Fest der Heiligen Familie 2015: Von Josef lernen – Traumbereitschaft für Gott

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“Erst einmal eine Nacht darüber schlafen” – wie oft hilft uns dieser Rat in schwierigen Situationen. Von Josef, dem weltlichen Vater Jesu, können wir lernen, was es heißt, diesem Träumen und dem, das daraus folgt, mehr Gewicht zu geben. Nicht selten ist es nämlich Gott, der uns ebenso wie dem in riskanter Lage steckenden Josef etwas mitzuteilen hat, das aus dem Schlamassel hinausführt. So ergibt sich aus dem Evangeliumstext zum Fest der Heiligen Familie die Frage, welchen Raum wir heute Gott einzuräumen bereit sind. In seiner Predigt gibt Pfarrer Liebig einige Hinweise dazu…

Erste Lesung (Jesus Sirach Sir 3, 2-6.12-14): Denn der Herr hat den Kindern befohlen, ihren Vater zu ehren, und die Söhne verpflichtet, das Recht ihrer Mutter zu achten. Wer den Vater ehrt, erlangt Verzeihung der Sünden, und wer seine Mutter achtet, gleicht einem Menschen, der Schätze sammelt. Wer den Vater ehrt, wird Freude haben an den eigenen Kindern, und wenn er betet, wird er Erhörung finden. Wer den Vater achtet, wird lange leben, und wer seiner Mutter Ehre erweist, der erweist sie dem Herrn. Mein Sohn, wenn dein Vater alt ist, nimm dich seiner an, und betrübe ihn nicht, solange er lebt. Wenn sein Verstand abnimmt, sieh es ihm nach, und beschäme ihn nicht in deiner Vollkraft! Denn die Liebe zum Vater wird nicht vergessen, sie wird als Sühne für deine Sünden eingetragen.

Zweite Lesung (Kolosser 3, 12-21): Ihr seid von Gott geliebt, seid seine auserwählten Heiligen. Darum bekleidet euch mit aufrichtigem Erbarmen, mit Güte, Demut, Milde, Geduld! Ertragt euch gegenseitig, und vergebt einander, wenn einer dem andern etwas vorzuwerfen hat. Wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr! Vor allem aber liebt einander, denn die Liebe ist das Band, das alles zusammenhält und vollkommen macht. In eurem Herzen herrsche der Friede Christi; dazu seid ihr berufen als Glieder des einen Leibes. Seid dankbar! Das Wort Christi wohne mit seinem ganzen Reichtum bei euch. Belehrt und ermahnt einander in aller Weisheit! Singt Gott in eurem Herzen Psalmen, Hymnen und Lieder, wie sie der Geist eingibt, denn ihr seid in Gottes Gnade. Alles, was ihr in Worten und Werken tut, geschehe im Namen Jesu, des Herrn. Durch ihn dankt Gott, dem Vater! Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter, wie es sich im Herrn geziemt. Ihr Männer, liebt eure Frauen, und seid nicht aufgebracht gegen sie! Ihr Kinder, gehorcht euren Eltern in allem; denn so ist es gut und recht im Herrn. Ihr Väter, schüchtert eure Kinder nicht ein, damit sie nicht mutlos werden.

Evangelium (Lukas 2, 41-52): Die Eltern Jesu gingen jedes Jahr zum Paschafest nach Jerusalem. Als er zwölf Jahre alt geworden war, zogen sie wieder hinauf, wie es dem Festbrauch entsprach. Nachdem die Festtage zu Ende waren, machten sie sich auf den Heimweg. Der junge Jesus aber blieb in Jerusalem, ohne dass seine Eltern es merkten. Sie meinten, er sei irgendwo in der Pilgergruppe, und reisten eine Tagesstrecke weit; dann suchten sie ihn bei den Verwandten und Bekannten. Als sie ihn nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück und suchten ihn dort. Nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel; er saß mitten unter den Lehrern, hörte ihnen zu und stellte Fragen. Alle, die ihn hörten, waren erstaunt über sein Verständnis und über seine Antworten. Als seine Eltern ihn sahen, waren sie sehr betroffen, und seine Mutter sagte zu ihm: Kind, wie konntest du uns das antun? Dein Vater und ich haben dich voll Angst gesucht. Da sagte er zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört? Doch sie verstanden nicht, was er damit sagen wollte. Dann kehrte er mit ihnen nach Nazaret zurück und war ihnen gehorsam. Seine Mutter bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen. Jesus aber wuchs heran, und seine Weisheit nahm zu, und er fand Gefallen bei Gott und den Menschen.

