Heil suchen, Leben beten, handgreifliche Hilfe werden!

Klick/Bildquelle: Federzeichnung von Rembrandt (Wikipedia)
Zwei Dinge aus dem komplexen Evangeliumstext, so Pfarrer Liebig in seiner Predigt, seien für heute wichtig: So wie der Beginn des wunderbaren Wirkens Jesu die Menschen begeisterte, weil sie in den Heilungen Jesu erkannten, dass es jenseits von Krankheit und Besessenheit Heil gibt, genau so sollten wir heute unsere Sinne schärfen für das, was uns an Heil geschenkt ist. Auch der Rückzug Jesu zum Gebet könne Modellcharakter für uns haben, da meditative Stille, ein Raum jenseits des Turbulenten, nach wie vor für eine gesunde Gottesbeziehung wichtige Voraussetzung sei. – “Wir sind aufgerufen wie Jesus zu handeln: uns immer wieder zurückzuziehen, uns Zeit zu nehmen, Gott alles zu sagen was uns wichtig ist und in der Stille auf ihn zu hören. So können wir den Weg unseres Lebens erkennen und ihn gehen – egal wie dieser Weg konkret aussieht. Wenn wir Jesus echt begegnet sind gehört Eines immer dazu: Mit Worten und mit unserem Lebensstil werden wir anderen Menschen etwas von seiner Botschaft weitersagen.” (P. Josef Maria Böge OSB)…


Auch in der KinderKirche ging es um die Heilung der Schwiegermutter des Petrus – Schwerpunkt war dabei die Rolle der Hände in dieser Erzählung: Jesus bringt ihr konkrete Hilfe durch Anfassen, durch Berührung und handgreifliches Aufrichten. Das blinde Ertasten von Gegenständen und eine Art Vertrauenstraining sensibilisierten die Kinder für den Evangeliumstext und vermittelten ihnen, dass und wie auch sie ganz konkret und praktisch zur Hilfe für ihre Mitmenschen werden können…


Erste Lesung: Hiob 7,1-4.6f. – [Ijob ergriff das Wort und sprach:] Ist nicht Kriegsdienst des Menschen Leben auf der Erde? Sind nicht seine Tage die eines Tagelöhners? Wie ein Knecht ist er, der nach Schatten lechzt, wie ein Tagelöhner, der auf den Lohn wartet. So wurden Monde voll Enttäuschung mein Erbe, und Nächte voller Mühsal teilte man mir zu. Lege ich mich nieder, sage ich: Wann darf ich aufstehn? Wird es Abend, bin ich gesättigt mit Unrast, bis es dämmert. Schneller als das Weberschiffchen eilen meine Tage, der Faden geht aus, sie schwinden dahin. Denk daran, dass mein Leben nur ein Hauch ist. Nie mehr schaut mein Auge Glück.
Zweite Lesung: 1 Korinther 9,16-19.22-23 – Wenn ich das Evangelium verkünde, kann ich mich deswegen nicht rühmen; denn ein Zwang liegt auf mir. Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde! Wäre es mein freier Entschluss, so erhielte ich Lohn. Wenn es mir aber nicht freisteht, so ist es ein Auftrag, der mir anvertraut wurde. Was ist nun mein Lohn? Dass ich das Evangelium unentgeltlich verkünde und so auf mein Recht verzichte. Da ich also von niemand abhängig war, habe ich mich für alle zum Sklaven gemacht, um möglichst viele zu gewinnen. Den Schwachen wurde ich ein Schwacher, um die Schwachen zu gewinnen. Allen bin ich alles geworden, um auf jeden Fall einige zu retten. Alles aber tue ich um des Evangeliums willen, um an seiner Verheißung teilzuhaben.
Evangelium: Markus 1,29-39 – [In jener Zeit] ging Jesus zusammen mit Jakobus und Johannes in das Haus des Simon und Andreas. Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett. Sie sprachen mit Jesus über sie, und er ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf. Da wich das Fieber von ihr, und sie sorgte für sie. Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus. Die ganze Stadt war vor der Haustür versammelt, und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus. Und er verbot den Dämonen zu reden; denn sie wussten, wer er war. In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten. Simon und seine Begleiter eilten ihm nach, und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm: Alle suchen dich. Er antwortete: Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen. Und er zog durch ganz Galiläa, predigte in den Synagogen und trieb die Dämonen aus.

