Seid heilig!

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Der Aufruf des Herrn an sein Volk, “Seid heilig!” aus der ersten Lesung gilt uns Christen in besonderer Weise, da Jesus ihn in der Bergpredigt radikalisiert: Die Forderung der Nächstenliebe wird ausgeweitet zur Forderung der Feindesliebe. Diesem Auftrag nachzukommen ist unsere Berufung, auch eine Aufgabe, der wir nicht immer in wünschenswerter Weise nachkommen. Heiligkeit bedeutet also auch immer Angefochtensein in dem, was wir mal mehr, mal weniger erfolgreich an Liebeswerken dort wo wir stehen schaffen. Gut, dass das Heiligsein nicht erst verdient werden muss, sondern von Anfang an und vor aller gut gemeinter Tat in der Zusage Gottes zu seiner Schöpfung, in der durch die Taufe gestifteten Gemeinschaft mit ihm von ihm geschenkt ist. Dennoch dürfen wir uns vornehmen Nächstenliebe, Gottesliebe, Abkehr vom Bösen, Umkehr und den Willen Gottes zu erfüllen so gut es eben geht – wachsam und klug dürfen wir sie in unser geistliches Leben einfließen lassen, dann kann sich auch an uns erfüllen und vollenden, was Gott durch Moses sagt: Seid heilig, denn ich, der Herr, Euer Gott, bin heilig…

Erste Lesung (Lev 19, 1-2.17-18): Der Herr sprach zu Mose: Rede zur ganzen Gemeinde der Israeliten, und sag zu ihnen: Seid heilig, denn ich, der Herr, euer Gott, bin heilig. Du sollst in deinem Herzen keinen Hass gegen deinen Bruder tragen. Weise deinen Stammesgenossen zurecht, so wirst du seinetwegen keine Schuld auf dich laden. An den Kindern deines Volkes sollst du dich nicht rächen und ihnen nichts nachtragen. Du sollst deinen Nächsten Lieben wie dich selbst. Ich bin der Herr.

Zweite Lesung (1 Kor 3, 16-23): Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? Wer den Tempel Gottes verdirbt, den wird Gott verderben. Denn Gottes Tempel ist heilig, und der seid ihr. Keiner täusche sich selbst. Wenn einer unter euch meint, er sei weise in dieser Welt, dann werde er töricht, um weise zu werden. Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit vor Gott. In der Schrift steht nämlich: Er fängt die Weisen in ihrer eigenen List. Und an einer anderen Stelle: Der Herr kennt die Gedanken der Weisen; er weiß, sie sind nichtig. Daher soll sich niemand eines Menschen rühmen. Denn alles gehört euch; Paulus, Apollos, Kephas, Welt, Leben, Tod, Gegenwart und Zukunft: alles gehört euch; ihr aber gehört Christus, und Christus gehört Gott.

Evangelium (Mt 5, 38-48): [In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:] Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn. Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin. Und wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann lass ihm auch den Mantel. Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm. Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab. Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden? Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.

Schott – Liturgische Texte des Tages