Darstellung des Herrn 2014

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Wie glücklich muss Simeon gewesen sein, als er dem Jesuskind begegnete. Seine Worte spiegeln eine Sehnsucht nach Heil wieder, die allen Menschen bekannt sind. Nach womöglich überlanger Zeit widerfährt Simeon nun Heil, seinem Verlangen Heilung. Wie sieht es heute und bei uns mit dieser Heilung aus? Es gibt eine Reihe von äußerlichen Wunden, deren Heilung wir durch Hilfsmittel wie Salben, Pflastern und Verbänden beschleunigen können. Für den Umgang mit inneren Wunden ist die Unterstützung des Heilungsprozesses aber schwieriger. Pfr. Liebig gibt in seiner Predigt vier Hinweise dazu: Grundvoraussetzung ist die Bereitschaft zur Begegnung mit anderen Menschen, zum Gespräch mit ihnen, denn nur das Gespräch kann Veränderung, Verbesserung, Heilung erwirken. Hilfreich ist es, Vertrauen fassen zu können, auch und gerade Gottvertrauen in schwierigen und schlimmen Situationen, deren Gutes oder Sinnvolles vielleicht erst viel später oder auch gar nicht erkennbar wird. Erforderlich ist es auch genau zuzuhören, insbesondere auf das zu achten, was nicht gesagt wird, und auf das, was “zwischen den Zeilen” steht. Zuletzt ist es auch wichtig, dem Nächsten direkt in die Augen zu schauen, ihm nicht auszuweichen – egal ob bewusst oder unbewusst. – Berücksichtigen wir diese Punkte so gut wir können, sind wir es, durch die Jesus auch heute begegnet und Heilung schenkt…

Erste Lesung (Mal 3,1-4): [So spricht Gott, der Herr:] Seht, ich sende meinen Boten; er soll den Weg für mich bahnen. Dann kommt plötzlich zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht, und der Bote des Bundes, den ihr herbeiwünscht. Seht, er kommt!, spricht der Herr der Heere. Doch wer erträgt den Tag, an dem er kommt? Wer kann bestehen, wenn er erscheint? Denn er ist wie das Feuer im Schmelzofen und wie die Lauge im Waschtrog. Er setzt sich, um das Silber zu schmelzen und zu reinigen: Er reinigt die Söhne Levis, er läutert sie wie Gold und Silber. Dann werden sie dem Herrn die richtigen Opfer darbringen. Und dem Herrn wird das Opfer Judas und Jerusalems angenehm sein wie in den Tagen der Vorzeit, wie in längst vergangenen Jahren.

Zweite Lesung (Hebr 2, 11-12.13c-18): Er, der heiligt, und sie, die geheiligt werden, stammen alle von Einem ab; darum scheut er sich nicht, sie Brüder zu nennen und zu sagen: Ich will deinen Namen meinen Brüdern verkünden, inmitten der Gemeinde dich preisen; und ferner: Seht, ich und die Kinder, die Gott mir geschenkt hat. Da nun die Kinder Menschen von Fleisch und Blut sind, hat auch er in gleicher Weise Fleisch und Blut angenommen, um durch seinen Tod den zu entmachten, der die Gewalt über den Tod hat, nämlich den Teufel, und um die zu befreien, die durch die Furcht vor dem Tod ihr Leben lang der Knechtschaft verfallen waren. Denn er nimmt sich keineswegs der Engel an, sondern der Nachkommen Abrahams nimmt er sich an. Darum musste er in allem seinen Brüdern gleich sein, um ein barmherziger und treuer Hoherpriester vor Gott zu sein und die Sünden des Volkes zu sühnen. Denn da er selbst in Versuchung geführt wurde und gelitten hat, kann er denen helfen, die in Versuchung geführt werden.

Evangelium (Lk 2,22-32): Es kam für die Eltern Jesu der Tag der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung. Sie brachten das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn zu weihen, gemäß dem Gesetz des Herrn, in dem es heißt: Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn geweiht sein. Auch wollten sie ihr Opfer darbringen, wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben. In Jerusalem lebte damals ein Mann namens Simeon. Er war gerecht und fromm und wartete auf die Rettung Israels, und der Heilige Geist ruhte auf ihm. Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden, er werde den Tod nicht schauen, ehe er den Messias des Herrn gesehen habe. Jetzt wurde er vom Geist in den Tempel geführt; und als die Eltern Jesus hereinbrachten, um zu erfüllen, was nach dem Gesetz üblich war, nahm Simeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten: Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.

Schott Messbuch zum 2.2.2014