Ewig Gebet 2014: Man sieht nur mit dem Herzen gut

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In seiner Predigt zu Ewig Gebet 2014 verfolgt Pfarrer Liebig das Wesen des Glaubens. Anknüpfend an die Geschichte des kleinen Prinzen von Antoine de Saint-Exupéry gelte auch für den Glauben, dass man nur mit dem Herzen gut sehe und das Wesentliche unsichtbar sei. So seien Überlieferungen, Formen und Rituale doch nur Hilfsmittel, um über das Wesentliche, nicht Sichtbare des Glaubens, im Gespräch zu bleiben. Innigste Begegnung erlaube jedoch die Eucharistie, das Durchschreiten einer offenen Tür hin zu Gott die Anbetung der Eucharistie am heutigen Tage…

Erste Lesung: Ezechiel 18,25-28 – [So spricht der Herr:] Ihr sagt: Das Verhalten des Herrn ist nicht richtig. Hört doch, ihr vom Haus Israel: Mein Verhalten soll nicht richtig sein? Nein, euer Verhalten ist nicht richtig. Wenn der Gerechte sein rechtschaffenes Leben aufgibt und unrecht tut, muss er dafür sterben. Wegen des Unrechts, das er getan hat, wird er sterben. Wenn sich der Schuldige von dem Unrecht abwendet, das er begangen hat, und nach Recht und Gerechtigkeit handelt, wird er sein Leben bewahren. Wenn er alle Vergehen, deren er sich schuldig gemacht hat, einsieht und umkehrt, wird er bestimmt am Leben bleiben.

Zweite Lesung: Philipper 2, 1-11 – Brüder! Wenn es Ermahnung in Christus gibt, Zuspruch aus Liebe, eine Gemeinschaft des Geistes, herzliche Zuneigung und Erbarmen, dann macht meine Freude dadurch vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid, einander in Liebe verbunden, einmütig und einträchtig, dass ihr nichts aus Ehrgeiz und nichts aus Prahlerei tut. Sondern in Demut schätze einer den andern höher ein als sich selbst. Jeder achte nicht nur auf das eigene Wohl, sondern auch auf das des anderen. Seid untereinander so gesinnt, wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht:
6Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu und jeder Mund bekennt: „Jesus Christus ist der Herr“ – zur Ehre Gottes, des Vaters.

Evangelium: Matthäus 21,28-32 – [In jener Zeit sprach Jesus zu den Hohenpriestern und den Ältesten des Volkes:] Was meint ihr? Ein Mann hatte zwei Söhne. Er ging zum ersten und sagte: Mein Sohn, geh und arbeite heute im Weinberg! Er antwortete: Ja, Herr!, ging aber nicht. Da wandte er sich an den zweiten Sohn und sagte zu ihm dasselbe. Dieser antwortete: Ich will nicht. Später aber reute es ihn, und er ging doch. Wer von den beiden hat den Willen seines Vaters erfüllt? Sie antworteten: Der zweite. Da sagte Jesus zu ihnen: Amen, das sage ich euch: Zöllner und Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr. Denn Johannes ist gekommen, um euch den Weg der Gerechtigkeit zu zeigen, und ihr habt ihm nicht geglaubt; aber die Zöllner und die Dirnen haben ihm geglaubt. Ihr habt es gesehen, und doch habt ihr nicht bereut und ihm nicht geglaubt.

Pfarrbrief 2014/10

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Predigt: Weil ich gütig bin (Arbeiter im Weinberg)

Die Arbeiter im Weinberg – Jesus und das Geld – Handsignierter Original-Holzschnitt zum Wirtschaftskommentar des Heinz Schröder zum Neuen Testament: Jesus und das Geld. Wirtschaftskommentar zum Neuen Testament. Gesellschaft für Kulturhistorische Dokumentation e.V.: Karlsruhe, 1979.
Die Arbeiter im Weinberg – Jesus und das Geld – Handsignierter Original-Holzschnitt zum Wirtschaftskommentar des Heinz Schröder zum Neuen Testament: Jesus und das Geld. Wirtschaftskommentar zum Neuen Testament. Gesellschaft für Kulturhistorische Dokumentation e.V.: Karlsruhe, 1979.

In seiner Predigt zu dem Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg benennt Weihbischof Diez das Hauptproblem der Arbeiter der ersten Stunde, die am Abend mit Neid und Missgunst auf die ebenso wie sie entlohnten Arbeiter der letzten Stunden schauen: Sie haben den Herrn aus dem Blick verloren und sehen nur noch sich, sie erheben über die anderen Menschen, die ihnen doch so nahe sein müssten, einen Anspruch, der ihnen selbst am Morgen noch fremd gewesen wäre und sind nicht in der Lage, sich mit denjenigen, welche die Gnade des Herrn des Weinbergs spät erfahren, aber den ganzen Tag um ihren Lebensunterhalt bangen mussten, zu freuen. Das Motiv des Weinbergbesitzers wird im Text genannt: Weil er gütig ist, verfährt er wie er verfährt. Als Hörende des Wortes dürfen wir nicht vergessen, dass wir uns auch in den Arbeitenden der letzten Stunde erkennen dürfen, und daher vorsichtig sein sollten mit Vorbehalten gegenüber denjenigen, die sich im Gemeindeleben vielleicht noch nicht so “bewährt” haben wie wir…

Erste Lesung: Jesaja 55,6-9 – Sucht den Herrn, solange er sich finden lässt, ruft ihn an, solange er nahe ist. Der Ruchlose soll seinen Weg verlassen, der Frevler seine Pläne. Er kehre um zum Herrn, damit er Erbarmen hat in ihm, und zu unserem Gott; denn er ist groß im Verzeihen. Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege – Spruch des Herrn. So hoch der Himmel über der Erde ist, so hoch erhaben sind meine Wege über eure Wege und meine Gedanken über eure Gedanken.

