Den Sprung ins frische Wasser wagen

In dem zum Vortrag kommenden ersten Hirtenwort von Bischof Michael wird in erfrischender Klarheit und Tiefe ein Programm für die nächsten Jahre unseres Bistums entworfen: Anknüpfend an den Prozess “zusammen wachsen – Bistum Fulda 2030” umreißt Bischof Michael dabei vier Bereiche, in denen Vergewisserung, Veränderung und Entwicklung erforderlich sein werden: die Spiritualisierung der Gemeindepraxis, Förderung der Vernetzung und Selbstorganisation, Überdenken und Erweiterung des Leitungsbegriffs sowie Weiterentwicklung pastoraler Einheiten. Entscheidend sei bei allem, diese Schritte mit Mut und Gottvertrauen zu gehen, gleichsam – ähnlich dem nach dem Tod Jesu frustrierten Petrus am See Genezareth – den Sprung ins frische Wasser zu wagen und sich immer wieder gegenseitig zu stärken, eigene Glaubenserfahrungen zu teilen und den Schatz eigener, individueller Schlüsselmomente in und zu der Kirche hin neu zu entdecken und ins Gespräch zu bringen. Es gehe also nicht nur um äußerliche und systemische Veränderungen, sondern vor allem um eine innere “Einstellung und Haltung, mit der wir künftig unterwegs sein wollen, um fruchtbar unseren Weg als Kirche zu gehen.” – Das Bischofswort finden Sie weiter unten auch im Originalton des Bischofs und in Textform vor, dazu auch eine verlinkte Zusammenfassung.

In der KinderKirche stand die Erzählung von Noah im Blickpunkt. Anhand der Farben des für den unzerbrüchlichen Segen Gottes stehenden Regenbogens nahmen die Kinder schließlich gute Wünsche für die lange Zeit der Sommerferien mit nach Hause: Rot steht für die Liebe Gottes, Orange für die Vorfreude, Gelb für die Sonnenstrahlen, Grün für die Hoffnung, Blau für Glauben und Treue und Violett für Vergebung und Versöhnung…

Erste Lesung (Sacharia 12,10–11;13,1): [So spricht der Herr:] Über das Haus David und über die Einwohner Jerusalems werde ich einen Geist des Mitleids und des flehentlichen Bittens ausgießen. Und sie werden auf mich blicken, auf ihn, den sie durchbohrt haben. Sie werden um ihn klagen, wie bei der Klage um den Einzigen; sie werden bitter um ihn weinen, wie man um den Erstgeborenen weint. An jenem Tag wird die Klage in Jerusalem so groß sein wie die Klage um Hádad-Rímmon in der Ebene von Megíddo. An jenem Tag wird für das Haus David und für die Einwohner Jerusalems eine Quelle entspringen gegen Sünde und Unreinheit.
Zweite Lesung (Galater 3,26-29): Ihr alle seid durch den Glauben Söhne Gottes in Christus Jesus. Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen. Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht männlich und weiblich; denn ihr alle seid einer in Christus Jesus. Wenn ihr aber Christus gehört, dann seid ihr Abrahams Nachkommen, Erben gemäß der Verheißung.
Evangelium (Lukas 9,18–24): [In jener Zeit] betete Jesus für sich allein und die Jünger waren bei ihm. Da fragte er sie: Für wen halten mich die Leute? Sie antworteten: Einige für Johannes den Täufer, andere für Elíja; wieder andere sagen: Einer der alten Propheten ist auferstanden. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Petrus antwortete: Für den Christus Gottes. Doch er befahl ihnen und wies sie an, es niemandem zu sagen. Und er sagte: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohepriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er muss getötet und am dritten Tage auferweckt werden. Zu allen sagte er: Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten.