Pfarrbrief 2015/05

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Von Hirten und Schafen

Quelle/Klick: Elizabeth Frink, "Shepherd and Sheep" - Foto von Steve Rutherford auf Flickr.com
Quelle/Klick: Elizabeth Frink, “Shepherd and Sheep” – Foto von Steve Rutherford auf Flickr.com

Das Bild von den Schafen und dem Hirten gefällt heute nicht allen Gläubigen, verstehen sie es doch eventuell so, dass sie als uneigenständig oder gar dumm charakterisiert werden. Dabei, so Pfr. Liebig in seiner Predigt, geht es doch um etwas ganz anderes: Hauptamtliche, Angestellte wie “Laien” seien als Herde zu sehen, Anmaßung und Sagen von Müssen und Sollen von oben nach unten herab in einer so gar nicht existierenden Hierarchie verböten sich zugunsten einem Verständnis von Kirche, das die Gemeinschaft konsequent in die Mitte nimmt. So ist es dann nämlich das Leitungspersonal, das allein Verantwortung in der Kirche zu tragen hat, sondern es sind alle, die sich für die Gemeinschaft verantwortlich fühlen sollten und das, was sie für sie und andere Menschen tun können, entdecken und nach Möglichkeit ausbauen dürften…

Erste Lesung: Apostelgeschichte 4,8-12 – Da sagte Petrus zu ihnen, erfüllt vom Heiligen Geist: Ihr Führer des Volkes und ihr Ältesten! Wenn wir heute wegen einer guten Tat an einem kranken Menschen darüber vernommen werden, durch wen er geheilt worden ist, so sollt ihr alle und das ganze Volk Israel wissen: im Namen Jesu Christi, des Nazoräers, den ihr gekreuzigt habt und den Gott von den Toten auferweckt hat. Durch ihn steht dieser Mann gesund vor euch. Er (Jesus) ist der Stein, der von euch Bauleuten verworfen wurde, der aber zum Eckstein geworden ist. Und in keinem anderen ist das Heil zu finden. Denn es ist uns Menschen kein anderer Name unter dem Himmel gegeben, durch den wir gerettet werden sollen.

Zweite Lesung: Erster Johannesbrief 3,1-2 – Seht, wie groß die Liebe ist, die der Vater uns geschenkt hat: Wir heißen Kinder Gottes, und wir sind es. Die Welt erkennt uns nicht, weil sie ihn nicht erkannt hat. Liebe Brüder, jetzt sind wir Kinder Gottes. Aber was wir sein werden, ist noch nicht offenbar geworden. Wir wissen, dass wir ihm ähnlich sein werden, wenn er offenbar wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist.

Evangelium: Johannes 10,11-18 – Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe. Der bezahlte Knecht aber, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören, lässt die Schafe im Stich und flieht, wenn er den Wolf kommen sieht; und der Wolf reißt sie und jagt sie auseinander. Er flieht, weil er nur ein bezahlter Knecht ist und ihm an den Schafen nichts liegt. Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich, wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne; und ich gebe mein Leben hin für die Schafe. Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stall sind; auch sie muss ich führen, und sie werden auf meine Stimme hören; dann wird es nur eine Herde geben und einen Hirten. Deshalb liebt mich der Vater, weil ich mein Leben hingebe, um es wieder zu nehmen. Niemand entreißt es mir, sondern ich gebe es aus freiem Willen hin. Ich habe Macht, es hinzugeben, und ich habe Macht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen.

Gottes Planerfüllung Scheitern

"Neues Leben" von Paulina auf Flickr
“Neues Leben” von Paulina auf Flickr

Ihr seid die Zeugen dafür, dass der Messias leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen wird. Dieser Auftrag am Ende des heutigen Evangeliums gilt auch uns und der heutigen Zeit. Doch Jesus erteilt nicht nur Aufträge, er hilft sie auch zu erfüllen – und so gilt auch uns heute, was im Evangelium gesagt ist: Er stand in ihrer Mitte und öffnete ihnen die Augen für das Verständnis der Schriften. In der Messfeier ist Christus mitten unter uns und möchte uns die Augen öffnen für das, was in der Schrift über ihn gesagt wird. Und dabei weiß Jesus, dass wir heute wie damals nur schwer und langsam zum Glauben kommen. Was er jedoch von uns erwartet ist die Bereitschaft offen zu sein für das Wirken seiner Zuwendung, seiner Gnade. In seiner Predigt fokussiert Pfarrer Liebig die Rolle des Scheiterns, das uns nur allzu oft mutlos macht, dabei aber vielleicht doch eher der Erfüllung des guten Planes Gottes für uns und die Welt dienen könnte…

Erste Lesung: Apostelgeschichte 3,12a.13-15.17-19 – [In jenen Tagen] wandte sich Petrus an das Volk: Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, der Gott unserer Väter, hat seinen Knecht Jesus verherrlicht, den ihr verraten und vor Pilatus verleugnet habt, obwohl dieser entschieden hatte, ihn freizulassen. Ihr aber habt den Heiligen und Gerechten verleugnet und die Freilassung eines Mörders gefordert. Den Urheber des Lebens habt ihr getötet, aber Gott hat ihn von den Toten auferweckt. Dafür sind wir Zeugen. Nun, Brüder, ich weiß, ihr habt aus Unwissenheit gehandelt, ebenso wie eure Führer. Gott aber hat auf diese Weise erfüllt, was er durch den Mund aller Propheten im Voraus verkündigt hat: dass sein Messias leiden werde. Also kehrt um, und tut Buße, damit eure Sünden getilgt werden.