Zweite Lesung: Philipper 2,20ad-24.27a – Darauf warte und hoffe ich, dass Christus durch meinen Leib verherrlicht wird, ob ich lebe oder sterbe. Denn für mich ist Christus das Leben, und Sterben Gewinn. Wenn ich weiterleben soll, bedeutet das für mich fruchtbare Arbeit. Was soll ich wählen? Ich weiß es nicht. Es zieht mich nach beiden Seiten: Ich sehne mich danach, aufzubrechen und bei Christus zu sein – um wie viel besser wäre das! Aber euretwegen ist es notwendiger, dass ich am Leben bleibe. Vor allem: lebt als Gemeinde so, wie es dem Evangelium Christi entspricht.

Evangelium: Matthäus 20,1-16a – Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Gutsbesitzer, der früh am Morgen sein Haus verließ, um Arbeiter für seinen Weinberg anzuwerben. Er einigte sich mit den Arbeitern auf einen Denar für den Tag und schickte sie in seinen Weinberg. Um die dritte Stunde ging er wieder auf den Markt und sah andere dastehen, die keine Arbeit hatten. Er sagte zu ihnen: geht auch ihr in meinen Weinberg! Ich werde euch geben, was recht ist. Und sie gingen. Um die sechste Stunde und um die neunte Stunde ging der Gutsherr wieder auf den Markt und machte es ebenso. Als er um die elfte Stunde noch einmal hinging, traf er wieder einige, dir dort herumstanden. Er sagte zu ihnen: Was steht ihr hier den ganzen Tag untätig herum? Sie antworteten: Niemand hat uns angeworben. Da sagte er zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg! Als es nun Abend geworden war, sagte der Besitzer des Weinbergs zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter und zahl ihnen den Lohn aus, angefangen von den letzten, bis hin zu den ersten. Da kamen die Männer, die er um die elfte Stunde angeworben hatte, und jeder erhielt einen Denar. Als dann die ersten an der Reihe waren, glaubten sie, mehr zu bekommen. Aber auch sie erhielten nur einen Denar. Da begannen sie, über den Gutsherrn zu murren, und sagten: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleichgestellt; wir aber haben den ganzen Tag über die Last der Arbeit und die Hitze ertragen. Da erwiderte er einem von ihnen: Mein Freund, dir geschieht kein Unrecht. Hast du nicht einen Denar mit mir vereinbart? Nimm dein Geld und geh! Ich will dem letzten ebenso viel geben wie dir. Darf ich mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will? Oder bist du neidisch, weil ich zu anderen gütig bin? So werden die Letzten die Ersten sein.

Predigt: Kreuzerhöhung 2014

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Das Fest der Kreuzerhöhung nutzt Pfarrer Liebig in seiner Predigt um die Bedeutung des Kreuzes in Erinnerung zu rufen: Es steht einerseits für das Leiden Jesu, von dem dieser – so im Gebet im Ölgarten – Gott abzusehen bat, andererseits aber auch die Überwindung des Leids am Ostermorgen. Horizontale und Vertikale verbinden Erde und Himmel, die eigene Person und die Mitmenschen. Das Kreuz erinnert an unseren Auftrag Gottes Wille zu tun so wie wir ihn verstehen – auch wenn es nicht immer ein leichter Weg ist, sondern auch Entbehrungen bedeuten kann…

Erste Lesung: Numeri 21,4-9 – [In jenen Tagen] brachen die Israeliten vom Berg Hor auf und schlugen die Richtung zum Schilfmeer ein, um Edom zu umgehen. Unterwegs aber verlor das Volk den Mut, es lehnte sich gegen Gott und gegen Mose auf und sagte: Warum habt ihr uns aus Ägypten heraufgeführt? Etwa damit wir in der Wüste sterben? Es gibt weder Brot noch Wasser. Dieser elenden Nahrung sind wir überdrüssig. Da schickte der Herr Giftschlangen unter das Volk. Sie bissen die Menschen, und viele Israeliten starben. Die Leute kamen zu Mose und sagten: Wir haben gesündigt, denn wir haben uns gegen den Herrn und gegen dich aufgelehnt. Bete zum Herrn, dass er uns von den Schlangen befreit. Da betete Mose für das Volk. Der Herr antwortete Mose: Mach dir eine Schlange, und häng sie an einer Fahnenstange auf! Jeder, der gebissen wird, wird am Leben bleiben, wenn er sie ansieht. Mose machte also eine Schlange aus Kupfer und hängte sie an einer Fahnenstange auf. Wenn nun jemand von einer Schlange gebissen wurde und zu der Kupferschlange aufblickte, blieb er am Leben.

Zweite Lesung: Philipper 2,6-11 – Christus Jesus war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu und jeder Mund bekennt: „Jesus Christus ist der Herr“ – zur Ehre Gottes, des Vaters.

Evangelium: Johannes 3,13-17 – [In jener Zeit sprach Jesus zu Nikodemus:] Niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen außer dem, der vom Himmel herabgestiegen ist: der Menschensohn. Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, in ihm das ewige Leben hat. Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.