Vierter Advent 2016: Josef – Großer Heiliger ohne Spuren?

Bildqelle/Klick: Andrea del Sarto, Die heilige Familie (1528) auf Heiligenlexikon.de (Bearbeitung: mh)
Josef, so Diakon Ingo Heinrich in seiner Predigt zum Vierten Advent 2016, scheint einer der großen Heiligen zu sein, die keine oder kaum Spuren hinterlassen haben. Dabei wird ihm doch viel zugemutet – von der Annahme Marias, die nicht sein Kind trägt, über den Schutz von Mutter und Kind durch Gefahr hindurch bis hin zu den Freuden, aber auch Verpflichtungen des Vaterseins. Wenn Jesus später von Gott als seinem Vater spricht, dann aber doch nicht zuletzt auch auf dem Hintergrund der Erfahrung von Josefs Vatersein. Alleingelassen war Josef bei all diesen Herausforderungen nicht, der Name Jesu, Immanuel – Gott ist mit uns – war für sein Tun und Wirken Programm – nicht weniger als er es für uns sein will und kann…

Erste Lesung (Jesaja 7,10-14) – (In jenen Tagen) sprach der Herr noch einmal zu Ahas; er sagte: Erbitte dir vom Herrn, deinem Gott, ein Zeichen, sei es von unten, aus der Unterwelt, oder von oben, aus der Höhe. Ahas antwortete: Ich will um nichts bitten und den Herrn nicht auf die Probe stellen. Da sagte Jesaja: Hört her, ihr vom Haus David! Genügt es euch nicht, Menschen zu belästigen? Müsst ihr auch noch meinen Gott belästigen? Darum wird euch der Herr von sich aus ein Zeichen geben: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, sie wird einen Sohn gebären, und sie wird ihm den Namen Immanuel (Gott mit uns) geben.

Zweite Lesung (Römer 1,1-7) – Paulus, Knecht Christi Jesu, berufen zum Apostel, auserwählt, das Evangelium Gottes zu verkündigen, das er durch seine Propheten im Voraus verheißen hat in den heiligen Schriften: das Evangelium von seinem Sohn, der dem Fleisch nach geboren ist als Nachkomme Davids, der dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzt ist als Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten, das Evangelium von Jesus Christus, unserem Herrn. Durch ihn haben wir Gnade und Apostelamt empfangen, um in seinem Namen alle Heiden zum Gehorsam des Glaubens zu führen;
6zu ihnen gehört auch ihr, die ihr von Jesus Christus berufen seid. An alle in Rom, die von Gott geliebt sind, die berufenen Heiligen: Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus.

Evangelium (Matthäus 1,18-24) – Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete – durch das Wirken des Heiligen Geistes. Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen. Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen. Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott ist mit uns. Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich.