Anschreiben 2014/3

Liebe Pfarrgemeinde!

Der Monat März führt uns in die österliche Bußzeit, die Fastenzeit. Die Fastenzeit weist uns darauf hin, dass derjenige, der sich auf das Leben einlässt, nicht unverletzt davon kommt.

Keiner von uns ist ein unverwundbarer Held wie Siegfried oder der griechische Kämpfer Achill – und sogar die haben ihre Achillesferse und ihre unverwundbare Stelle zwischen den Schulterblättern gehabt.

Jeder und jede von uns ist von Verletzungen seines Lebens gezeichnet.

Da fallen uns zunächst unsere körperlichen Verletzungen ein – eine Narbe, der Bruch, der schlecht zusammengeheilt ist. Kaum jemand von uns hat nicht eine Narbe am Körper, die eine entsprechende Geschichte erzählt. Das sind ‚unveränderliche Kennzeichen‘, wie es in den amtlichen Papieren heißt.

Nicht so offensichtlich sind die seelischen Verletzungen, die wir in uns tragen: Trauer, Angst, Scheitern, eine Liebe, die nicht erwidert wurde…

Gerade wegen all dieser Verletzungen lebt in uns die Sehnsucht nach Heil und Heilsein.

Die Fastenzeit ist eine Zeit, in der wir uns unsere Lebensbrüche deutlich machen, indem wir sie anschauen, an ihnen arbeiten und dadurch einen Wandel im eigenen Leben erfahren.
Unsere Gemeinde möchte hier Hilfe sein auf dem Weg. Die Gottesdienste, Kreuzwegandachten, Frühschichten und vor allem unser ‚Oasentag‘ laden dazu ein, diesen Wandel hautnah zu erfahren.

So wünsche ich uns allen jetzt in der österlichen Bußzeit eine gute und tiefe geistliche Zeit, die uns Heil und Heilung als das Kennzeichen der christliche Botschaft ganz tief und neu erfahren lässt.

Ihr Pfarrer
Rudolf Liebig