Oasentag 2014 – Pax et bonum!

Kreuz von San Damiano (Wikimedia.org)
Kreuz von San Damiano (Wikimedia.org)

Pax et bonum! Frieden und Heil euch allen – ausgehend von diesem franziskanischen Gruß überlegt Pfarrer Liebig zum Abschluss des diesjährigen Oasentags, was Franziskus uns heute bezeugt. Christsein heißt eine lebendige Beziehung zu Christus zu haben, Christus immer ähnlicher zu werden. Je mehr wir mit Christus umgehen, uns ihm aussetzen, desto ähnlicher werden wir ihm. Auch für Franziskus beginnt der Weg zu Gott beim Gekreuzigten, genauer beim Anblick des Kreuzes in der Kirche von San Damiano. Dieser Christus lebt, er schaut uns mit offenen Augen an – durch Leid, durch Schmerz, durch Ohnmacht. Das herabströmende Blut drückt nicht Tod, sondern Leben aus. Jesu Blick geht zu Herzen, dieser Christus spricht von einem Tod, das Leben hervorbringt, von einer Liebe, die den Tod überwindet. Begreift man dies, wird man neue Schöpfung. Durch diese Liebe, derer wir uns jeden Sonntag vergewissern, dürfen wir unsere Lasten ablegen und abgeben, so dass unser Leben leichter wird. Wer Christus nachfolgt, erlangt so den wahren Frieden, einen Frieden, der in die und über die demütige Tiefe des Kreuzes geht…

Erste Lesung (Ezechiel 37,12b-14): So spricht Gott, der Herr: Ich öffne eure Gräber und hole euch, mein Volk, aus euren Gräbern herauf. Ich bringe euch zurück in das Land Israel. Wenn ich eure Gräber öffne und euch, mein Volk, aus euren Gräbern heraufhole, dann werdet ihr erkennen, dass ich der Herr bin. Ich hauche euch meinen Geist ein, dann werdet ihr lebendig und ich bringe euch wieder in euer Land. Dann werdet ihr erkennen, dass ich der Herr bin. Ich habe gesprochen und ich führe es aus – Spruch des Herrn.

Zweite Lesung (Galater 6,14-18): [Schwestern und Brüder!] Ich […] will mich allein des Kreuzes Jesu Christi, unseres Herrn, rühmen, durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt. Denn es kommt nicht darauf an, ob einer beschnitten oder unbeschnitten ist, sondern darauf, dass er neue Schöpfung ist. Friede und Erbarmen komme über alle, die sich von diesem Grundsatz leiten lassen, und über das Israel Gottes. In Zukunft soll mir niemand mehr solche Schwierigkeiten bereiten. Denn ich trage die Zeichen Jesu an meinem Leib. Die Gnade Jesu Christi, unseres Herrn, sei mit eurem Geist, meine Brüder. Amen.

Evangelium (Mt 11,25-30) In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will. Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele.6 30 Denn mein Joch drückt nicht und meine Last ist leicht.

Schott – Liturgische Texte des Tages
Kreuz von San Damiano (Wikipedia)
Kreuz von San Damiano (haus-der-stille.at)