Wider Weltende, Angst und Enge

"Frau Welt" im Wormser Dom, Bildquelle/Link: Wikimedia
“Frau Welt” im Wormser Dom, Bildquelle/Link: Wikimedia
Am Ende des Kirchenjahres hören wir dunkle Texte vom Weltende. Verdrängen lassen sie sich nicht – gerade angesichts mancher menschlicher Dunkelheiten unserer Tage. Entscheidend jedoch ist, wie wir damit umgehen, wie wir die Angst, das In-die-Enge-getrieben-Sein bewältigen. Pfarrer Liebig gibt in seiner Predigt drei Hinweise dazu: a) Am mittelalterlichen Motiv der Frau Welt wird deutlich, wie zweischneidig unsere Welt ist, wie sie durchdrungen ist von Gut und Böse. – b) Wir müssen uns zu jeder Zeit unserer Endlichkeit und der Endlichkeit der Welt bewusst bleiben. – c) Leben ist immer Leben in Spannung, auch und gerade dann wenn diese Spannung unbequem, schmerzhaft oder unerträglich scheint. – Bei allem sind Christinnen und Christen nicht allein gelassen, sondern haben einen Gott an der Seite, der mitgeht, der unterstützt, der trägt…

Erste Lesung: Daniel 12,1-3 – In jener Zeit tritt Michael auf, der große Engelfürst, der für die Söhne deines Volkes eintritt. Dann kommt eine Zeit der Not, wie noch keine da war, seit es Völker gibt, bis zu jener Zeit. Doch dein Volk wird in jener Zeit gerettet, jeder, der im Buch verzeichnet ist. Von denen, die im Land des Staubes schlafen, werden viele erwachen, die einen zum ewigen Leben, die anderen zur Schmach, zu ewigem Abscheu. Die Verständigen werden strahlen, wie der Himmel strahlt; und die Männer, die viele zum rechten Tun geführt haben, werden immer und ewig wie die Sterne leuchten.

Zweite Lesung: Hebräer 10,11-14.18 – Jeder Priester des Alten Bundes steht Tag für Tag da, versieht seinen Dienst und bringt viele Male die gleichen Opfer dar, die doch niemals Sünden wegnehmen können. Dieser aber hat nur ein einziges Opfer für die Sünden dargebracht und sich dann für immer zur Rechten Gottes gesetzt; seitdem wartet er, bis seine Feinde ihm als Schemel unter die Füße gelegt werden. Denn durch ein einziges Opfer hat er die, die geheiligt werden, für immer zur Vollendung geführt. […] Wo aber die Sünden vergeben sind, da gibt es kein Sündopfer mehr.

Evangelium: Markus 13,14-32 – [In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:] In jenen Tagen, nach der großen Not, wird sich die Sonne verfinstern, und der Mond wird nicht mehr scheinen; die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken kommen sehen. Und er wird die Engel aussenden und die von ihm Auserwählten aus allen vier Windrichtungen zusammenführen, vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels. Lernt etwas aus dem Vergleich mit dem Feigenbaum! Sobald seine Zweige saftig werden und Blätter treiben, wisst ihr, dass der Sommer nahe ist. Genauso sollt ihr erkennen, wenn ihr all das geschehen seht, dass das Ende vor der Tür steht. Amen, ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis das alles eintrifft. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen. Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater.