Pfarrfest 2014: In einem Boot…

Im Vergleich mit den Pilgrim Fathers, die mit ihrem Schiff, der Mayflower, einst die neue Welt erreichten, geht Neupriester Agricola aus unserem Pastoralverbund in seiner Predigt zum Pfarrfest 2014 intensiver auf unser Jahresleitwort „Franziskus – Kirche im Wandel“ ein. Dazu haben wir das Bild vor Augen, das in unserer Kirche aushängt: Im Schiff von Mutter Kirche sind wir gemeinsam unterwegs durch die Wogen der Zeiten, hin zu unserem Ziel, dem sicheren Hafen Gottes. – Unsere Lebensreise und damit die Reise von Mutter Kirche wird von göttlichem Segen begleitet: Dabei ist Christus der Steuermann oder der Kapitän. – Das Kreuz, das Zeichen unseres Glaubens, entdecken wir in den Mastbäumen, deren Segel in den Wind des Hl. Geistes gehalten werden. – In den Widerspiegelungen im Wasser erkennen wir die Umrisse einer Kirche und auch die Kreuze finden wir gespiegelt wider. – Auf dem vorderen Segel, dem sogenannten Rahsegel, erblicken wir das Tau-Kreuz, das Zeichen des Friedens und der Versöhnung, ein Vermächtnis des hl. Franz von Assisi. – Das hintere Segel, das Gaffelsegel, ist mit dem Zeichen unseres Papstes Franziskus bedruckt. Papst Franziskus wählte sicher den Namen dieses großen Heiligen, um in seinem Namen mit der Kirche einen neuen Aufbruch, ja, einen spürbaren Wandel zu versuchen und anzusteuern. – Die Reise, so Agricola, ist nicht immer einfach, neben dem Steuermann gilt es auch mit den Mitreisenden auszukommen, sie zunächst kennenzulernen, sie schätzen zu lernen, gemeinsam zu lernen, in die bestimmte Richtung hin Fahrt aufzunehmen und darüber nicht in Streit zu verfallen. In Übertragung auf die Kirche an sich und vor Ort empfiehlt Agricola die Kommunikation miteinander als fundamentales Friedens- und Entwicklungsmittel…

Erste Lesung: Genesis 6,5-9,17 (Auswahltext) – Gott sah, dass die Bosheit unter den Menschen auf der Erde mehr und mehr zunahm. Gott bereute, den Menschen auf der Erde gemacht zu haben. Es bekümmerte ihn bis ins Herz hinein. Und Gott sprach: Vom Erdboden auslöschen will ich den Menschen, das Vieh, die Kriechtiere und die Vögel des Himmels. Nur Noah fand Gnade in den Augen des Herrn. – Darauf sprach Gott zu Noah: Geh mit allen in die Arche, die du gebaut hast, denn du bist vor mir gerecht. Nimm von allen Tieren je sieben Paare mit, ein Weibchen und ein Männchen, um Nachwuchs auf der ganzen Erde zu erhalten. Denn in sieben Tagen wird es vierzig Tage und vierzig Nächte regnen. – Und Noah tat alles, was der Herr ihm geboten hatte. – Noah ging mit allen in die Arche und nach sieben Tagen kam das Wasser der Flut auf die Erde. Der Regen fiel auf die Erde vierzig Tage und Vierzig Nächte lang. Die Wasser wuchsen und hoben die Arche immer höher. Alles starb, was auf der Erde den Geist des Lebens atmete. Nur Noah und was mit ihm auf der Arche war, blieb übrig. – Nach hundertünfzig Tagen ließ Gott einen Wind über die Erde wehen und das Wasser sank. Und es geschah nach vierzig Tagen, da öffnete Noah das Fenster der Arche. Er ließ zuerst einen Raben, dann eine Taube hinaus. Die Taube fand jedoch keinen Boden unter den Füßen und kehrte zurück. Nach weiteren sieben Tagen ließ er sie wieder hinaus und am Abend kam sie zurück und siehe: In ihrem Schnabel hatte sie einen frischen Olivenzweig. Es war nicht mehr viel Wasser auf der Erde. Nach weiteren sieben Tagen flog sie ein drittes Mal aus und sie kam nicht wieder. Da entfernte Noah das Dach der Arche, blickte hinaus und siehe: Die Erdoberfläche war trocken. – Alle Lebewesen, die gerettet wurden, konnten die Arche verlassen und Gott segnete sie.

Zweite Lesung: Römer 5,12-15 – Durch einen einzigen Menschen kam die Sünde in die Welt und durch die Sünde der Tod und auf diese Weise gelangte der Tod zu allen Menschen, weil alle sündigten. Sünde war schon vor dem Gesetz in der Welt, aber Sünde wird nicht angerechnet, wo es kein Gesetz gibt; dennoch herrschte der Tod von Adam bis Mose auch über die, welche nicht wie Adam durch Übertreten eines Gebots gesündigt hatten; Adam aber ist die Gestalt, die auf den Kommenden hinweist. Doch anders als mit der Übertretung verhält es sich mit der Gnade; sind durch die Übertretung des einen die vielen dem Tod anheim gefallen, so ist erst recht die Gnade Gottes und die Gabe, die durch die Gnadentat des einen Menschen Jesus Christus bewirkt worden ist, den vielen reichlich zuteil geworden.

Evangelium: Markus 4,35-41 – Am Abend dieses Tages sagte er zu ihnen: Wir wollen ans andere Ufer hinüberfahren. Sie schickten die Leute fort und fuhren mit ihm in dem Boot, in dem er saß, weg; einige andere Boote begleiteten ihn. Plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm, und die Wellen schlugen in das Boot, sodass es sich mit Wasser zu füllen begann. Er aber lag hinten im Boot auf einem Kissen und schlief. Sie weckten ihn und riefen: Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen? Da stand er auf, drohte dem Wind und sagte zu dem See: Schweig, sei still! Und der Wind legte sich und es trat völlige Stille ein. Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben? Da ergriff sie große Furcht und sie sagten zueinander: Was ist das für ein Mensch, dass ihm sogar der Wind und der See gehorchen?

Liturgische Texte des Tages

Vielen Dank an Annette Fey und Christiana Fischer für die schönen Fotos!