Erster Advent 2014 – Seien wir wachsam

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In seiner Predigt zum Ersten Advent 2014 entwickelt Pfarrer Liebig entlang des neuen, sich an einem Wort von Papst Franziskus orientierenden Jahresmotto unseres Pastoralverbunds “Was im Leben wirklich zählt: Demut, Barmherzigkeit und Vergebung” die Bedeutung von Demut, Barmherzigkeit und Vergeben. Auch wenn sie in unserer Sprache selten geworden sind und nicht zeitgemäß klingen, treffen sie doch genau, was Jesus lebt und verkündet und daher auch uns als Lebensprogramm gut steht. Was verbirgt sich hinter diesen drei Wörtern: Demut, Barmherzigkeit und Vergebung? Was versteht unser Papst darunter? – Demütig ist, wer Gott achtet und deshalb Achtung verdient. Demut ist notwendig für eine echte Gemeinschaft. Das heißt: Wer demütig ist, nimmt gegenseitig Rücksicht auf den anderen, ohne sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen. Es geht also bei dem Wort ‚Demut‘ nicht um ein unterwürfiges Buckeln, als das Demut oft später missverstanden wurde. – Der Schatz der Barmherzigkeit hängt für unseren Papst Franziskus ganz eng mit der Liebe zusammen. Er fragt uns: ‚Was zieht dein Herz an? Kann ich sagen, dass es die Liebe Gottes ist? Ist da der Wunsch, den anderen Gutes zu tun, für den Herrn und für unsere Brüder und Schwestern zu leben?‘ – Und weiter fährt er fort: ‚Kardinal Kasper sagte, dass von der Barmherzigkeit zu hören, dass dieses Wort alles ändert. Es ist das Beste, was wir hören können: Es ändert die Welt. Ein wenig Barmherzigkeit macht die Welt weniger kalt und viel gerechter. Wir haben es notwendig, diese Barmherzigkeit Gottes zu verstehen, dieses barmherzigen Vaters, der so viel Geduld hat.‘ (Angelusgebet 17. März 2013)…

Erste Lesung – Jesaja 63,16b-17.19b;64,3-7: Du, Herr, bist unser Vater, „Unser Erlöser von jeher“ wirst du genannt. Warum lässt du uns, Herr, von deinen Wegen abirren und machst unser Herz hart, so dass wir dich nicht mehr fürchten? Kehre zurück um deiner Knechte willen, um der Stämme willen, die dein Eigentum sind. Reiß doch den Himmel auf, und komm herab, so dass die Berge zittern vor dir. Seit Menschengedenken hat man noch nie vernommen, kein Ohr hat gehört, kein Auge gesehen, dass es einen Gott gibt außer dir, der denen Gutes tut, die auf ihn hoffen. Ach, kämst du doch denen entgegen, die tun, was recht ist, und nachdenken über deine Wege. Ja, du warst zornig; denn wir haben gegen dich gesündigt, von Urzeit an sind wir treulos geworden. Wie unreine Menschen sind wir alle geworden, unsere ganze Gerechtigkeit ist wie ein schmutziges Kleid. Wie Laub sind wir alle verwelkt, unsere Schuld trägt uns fort wie der Wind. Niemand ruft deinen Namen an, keiner rafft sich dazu auf, festzuhalten an dir. Denn du hast dein Angesicht vor uns verborgen und hast uns der Gewalt unserer Schuld überlassen. Und doch bist du, Herr, unser Vater. Wir sind der Ton, und du bist unser Töpfer, wir alle sind das Werk deiner Hände.

Zweite Lesung – 1 Korinther 1,3-9: Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Ich danke Gott jederzeit euretwegen für die Gnade Gottes, die euch in Christus Jesus geschenkt wurde, dass ihr an allem reich geworden seid in ihm, an aller Rede und aller Erkenntnis. Denn das Zeugnis über Christus wurde bei euch gefestigt, so dass euch keine Gnadengabe fehlt, während ihr auf die Offenbarung Jesu Christi, unseres Herrn, wartet. Er wird euch auch festigen bis ans Ende, so dass ihr schuldlos dasteht am Tag Jesu, unseres Herrn. Treu ist Gott, durch den ihr berufen worden seid zur Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus, unserem Herrn.

Evangelium – Markus 13,33-37: [In jener Zeit, sprach Jesus zu seinen Jüngern:] Seht euch also vor, und bleibt wach! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist. Es ist wie mit einem Mann, der sein Haus verließ, um auf Reisen zu gehen: Er übertrug alle Verantwortung seinen Dienern, jedem eine bestimmte Aufgabe; dem Türhüter befahl er, wachsam zu sein. Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt, ob am Abend oder um Mitternacht, ob beim Hahnenschrei oder erst am Morgen. Er soll euch, wenn er plötzlich kommt, nicht schlafend antreffen. Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Seid wachsam!