Von Hirten und Schafen

Quelle/Klick: Elizabeth Frink, "Shepherd and Sheep" - Foto von Steve Rutherford auf Flickr.com
Quelle/Klick: Elizabeth Frink, “Shepherd and Sheep” – Foto von Steve Rutherford auf Flickr.com

Das Bild von den Schafen und dem Hirten gefällt heute nicht allen Gläubigen, verstehen sie es doch eventuell so, dass sie als uneigenständig oder gar dumm charakterisiert werden. Dabei, so Pfr. Liebig in seiner Predigt, geht es doch um etwas ganz anderes: Hauptamtliche, Angestellte wie “Laien” seien als Herde zu sehen, Anmaßung und Sagen von Müssen und Sollen von oben nach unten herab in einer so gar nicht existierenden Hierarchie verböten sich zugunsten einem Verständnis von Kirche, das die Gemeinschaft konsequent in die Mitte nimmt. So ist es dann nämlich das Leitungspersonal, das allein Verantwortung in der Kirche zu tragen hat, sondern es sind alle, die sich für die Gemeinschaft verantwortlich fühlen sollten und das, was sie für sie und andere Menschen tun können, entdecken und nach Möglichkeit ausbauen dürften…

Erste Lesung: Apostelgeschichte 4,8-12 – Da sagte Petrus zu ihnen, erfüllt vom Heiligen Geist: Ihr Führer des Volkes und ihr Ältesten! Wenn wir heute wegen einer guten Tat an einem kranken Menschen darüber vernommen werden, durch wen er geheilt worden ist, so sollt ihr alle und das ganze Volk Israel wissen: im Namen Jesu Christi, des Nazoräers, den ihr gekreuzigt habt und den Gott von den Toten auferweckt hat. Durch ihn steht dieser Mann gesund vor euch. Er (Jesus) ist der Stein, der von euch Bauleuten verworfen wurde, der aber zum Eckstein geworden ist. Und in keinem anderen ist das Heil zu finden. Denn es ist uns Menschen kein anderer Name unter dem Himmel gegeben, durch den wir gerettet werden sollen.

Zweite Lesung: Erster Johannesbrief 3,1-2 – Seht, wie groß die Liebe ist, die der Vater uns geschenkt hat: Wir heißen Kinder Gottes, und wir sind es. Die Welt erkennt uns nicht, weil sie ihn nicht erkannt hat. Liebe Brüder, jetzt sind wir Kinder Gottes. Aber was wir sein werden, ist noch nicht offenbar geworden. Wir wissen, dass wir ihm ähnlich sein werden, wenn er offenbar wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist.

Evangelium: Johannes 10,11-18 – Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe. Der bezahlte Knecht aber, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören, lässt die Schafe im Stich und flieht, wenn er den Wolf kommen sieht; und der Wolf reißt sie und jagt sie auseinander. Er flieht, weil er nur ein bezahlter Knecht ist und ihm an den Schafen nichts liegt. Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich, wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne; und ich gebe mein Leben hin für die Schafe. Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stall sind; auch sie muss ich führen, und sie werden auf meine Stimme hören; dann wird es nur eine Herde geben und einen Hirten. Deshalb liebt mich der Vater, weil ich mein Leben hingebe, um es wieder zu nehmen. Niemand entreißt es mir, sondern ich gebe es aus freiem Willen hin. Ich habe Macht, es hinzugeben, und ich habe Macht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen.