Weihnachten 2018: Position beziehen

In seinen einleitenden Worten im Gottesdienst zum Zweiten Weihnachtsfeiertag führt Pfarrer Liebig den gedanklichen Faden des Vortags weiter: Der Weg des Glaubens führe nicht nur vom Wort zur Tat, sondern zur Tat der Liebe, einer Liebe, die aus sich herausgeht und in letzter Konsequenz auch keine Rücksicht auf den eigenen Vorteil nehme, wie es die Liebe des Stephanus, des ersten christlichen Märtyrers, belege…
Lesung: Apostelgeschichte 6,8-10; 7,54-60 – (In jenen Tagen) tat Stephanus, voll Gnade und Kraft, Wunder und große Zeichen unter dem Volk. Doch einige von der so genannten Synagoge der Libertiner und Zyrenäer und Alexandriner und Leute aus Zilizien und der Provinz Asien erhoben sich, um mit Stephanus zu streiten; aber sie konnten der Weisheit und dem Geist, mit dem er sprach, nicht widerstehen. Als sie das hörten, waren sie aufs äußerste über ihn empört und knirschten mit den Zähnen. Er aber, erfüllt vom Heiligen Geist, blickte zum Himmel empor, sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur Rechten Gottes stehen und rief: Ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen. Da erhoben sie ein lautes Geschrei, hielten sich die Ohren zu, stürmten gemeinsam auf ihn los, trieben ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn. Die Zeugen legten ihre Kleider zu Füßen eines jungen Mannes nieder, der Saulus hieß. So steinigten sie Stephanus; er aber betete und rief: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf! Dann sank er in die Knie und schrie laut: Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an! Nach diesen Worten starb er.
Evangelium: Matthäus 10,17-22 – (In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:) Nehmt euch aber vor den Menschen in acht! Denn sie werden euch vor die Gerichte bringen und in ihren Synagogen auspeitschen. Ihr werdet um meinetwillen vor Statthalter und Könige geführt, damit ihr vor ihnen und den Heiden Zeugnis ablegt. Wenn man euch vor Gericht stellt, macht euch keine Sorgen, wie und was ihr reden sollt; denn es wird euch in jener Stunde eingegeben, was ihr sagen sollt. Nicht ihr werdet dann reden, sondern der Geist eures Vaters wird durch euch reden. Brüder werden einander dem Tod ausliefern und Väter ihre Kinder, und die Kinder werden sich gegen ihre Eltern auflehnen und sie in den Tod schicken. Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden; wer aber bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet.

Dritter Advent 2018 – Jesus auf der Zeil

Was Johannes der Täufer auf die Frage “Was sollen wir tun?” antwortet, klingt, so Pfr. Liebig in seiner Predigt zum Dritten Advent 2018, gut erfüllbar und alles andere als unmöglich. Verdeutlicht wird das an der Geschichte von “Jesus auf der Zeil”. Vielleicht sei es auch und gerade das außergewöhnlich gute Tun des Gewöhnlichen, die Achtsamkeit im Alltäglichen, was ein Leben im Glauben ausmache…
Erste Lesung – Zefanja 3,14-18a – Juble, Tochter Zion! Jauchze, Israel! Freu dich, und frohlocke von ganzem Herzen, Tochter Jerusalem! Der Herr hat das Urteil gegen dich aufgehoben und deine Feinde zur Umkehr gezwungen. Der König Israels, der Herr, ist in deiner Mitte; du hast kein Unheil mehr zu fürchten. An jenem Tag wird man zu Jerusalem sagen: Fürchte dich nicht, Zion! Lass die Hände nicht sinken! Der Herr, dein Gott, ist in deiner Mitte, ein Held, der Rettung bringt. Er freut sich und jubelt über dich, er erneuert seine Liebe zu dir, er jubelt über dich und frohlockt, wie man frohlockt an einem Festtag.
Zweite Lesung – Philipper 4,4-7 – Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch! Eure Güte werde allen Menschen bekannt. Der Herr ist nahe. Sorgt euch um nichts, sondern bringt in jeder Lage betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott! Und der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken in der Gemeinschaft mit Christus Jesus bewahren.
Evangelium – Lukas 3,10-18: In jener Zeit fragten die Leute den Johannes den Täufer: Was sollen wir also tun? Er antwortete ihnen: Wer zwei Gewänder hat, der gebe eines davon dem, der keines hat, und wer zu essen hat, der handle ebenso. Es kamen auch Zöllner zu ihm, um sich taufen zu lassen, und fragten: Meister, was sollen wir tun? Er sagte zu ihnen: Verlangt nicht mehr, als festgesetzt ist. Auch Soldaten fragten ihn: Was sollen denn wir tun? Und er sagte zu ihnen: Misshandelt niemand, erpresst niemand, begnügt euch mit eurem Sold! Das Volk war voll Erwartung, und alle überlegten im Stillen, ob Johannes nicht vielleicht selbst der Messias sei. Doch Johannes gab ihnen allen zur Antwort: Ich taufe euch nur mit Wasser. Es kommt aber einer, der stärker ist als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. Schon hält er die Schaufel in der Hand, um die Spreu vom Weizen zu trennen und den Weizen in seine Scheune zu bringen; die Spreu aber wird er in nie erlöschendem Feuer verbrennen. Mit diesen und vielen anderen Worten ermahnte er das Volk in seiner Predigt.

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Zweiter Advent: Bereitet dem Herrn den Weg!

Evangelium – Lukas 3,1-6: Es war im fünfzehnten Jahr der Regierung des Kaisers Tiberius; Pontius Pilatus war Statthalter von Judäa, Herodes Tetrarch von Galiläa, sein Bruder Philippus Tetrarch von Ituräa und Trachonitis, Lysanias Tetrarch von Abilene; Hohepriester waren Hannas und Kajaphas. Da erging in der Wüste das Wort Gottes an Johannes, den Sohn des Zacharias. Und er zog in die Gegend am Jordan und verkündigte dort überall Umkehr und Taufe zur Vergebung der Sünden. (So erfüllte sich,) was im Buch der Reden des Propheten Jesaja steht: Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen! Jede Schlucht soll aufgefüllt werden, jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, was uneben ist, soll zum ebenen Weg werden. Und alle Menschen werden das Heil sehen, das von Gott kommt.

Im heutigen Tagesevangelium fordert Johannes uns auf, dem Herrn den Weg zu bereiten. Dass der Weg für Gott in unsere Welt und in unsere Herzen oft versperrt ist, haben wir in der Kinderkirche durch dicke Steinbrocken versinnbildlicht, die auf dem Weg zur Krippe lagen. Diese durften die Kinder aus dem Weg räumen. Dabei wurden Eigenschaften und Verhaltensweisen aufgedeckt, die dem Ankommen Gottes in unserer Welt im Wege stehen, so wie „Lüge“, „Egoismus“, „Streit“, „Faulheit“. Nachdem wir uns Gedanken gemacht haben, wie wir selbst damit umgehen, haben wir, symbolisch für unsere Fehler, viele kleine Steine aus dem Weg geräumt und stattdessen ein Licht aufgestellt, das nun den Weg zur Krippe erhellt. – Aus den vielen kleinen Steinen haben wir im Anschluss schöne Krippenbilder gebastelt. So wurde deutlich, dass das Kommen des Herren unsere Fehler wandelt und dass wir auch als unvollkommene Menschen an der Krippe willkommen sind.