Anschreiben 2014/04

Liebe Pfarrgemeinde!

Der Monat April schenkt uns das Osterfest. Jedoch ist Ostern eigentlich kein Datum, das der liturgische Kalender vorsieht. Ostern ist viel mehr, wenn im Dunkel unserer Welt plötzlich ein Funke aufglimmt, wenn sich Menschen frierend und ein wenig verloren an einem Feuer in der Nacht treffen, wenn Worte erinnern und berühren, wenn man sich hineinnehmen lässt in das Geheimnis von Verwandlung. Ostern geschieht immer dann und dort, wo ein Mensch es wagt sich zu wandeln, dem Leben mehr zu trauen als dem Tod, den entscheidenden Schritt zu tun, die Grenze zu überschreiten, aus dem Grab herauszukommen, den Stein weg zu wälzen, der Versuchung zu widerstehen, liegen zu bleiben. Und das geschieht oft mitten in der Nacht, ganz alleine, mit viel Mut. Und es geschieht oft genug ohne öffentliches Halleluja und ohne Festpredigt. Lassen wir uns von ihm – Jesus Christus – anrühren, wandeln. Ostern muss in mir und dir geschehen – oder es wird nicht geschehen. So geschieht Ostern leise und manchmal fast nicht wahrzunehmen – aber doch unwiderstehlich, weil uns das Leben, die Liebe, Gott ruft… – So wünsche ich uns allen ein gesegnetes Osterfest.

Ihr Pfarrer
Rudolf Liebig