Zweite Lesung: Erster Johannesbrief 2,1-5a – Meine Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt. Wenn aber einer sündigt, haben wir einen Beistand beim Vater: Jesus Christus, den Gerechten. Er ist die Sühne für unsere Sünden, aber nicht nur für unsere Sünden, sondern auch für die der ganzen Welt. Wenn wir seine Gebote halten, erkennen wir, dass wir ihn erkannt haben. Wer sagt: Ich habe ihn erkannt!, aber seine Gebote nicht hält, ist ein Lügner, und die Wahrheit ist nicht in ihm. Wer sich aber an sein Wort hält, in dem ist die Gottesliebe wahrhaft vollendet.

Evangelium: Lukas 24,35-48 – [Die beiden Jünger, die von Emmaus zurückgekehrt waren,] erzählten den Elf und den anderen Jüngern, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach. Während sie noch darüber redeten, trat er selbst in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschraken und hatten große Angst, denn sie meinten, einen Geist zu sehen. Da sagte er zu ihnen: Was seid ihr so bestürzt? Warum lasst ihr in eurem Herzen solche Zweifel aufkommen? Seht meine Hände und meine Füße an: Ich bin es selbst. Fasst mich doch an, und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht. Bei diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und Füße. Sie staunten, konnten es aber vor Freude immer noch nicht glauben. Da sagte er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier? Sie gaben ihm ein Stück gebratenen Fisch; er nahm es und aß es vor ihren Augen. Dann sprach er zu ihnen: Das sind die Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Alles muss in Erfüllung gehen, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen über mich gesagt ist. Darauf öffnete er ihnen die Augen für das Verständnis der Schrift. Er sagte zu ihnen: So steht es in der Schrift: Der Messias wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen, und in seinem Namen wird man allen Völkern, angefangen in Jerusalem, verkünden, sie sollen umkehren, damit ihre Sünden vergeben werden. Ihr seid Zeugen dafür.

Einladung: Ensemble Entzücklika in St. Antonius

 v.l.n.r. Maria Sailer, Alexander Bayer; Katja Imsel und Ulrich Weber. Foto: Cordula Lau

v.l.n.r. Maria Sailer, Alexander Bayer; Katja Imsel und Ulrich Weber. Foto: Cordula Lau
Am Sonntag, 3. Mai gastiert das Ensemble Entzücklika mit seinen Nacht-Wandler-Abendgesängen in der kath. Kirche St. Antonius in Künzell um 19:30 Uhr. Als besonderer musikalischer Gast wird auch das junge aufstrebende Talent Jördis Tielsch mitwirken.

Geprägt sind die Abendgesänge vom virtuosen Stilmix der Lieder, vom einzigartigen Klang und dem Agieren der Musiker, das immer wieder über das Konzertieren hinausgeht. Entzücklika bedient nicht die gewohnten Gleise traditioneller oder charismatischen Kirchen, sondern Sein Ensemble Entzücklika versteht es, eine feierliche Atmosphäre zu erzeugen, Ernstes und Heiteres in der Balance zu halten und mit einer guten Textauswahl spannungsvoll zu bleiben. Das Ensemble hat es zu einer bestaunten Kunstfertigkeit gebracht, mit Liedern ein Wechselspiel von Stimmungen zu erzeugen, das im Verlauf des Konzertes immer mehr als eine eigene Art von Liturgie empfunden wird. Zur Kunst des Ensembles gehört auch der behutsame Umgang mit den Besonderheiten eines Kirchenraumes. Der Gesamteindruck ist tröstlich, ohne süß zu werden; im provozierenden Sinne biblisch, ohne in banale Moral zu münden.

Die Zuhörenden ahnen schnell, dass die Einladung zum Mitsingen zur Dramaturgie einer Entzücklika-Veranstaltung gehört. Auch wenn einem die kirchliche Liturgie weniger vertraut ist, spürt man schnell, dass in diesem Wechselspiel von Gefühlslagen der rote Teppich bereit liegt, über den große Schicksale und machtvolle Worte schreiten.

In über 3000 Veranstaltungen in Deutschland und der Schweiz haben die Entzücklikanten eine Art Kirchenmusik vorgestellt, die zeigt, was so alles möglich ist zwischen Tradition und Moderne.

Ein bewusst gepflegtes Markenzeichen des originellen Ensembles ist die Auswahl der Liedtexte, die darauf achtet, dass der suchende und der dankbare Mensch genauso vorkommt, wie der anspruchsvolle und rätselhafte Gott. Über dem ganzen schwebt eine lebensbejahende Heiterkeit.

Als besonderer musikalischer Gast wirkt die Sängerin Jördis Tielsch mit, die vielen von ihren gemeinsamen Auftritten mit den Wise Guys bekannt sind. Jördis, die zur Zeit mit Deutschlands berühmtesten Texter Frank Ramond zusammenarbeitet, wird eigene Lieder und Lieder von Alexander Bayer vortragen.