Pfarrfest 2018: Vom Wert des Kleinen und Unscheinbaren

In seiner Predigt zum Pfarrfest 2018 zieht Pfarrer Liebig mit Blick auf das Tagesevangelium einen Vergleich zwischen Jesu Wertschätzung des Kleinen und Unscheinbaren, aus dem er Großes und Entscheidendes hervorbrechen sieht, einerseits und der Situation einer schrumpfenden und zunehmend weniger selbstbewussten Kirche in unserer Zeit andererseits: Gerade für uns sollte und wolle das Evangelium Frohe Botschaft und Ermutigung sein, da Kleinerwerden und erforderliche neue Organisationsformen zwar quantitative, aber keine qualitative Dimensionen seien. Auch und gerade heute sei es möglich und nötig, der Aufforderung Jesu zu antworten, Salz der Erde zu sein, das eigene Lebensumfeld entsprechend zu prägen zu versuchen und über den eigenen Glauben auskunftsbereit und -freudig zu sein…
Erste Lesung – Ezechiel 17,22-24 – So spricht Gott, der Herr: Ich selbst nehme ein Stück vom hohen Wipfel der Zeder und pflanze es ein. Einen zarten Zweig aus den obersten Ästen breche ich ab, ich pflanze ihn auf einen hoch aufragenden Berg. Auf die Höhe von Israels Bergland pflanze ich ihn. Dort treibt er dann Zweige, er trägt Früchte und wird zur prächtigen Zeder. Allerlei Vögel wohnen darin; alles, was Flügel hat, wohnt im Schatten ihrer Zweige. Dann werden alle Bäume auf den Feldern erkennen, dass ich der Herr bin. Ich mache den hohen Baum niedrig, den niedrigen mache ich hoch. Ich lasse den grünenden Baum verdorren, den verdorrten erblühen. Ich, der Herr, habe gesprochen, und ich führe es aus.
Zweite Lesung – 2 Korinther 5,6-10 – Wir sind immer zuversichtlich, auch wenn wir wissen, dass wir fern vom Herrn in der Fremde leben, solange wir in diesem Leib zu Hause sind; denn als Glaubende gehen wir unseren Weg, nicht als Schauende. Weil wir aber zuversichtlich sind, ziehen wir es vor, aus dem Leib auszuwandern und daheim beim Herrn zu sein. Deswegen suchen wir unsere Ehre darin, ihm zu gefallen, ob wir daheim oder in der Fremde sind. Denn wir alle müssen vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden, damit jeder seinen Lohn empfängt für das Gute oder Böse, das er im irdischen Leben getan hat.
Evangelium – Markus 4,26-34: [In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge:] Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sät; dann schläft er und steht wieder auf, es wird Nacht und wird Tag, der Samen keimt und wächst, und der Mann weiß nicht, wie. Die Erde bringt von selbst ihre Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das volle Korn in der Ähre. Sobald aber die Frucht reif ist, legt er die Sichel an; denn die Zeit der Ernte ist da. Er sagte: Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen, mit welchem Gleichnis sollen wir es beschreiben? Es gleicht einem Senfkorn. Dieses ist das kleinste von allen Samenkörnern, die man in die Erde sät. Ist es aber gesät, dann geht es auf und wird größer als alle anderen Gewächse und treibt große Zweige, so dass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können. Durch viele solche Gleichnisse verkündete er ihnen das Wort, so wie sie es aufnehmen konnten. Er redete nur in Gleichnissen zu ihnen; seinen Jüngern aber erklärte er alles, wenn er mit ihnen allein war.
Vielen Dank an Christiana Fischer für die schönen Aufnahmen!

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