Wo wohnst du?

Die im Tagesevangelium an Jesus gerichtete Frage der Jünger “Wo wohnst du?”, so Pfarrer Liebig in seiner Predigt, bezieht sich nicht auf einen bestimmten Ort, denn Jesu Antwort lautet “Kommt und seht”. Vielmehr sei es das Lebenshaus, in das einzuziehen Jesus einlädt – ein Haus, in dem man nicht alleine bleibt, sondern ein Haus der gelebten Gemeinschaft, die zu verstärken und mitzugestalten es auch heute gelte. So ergehe der Ruf an Samuel auch heute an uns – und es sei an uns, ihm als Dienende zu folgen…
In der KinderKirche ging es um die Freundschaft mit Jesus – die Kinder gestalteten ein Blatt mit ihren Fußspuren als Zeichen der Nachfolge:

Erste Lesung: 1 Samuel 3,3b-10.19 – [In jenen Tagen] schlief der junge Samuel im Tempel des Herrn, wo die Lade Gottes stand. Da rief der Herr Samuel, und Samuel antwortete: Hier bin ich. Dann lief er zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen. Geh wieder schlafen! Da ging er und legte sich wieder schlafen. Der Herr rief noch einmal: Samuel! Samuel stand auf und ging zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen, mein Sohn. Geh wieder schlafen! Samuel kannte den Herrn noch nicht, und das Wort des Herrn war ihm noch nicht offenbart worden. Da rief der Herr den Samuel wieder, zum dritten Mal. Er stand auf und ging zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Da merkte Eli, dass der Herr den Knaben gerufen hatte. Eli sagte zu Samuel: Geh, leg dich schlafen! Wenn er dich wieder ruft, dann antworte: Rede, Herr; denn dein Diener hört. Samuel ging und legte sich an seinem Platz nieder. Da kam der Herr, trat zu ihm heran und rief wie die vorigen Male: Samuel, Samuel! Und Samuel antwortete: Rede, denn dein Diener hört. Samuel wuchs heran, und der Herr war mit ihm und ließ keines von all seinen Worten unerfüllt.
Zweite Lesung: 1 Korinther 6,13c-15a.17-20 – Der Leib ist nicht für die Unzucht da, sondern für den Herrn, und der Herr für den Leib. Gott hat den Herrn auferweckt; er wird durch seine Macht auch uns auferwecken. Wisst ihr nicht, dass eure Leiber Glieder Christi sind? Wer sich an den Herrn bindet, ist ein Geist mit ihm. Hütet euch vor der Unzucht! Jede andere Sünde, die der Mensch tut, bleibt außerhalb des Leibes. Wer aber Unzucht treibt, versündigt sich gegen den eigenen Leib. Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt und den ihr von Gott habt? Ihr gehört nicht euch selbst; denn um einen teuren Preis seid ihr erkauft worden. Verherrlicht also Gott in eurem Leib!
Evangelium: Johannes 1,35-42 – [In jener Zeit] stand Johannes am Jordan, wo er taufte, und zwei seiner Jünger standen bei ihm. Als Jesus vorüberging, richtete Johannes seinen Blick auf ihn und sagte: Seht, das Lamm Gottes! Die beiden Jünger hörten, was er sagte, und folgten Jesus. Jesus aber wandte sich um, und als er sah, dass sie ihm folgten, fragte er sie: Was wollt ihr? Sie sagten zu ihm: Rabbi – das heißt übersetzt: Meister -, wo wohnst du? Er antwortete: Kommt und seht! Da gingen sie mit und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm; es war um die zehnte Stunde. Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer der beiden, die das Wort des Johannes gehört hatten und Jesus gefolgt waren. Dieser traf zuerst seinen Bruder Simon und sagte zu ihm: Wir haben den Messias gefunden. Messias heißt übersetzt: der Gesalbte – Christus. Er führte ihn zu Jesus. Jesus blickte ihn an und sagte: Du bist Simon, der Sohn des Johannes, du sollst Kephas heißen. Kephas bedeutet: Fels – Petrus.

Kinderkirche 2017

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Kinderkirche 2016

kiki2016

Die Kinderkirche findet im April, Mai und Juni jeweils um 10:30 Uhr im kleinen Pfarrsaal von St. Pius statt!