Weihnachten – Grund ent-täuschter Engelswesen

Bild/Klick: "Ein Lichtstrahl" (Hilde Reise, 2008)
Bild/Klick: “Ein Lichtstrahl” (Hilde Reise, 2008)
Wer die Ankunft Gottes mit Pauken und Trompeten erwartet hat, war buchstäblich schief gewickelt, seine Geburt in einem einfachen Stall und in ärmlichen Verhältnissen kann bei den hoch gesteckten Erwartungen nur enttäuschend sein. Ent-Täuschung, so Pfr. Liebig in seiner Predigt zum Ersten Weihnachtsfeiertag, ist aber durchaus ein positiver Begriff, da sie ja das Ende einer Täuschung beinhaltet. So steht Weihnachten immer wieder auch für das Ende hoher Erwartungen und das Menschwerden nicht nur von Gott, sondern auch von uns. Gott sagt in der GEburt Jesu unwiderrufbar ja zu uns Menschen, und zwar nicht so, wie wir vielleicht sein könnten, sondern genau so, wie wir sind. Er sieht das Gute in uns und will nur helfen, es weiter freizulegen. So möchte er uns als angerührte, an- und begreifbare Herzen von Fleisch, sozusagen als Engel seines Friedens… – in diesem Beitrag finden Sie auch Audioaufnahmen unserer weiteren weihnachtlichen Gottesdienste!

Vielen Dank an Christiana Fischer für die schönen Aufnahmen!

Kinderkirche 2016

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Die Kinderkirche findet im April, Mai und Juni jeweils um 10:30 Uhr im kleinen Pfarrsaal von St. Pius statt!

Vierter Advent 2015: Maria war da

Klick/Bildquelle: "Arise" von Lizzy Gadd auf 500px.com
Klick/Bildquelle: “Arise” von Lizzy Gadd auf 500px.com
Nicht auszudenken, wie es sich mit der Geschichte Jesu Christi verhalten hätte, wenn Maria nicht da gewesen wäre. “Da” ist sie dabei in doppeltem Sinne: nicht nur “greifbar”, sondern eben auch aufmerksam, bereit und offen für das, was der Herr mit ihr vorhat. Gerade in unseren Tagen und dem Stress der letzten vorweihnachtlichen Tage kann uns Maria damit Modell sein: Wie oft sind und leben wir nicht alles andere als dieses Da-Sein Marias? In seiner Predigt zum Vierten Adventssonntag gibt Pfarrer Liebig einige Hinweise, wie sich in Richtung dieses Da-Seins leben lässt und so die vorweihnachtliche Zeit wirklich zu einer Zeit der Vorbereitung auf das Kommen Gottes in unsere Welt wird…

Erste Lesung (Micha 5,1-4a): Aber du, Betlehem-Efrata, so klein unter den Gauen Judas, aus dir wird mir einer hervorgehen, der über Israel herrschen soll. Sein Ursprung liegt in ferner Vorzeit, in längst vergangenen Tagen. Darum gibt der Herr sie preis, bis die Gebärende einen Sohn geboren hat. Dann wird der Rest seiner Brüder heimkehren zu den Söhnen Israels. Er wird auftreten und ihr Hirt sein in der Kraft des Herrn, im hohen Namen Jahwes, seines Gottes. Sie werden in Sicherheit leben; denn nun reicht seine Macht bis an die Grenzen der Erde. Und er wird der Friede sein.

Zweite Lesung (Hebräer 10,5-10): 5Darum spricht Christus bei seinem Eintritt in die Welt: Schlacht- und Speiseopfer hast du nicht gefordert, doch einen Leib hast du mir geschaffen; an Brand- und Sündopfern hast du kein Gefallen. Da sagte ich: Ja, ich komme – so steht es über mich in der Schriftrolle -, um deinen Willen, Gott, zu tun. Zunächst sagt er: Schlacht- und Speiseopfer, Brand- und Sündopfer forderst du nicht, du hast daran kein Gefallen, obgleich sie doch nach dem Gesetz dargebracht werden; dann aber hat er gesagt: Ja, ich komme, um deinen Willen zu tun. So hebt Christus das erste auf, um das zweite in Kraft zu setzen. Aufgrund dieses Willens sind wir durch die Opfergabe des Leibes Jesu Christi ein für alle Mal geheiligt.

Evangelium (Lukas 1,39-45): Nach einigen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet. Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.