, das Gebiet der Heiden. Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht; über denen, die im Land der Finsternis wohnen, strahlt ein Licht auf. Du erregst lauten Jubel und schenkst große Freude. Man freut sich in deiner Nähe, wie man sich freut bei der Ernte, wie man jubelt, wenn Beute verteilt wird. Denn wie am Tag von Midian zerbrichst du das drückende Joch, das Tragholz auf unserer Schulter und den Stock des Treibers.

Zweite Lesung (1 Kor 1, 10-13.17): Ich ermahne euch, Brüder, im Namen Jesu Christi, unseres Herrn: Seid alle einmütig, und duldet keine Spaltungen unter euch; seid ganz eines Sinnes und einer Meinung. Es wurde mir nämlich, meine Brüder, von den Leuten der Chloe berichtet, dass es Zank und Streit unter euch gibt. Ich meine damit, dass jeder von euch etwas anderes sagt: Ich halte zu Paulus – ich zu Apollos – ich zu Kephas – ich zu Christus. Ist denn Christus zerteilt? Wurde auch Paulus für euch gekreuzigt? Oder seid ihr auf den Namen des Paulus getauft worden? Christus hat mich nicht gesandt zu taufen, sondern das Evangelium zu verkünden, aber nicht mit gewandten und klugen Worten, damit das Kreuz Christi nicht um seine Kraft gebracht wird.

Evangelium (Mt 4, 12-23): Als Jesus hörte, dass man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, zog er sich nach Galiläa zurück. Er verließ Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, das am See liegt, im Gebiet von Sebulon und Naftali. Denn es sollte sich erfüllen, was durch den Propheten Jesaja gesagt worden ist: Das Land Sebulon und das Land Naftali, die Straße am Meer, das Gebiet jenseits des Jordan, das heidnische Galiläa: das Volk, das im Dunkel lebte, hat ein helles Licht gesehen; denen, die im Schattenreich des Todes wohnten, ist ein Licht erschienen. Von da an begann Jesus zu verkünden: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe. Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Petrus, und seinen Bruder Andreas; sie warfen ihre Netze in den See, denn sie waren Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm. Als er weiterging, sah er zwei andere Brüder, Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren mit ihrem Vater Zebedäus im Boot und richteten ihre Netze her. Er rief sie, und sogleich verließen sie das Boot und ihren Vater und folgten Jesus. Er zog in ganz Galiläa umher, lehrte in den Synagogen, verkündete das Evangelium vom Reich und heilte im Volk alle Krankheiten und Leiden.

Schott Messbuch zum 26.1.2014